OpenAI holt nächsten Google-Manager
Der bisherige Managing Director des Google Cloud Partner Network, Philip Larson, folgt Colleen Kapase zu OpenAI. Dort soll er ihr als Senior Director des OpenAI Partner Network erneut beim Aufbau eines Partner-Ökosystems und der zugehörigen Channel-Programme zur Seite stehen.
OpenAI wirbt weiterhin fleißig Personal von Google Cloud ab. Nachdem zuletzt Noam Shazeer geholt wurde, gewinnt OpenAI jetzt den nächsten führenden Partnerverantwortlichen von Google Cloud für sich: Mit Philip Larson wechselt der bisherige Managing Director des Google Cloud Partner Network zu OpenAI. Larson hat einige der größten Partnerprogramme der Tech-Branche mitgeprägt, darunter bei VMware und Snowflake. Nun soll er als Senior Director des OpenAI Partner Network das neu gestartete Partnerprogramm von OpenAI führen – von Channel-Incentives bis hin zur Partnerbefähigung. "Nach mehr als zwei Jahrzehnten im Aufbau und in der Leitung von Partnerökosystemen freue ich mich, bekanntzugeben, dass ich zu OpenAI gewechselt bin, um das globale Partnerökosystem mitzugestalten und zu skalieren", schrieb Larson am Montag in einem LinkedIn-Beitrag. "Ich bin voller Tatendrang angesichts des Teams, dem ich mich angeschlossen habe."
Larsons Abschied von der Leitung des globalen Partnerprogramms von Google Cloud erfolgt nur wenige Monate nachdem bereits Colleen Kapase, die globale Partnerprogrammchefin von Google Cloud, zu OpenAI gewechselt war. Als Vice President of Strategic Global Partnerships and Ecosystems ist Kapase seither die Channel-Chefin von OpenAI. Die Zusammenarbeit der Beiden hat sich in der Vergangenheit bereits mehrfach bewehrt. Nach ihrer gemeinsamen Zeit bei Snowflake waren Larson und Kapase auch bei Google Cloud maßgeblich an der Entwicklung und Einführung des neuen Partnerprogramms beteiligt, das im Januar an den Start ging.
Google reagierte zunächst nicht auf eine Bitte von CRN um Stellungnahme zu der Personalie. Auch Larson war bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.
Ziel: Das OpenAI Partner Network aufbauen
Im Juni stellte der KI-Konzern mit dem OpenAI Partner Network sein maßgeblich von Kapase geprägtes, erstes Partnerprogramm vor, das mit 150 Millionen US-Dollar finanziert wird. "Bei VMware, Google Cloud und Snowflake habe ich gesehen, dass die besten Partnerprogramme nicht durch ihre Komplexität definiert werden", schrieb Larson dazu auf LinkedIn. "Sie definieren sich durch die Kundenergebnisse, die sie beschleunigen – indem sie Partner dabei unterstützen, gemeinsam zu verkaufen, gemeinsam bereitzustellen und differenzierte, dauerhafte Kundenlösungen rund um transformative Technologien zu entwickeln." Genau das sei nun auch bei OpenAI das erklärte Ziel: "Diese Arbeit möchte ich bei OpenAI fortsetzen: Partnern dabei helfen, das enorme Tempo der KI-Innovation in messbare und relevante Wirkung für Kunden auf der ganzen Welt zu übersetzen."
Larson zufolge verantwortet er die Strategie, Konzeption, Einführung und den globalen Betrieb des OpenAI Partner Network. Ziel sei es, Partner in die Lage zu versetzen, gemeinsam mit OpenAI KI-Lösungen zu verkaufen, bereitzustellen und zu entwickeln. Zu seinen Aufgaben zählen Partnerstrategie, Partnerprogramme, Partner-Incentives, Partner Operations und Partner Enablement – einschließlich Partner Experience, Programmstruktur und Stufenmodell, Benefits und Finanzierung, Trainings, Badges und Spezialisierungen.
Im Hinblick auf den Start des Partnerprogramms von OpenAI und der damit verbundenen Möglichkeiten für den Hersteller und seine Partner konstatierte Larson: "Die Chance besteht jetzt – und sie ist beispiellos."
Larsons Channel-Historie bei Google, Snowflake und VMware
Larson war mehr als zwei Jahre Managing Director des Google Cloud Partner Network und spielte in dieser Zeit eine zentrale Rolle beim Aufbau und Rollout von Googles neuem Partner Network und Partnerportal. "Das ist nicht nur ein Update, sondern eine vollständige Transformation", so Larson im Januar in einem Interview mit CRN. Weiter führte er damals aus, dass in Googles neuem Cloud-Programm alles – von Recruiting und Onboarding über Enablement und Schulungen bis hin zu gemeinsamer Geschäftsplanung, Marketing, Nachfragegenerierung, Bereitstellung, Co-Selling, Services und Support – "durch KI revolutioniert" werde.
Zuvor war Larson fast fünf Jahre lang als Senior Director des Snowflake Partner Network bei Snowflake tätig. Larson leitete dort die Konzeption, Einführung und Verwaltung des Snowflake Partner Network Program und des zugehörigen Portals. Vor Snowflake war Larson von 2018 bis 2019 schon einmal für 18 Monate bei Google Cloud tätig und trug als Head of Worldwide Partner Programs and Enablement dazu bei, die Channel-Strategie des Hyperscalers zu formalisieren. Darüber hinaus hatte Larson von 2010 bis 2018 führende Channel-Programmrollen bei VMware inne. Zu einer Zeut, als der Virtualisierungsriese weltweit mehr als 80.000 Partner zählte, verantwortete er dort die weltweiten Partnerprogramme, aus denen das VMware Partner Network besteht.
"Ein Verlust für Googles Partner-Community"
Ein Top-Manager eines Google-Cloud-Partners sagte gegenüber CRN, er bedauere Larsons Weggang. "Das ist sicher ein Verlust für Googles Partner-Community", sagte der Manager, der nicht namentlich genannt werden wollte. "Larson war bei allen [Google-Cloud-]Events präsent. Er stand im Rampenlicht. Er hat viel Gutes für Partner wie uns und andere getan."
Weiter erklärte der Manager, sein Interesse an einem Beitritt zum Partnerprogramm von OpenAI sei größer denn je, nachdem OpenAI Millionen in die Rekrutierung erstklassiger Channel-Talente und den Aufbau des OpenAI Partner Network investiere. "Wir prüfen derzeit, welche Anforderungen auf uns zukommen. Das ist noch in einer frühen Phase, aber wir sehen, dass OpenAI inzwischen verstanden hat, dass der Channel der Weg zur Skalierung ist", erläuterte er. "Wir werden wahrscheinlich bald Schulungen erhalten und sehen, welche Chancen sich ergeben."
Das OpenAI Partner Network
Das erste Partnerprogramm von OpenAI ist ein dreistufiges Programm mit Spezialisierungen wie OpenAI Codex. Es eröffnet qualifizierten, KI-fokussierten Solution Providern große Vertriebschancen im Enterprise-KI-Markt, sagte Kapase im vergangenen Monat gegenüber CRN. "Das ist eine enorme Chance für jeden Partner da draußen", zeigte sie sich überzeugt. "Wir haben 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer von OpenAI-Technologie – 900 Millionen pro Woche –, das ist beeindruckend. Partner sollten diese Chance nicht verpassen."
Den potenziellen Partnern versprach sie: "Wir zeigen hier sehr deutlich, dass wir diese Partner brauchen, dass sie uns wichtig sind, dass wir gemeinsam mit ihnen investieren und dass wir zusammen Großes erreichen wollen." Der KI-Anbieter aus San Francisco investiert vorab 150 Millionen US-Dollar in den Aufbau seines neuen Partnerökosystems. Ziel ist es, bis Ende 2026 rund 300.000 zertifizierte OpenAI-Berater auszubilden.
Kapase ist eine langjährige Channel-Verantwortliche, die Partnerprogramme für einige der weltweit größten Channel-Anbieter geleitet hat, darunter Google Cloud, Snowflake, Citrix und VMware. In ihren 25 Jahren in führenden Channel-Positionen hat sie enge Beziehungen zu einigen der größten Solution Provider weltweit aufgebaut. Eine Botschaft ist Kapase an Partner besonders wichtig: OpenAI meine es ernst mit Investitionen in den Aufbau eines globalen Ökosystems aus Systemintegratoren, KI-MSPs, KI-Beratern und weiteren Partnern. "Ich bin langfristig hier. Ich bin hier, um diesen Organisationen eine erstklassige Partner Experience zu bieten, und ich glaube keineswegs, dass dies das Ende unserer Investitionen in Partner ist", unterstrich sie. "Das ist erst der Anfang."
Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.
CRN-Newsletter beziehen und Archiv nutzen - kostenlos: Jetzt bei der CRN Community anmelden