OpenAI startet sein Partnerprogramm: Das bringt das Partner Network
Das OpenAI Partner Network stellt Systemhäusern und MSPs im Rahmen eines Stufenmodells mit Spezialisierungen zahlreiche Ressourcen sowie finanzielle Anreize und Co-Selling-Deals zur Verfügung. Channel-Chefin Colleen Kapase betont, dass damit auch gezielt kleinere Partner angesprochen werden sollen, die den Mittelstand bedienen.
Nachdem OpenAI in den vergangenen Wochen bereits kräftig die Werbetrommel für sein erstes Partnerprogramm gerührt hat, ist das Partner Network jetzt offiziell gestartet. Im Kern basiert es auf einem dreistufigen Modell, das auf Geschäftsergebnisse mit KI ausgerichtet ist und soll Lösungsanbieter verschiedener Größen mit hoher KI-Kompetenz anziehen. "Die Frage, die ich am häufigsten höre, lautet: ‚Wie kann ich OpenAI-Partner werden?‘ Jetzt gibt es einen klaren Weg dafür", schrieb OpenAIs Colleen Kapase, Vice President of Strategic Global Partnerships and Ecosystems, am Mittwoch auf LinkedIn. "Das OpenAI Partner Network ist offiziell live."
Kapase ruft Lösungsanbieter mit entsprechenden KI-Kompetenzen und erfolgreichen KI-Kundenprojekten im produktiven Einsatz dazu auf, sich möglichst schnell für das OpenAI Partner Network anzumelden. So sollen sie zusätzliche Umsätze generieren, finanzielle Anreize nutzen sowie Ressourcen von OpenAI und Co-Selling-Deals erhalten können. "Je schneller Partner lernen, desto tiefer können sie mit Kunden arbeiten. Lassen Sie uns jetzt gemeinsam verkaufen, lernen und implementieren", so Kapase.
OpenAI zielt auf "Große und kleine Partner" – und Kunden
Während einige große globale Systemintegratoren wie Accenture und Beratungshäuser wie Boston Consulting Group als erste Teilnehmer bereits vorab ins Boot geholt wurden, betont die Channel-Chefin, dass sich das Programm an Lösungsanbieter jeder Größe richtet, die KI-Systeme für Kunden in den produktiven Einsatz bringen können. "Wir bieten großen und kleinen Partnern genügend Platz, mit uns erfolgreich zu sein können", sagte Kapase im Juni zu CRN. "Wir haben hervorragende Unternehmen mit 100 bis 150 Mitarbeitenden, die KI-nativ sind und sich ausschließlich auf KI und Transformation konzentrieren. Sie haben in unserem Netzwerk genauso ihren Platz, ihre Rolle und ihre Expertise wie die großen Anbieter", unterstrich sie. "Es gibt also Raum für beide."
Gleiches gilt auch für die Kunden. Welches Potenzial OpenAI gerade im Mittelstand sieht, hat der Anbieter kürzlich anhand von zwei ganz konkreten und realen Use-Cases aus dem Handwerk in Deutschland verdeutlicht. Die zwei spannenden Beispiele des Tischlermeisters Jonas Winkler und der Spenglermeisterin Jennifer Kirschbaum-Konsek zeigen eindrucksvoll, wie KI ihnen das zunehmende Drumherum spürbar erleichtern kann und sorgten damit für viel Aufsehen nicht nur bei Systemhäusern, sondern auch bei anderen Handwerkern – nicht zuletzt wohl, weil sich OpenAI damit geschickt zwei Vertreter herausgesucht hatte, die sich und ihre Arbeit auch besonders aktiv und erfolgreich in den Sozialen Medien präsentieren.
Details zum OpenAI Partner Network: Stufenmodell, Codex-Spezialisierung und 150 Millionen Dollar Channel-Investition
OpenAIs erstes Partnerprogramm ist ein dreistufiges Programm mit Spezialisierungen, etwa für OpenAI Codex, und einer anfänglichen Channel-Investition von 150 Millionen Dollar durch den KI-Anbieter aus San Francisco. Damit will das Unternehmen unter anderem bis Ende des Jahres 300.000 zertifizierte OpenAI-Berater ausbilden. "Die 150 Millionen Dollar sollen für Enablement, Service Delivery, Kostenausgleich, MDF-Mittel und Ähnliches verwendet werden", schlüsselte Kapase auf. "Unsere gesamte Führung ist sich einig, dass Partner wichtig sind, dass wir sie brauchen, und die 150 Millionen Dollar sind ein Signal an unsere Partner, dass wir in sie investieren."
Das OpenAI Partner Network soll Partner für den von ihnen geschaffenen Mehrwert belohnen und ihnen Zugang zu Ressourcen und Unterstützung bieten, die sie für den Aufbau erfolgreicher KI-Practices benötigen. Partner können die drei Programmstufen Select, Advanced und Elite durchlaufen. Jede Stufe stellt hohe Anforderungen an Vertriebsleistung, technische Kompetenz, Co-Selling-Engagement und Deployment-Erfahrung. Zudem können die OpenAI-Partner verschiedene Spezialisierungen erwerben, die vertiefte Expertise in besonders relevanten Bereichen wie Codex, Cybersicherheit und KI-Agenten belegen. Diese Spezialisierungen sollen Kunden dabei helfen, Partner mit nachgewiesenen Fähigkeiten in den für ihre KI-Transformation wichtigsten Bereichen zu identifizieren.
"Das OpenAI Partner Network vereint eine einheitliche Partnererfahrung, klare Entwicklungspfade und Vorteile, relevante Anreize und Finanzierungen sowie rollenbasiertes Enablement, das Partner von der Kundenermittlung bis zur sicheren produktiven Implementierung begleitet", erklärte Philip Larson, Senior Director des OpenAI Partner Network, auf LinkedIn.
"Riesige Chance für jeden Partner"
Larson ist ein langjähriger Channel-Manager, der gerade erst zu OpenAI wechselte, nachdem er über Jahre als Managing Director des Google Cloud Partner Network das Partnerprogramm von Google Cloud geleitet hatte. "Partner können mit OpenAI auf eine Weise zusammenarbeiten, die zu ihrem Geschäft passt, differenzierte Expertise entwickeln und nachweisen sowie für die Wirkung anerkannt und belohnt werden, die sie bei unseren gemeinsamen Kunden erzielen", kündigte Larson an.
"Das ist eine riesige Chance für jeden Partner da draußen", ist auch Kapase überzeugt, die ebenfalls eine erfahrene Channel-Managerin ist und in den vergangenen 25 Jahren die Entwicklung und Umsetzung von Partnerprogrammen für Anbieter wie Google Cloud, Snowflake, Citrix und VMware verantwortet hat. "Wir haben 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer von OpenAI-Technologie – 900 Millionen pro Woche –, das ist beeindruckend. Partner sollten diese Chance nicht verpassen", betonte sie. "Wir zeigen hier wirklich, dass wir diese Partner brauchen, dass sie uns wichtig sind, dass wir gemeinsam mit ihnen investieren und dass wir zusammen Großes erreichen wollen."
Inegrationen AWS-Umfeld
Ein Lösungsanbieter, der sich das neue OpenAI Partner Network bereits genauer anschaut, ist das US-Systemhaus Innovative Solutions. Der AWS Premier Partner erhofft sich insbesondere durch die vertiefte Go-to-Market-Partnerschaft und technologische Zusammenarbeit von OpenAI und AWS – einschließlich der Verfügbarkeit von OpenAIs Codex und GPT-Modellen auf AWS-KI-Plattformen wie Amazon Bedrock – neue Kundenchancen. "Wir schauen uns OpenAI auf jeden Fall an, vor allem wegen dem, was das Unternehmen mit AWS macht", erklärte Justin Copie, CEO von Innovative Solutions.
Mit dieser auf AWS fokussierten Sicht ist OpenAI für ihn allerdings nur eine von mehreren möglichen Alternativen. "Wir setzen absolut auf AWS, sind aber modellagnostisch", so Copie. "Wir betrachten Modelle nicht nach dem Motto: ‚Wer ist der Beste?‘ Sondern wir fragen: ‚Wer ist für welche Anwendung und welchen Use Case am besten geeignet?‘ Denn OpenAI ist, offen gesagt, bei bestimmten Reasoning-Anwendungsfällen besser als Claude oder Llama." Konkret sieht Copie die größte Chance für sein Unternehmen in der Integration von OpenAI Codex in Amazon Bedrock: "OpenAI und Codex nun mit an Bord zu haben, ist offen gesagt ein sehr wichtiger Teil der gesamten KI-Geschichte."
Nach dem Start des Partnerprogramms wird OpenAI in diesem Jahr voraussichtlich auch noch seinen Börsengang beantragen.
Dieser Artikel basiert auf Material unserer geschätzten Kollegen von crn.com.
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