Die 10 Top-Nachrichten über KI
Milliarden-Übernahmen prägten vergangenes Jahr die KI-Branche. Der Fortschritt bei virtuellen Assistenten ist rasant, die Koordination von Agenten schreitet voran. Zudem sorgt neue Hardware dafür, dass die Branche weitere KI-Innovationen hervorbringen wird. Ist das alles nur eine Blase? Die Angst vor einer Kurskorrektur dürfte die "KI-Revolution" auch 2026 begleiten.
Teure Übernahmen. Fortschritte bei virtuellen Assistenten und der Koordination von Agenten. Und Innovationen bei Hardware, die diese neue Ära der Unternehmens-KI antreibt: CRN berichtete in den vergangenen 12 Monaten über wichtige Nachrichten, die in diesem Jahr und darüber hinaus bedeutende Ergebnisse für die Akteure hervorbringen und die KI-Branche insgesamt prägen könnten. Diese Top-News lesen Sie zusammengefasst im folgenden Überblick.
Während Lösungsanbieter in den Ausbau ihres KI-Know-hows investieren, um neuen Kundenanforderungen gerecht zu werden und Kunden als vertrauenswürdige Berater bei der geschäftlichen Transformation durch Technologie besser zu unterstützen – ganz zu schweigen von der internen Nutzung von KI-Tools zur Senkung der Betriebskosten und Steigerung der Produktivität –, haben die größten KI-Anbieter der Welt ebenfalls Zeit und Geld in die Erweiterung ihrer Produktportfolios, die Einführung neuer Preismodelle und Produktpakete sowie die Bereitstellung neuer Enablement- und Schulungsressourcen für ihre Partner investiert.
KI-Investitionen treiben das Wirtschaftswachstum
Die Auswirkungen der KI auf das Jahr 2025 sind nicht zu unterschätzen. Laut Jason Furman, Professor und Ökonom an der Harvard University, waren Investitionen in Informationsverarbeitungsgeräte und Software für 92 Prozent der BIP-Wachstumsrate in der ersten Hälfte 2025 verantwortlich. Google, Amazon, Apple, Facebook-Muttergesellschaft Meta, Tesla, Nvidia und Microsoft geben laut Reuters im Jahr 2025 mehr als 300 Milliarden US-Dollar für KI aus.
Massive Investitionen in Europas KI-Rechenzentren
In Deutschland geben die drei führenden US-Hyperscaler – AWS, Microsoft und Google – Milliarden für den Ausbau von KI-Rechenzentren aus. Der Wunsch und die Notwendigkeit, dass Kunden in Europa auf eine Cloud-Infrastruktur setzen können, die ihnen Datenhoheit und -Kontrolle verspricht und im Einklang mit europäischen Gesetzen, etwa zum Datenschutz und anderen regulatorischen Auflagen wie KRITIS, betrieben werden kann, sorgt für gewaltige Investitionen. US-Anbieter mit ihren Souvereign-Cloud-Angeboten, aber auch lokale Betreiber von Rechenzentren in der EU bauen ihre Kapazitäten aus, um ihre Marktposition im KI-Zeitalter zu behaupten, bzw. auszubauen.
Die größte Einzelinvestition tätigte die Lidl-Tochter Schwarz Digits. In Brandenburg erfolgte Ende 2025 der Spatenstich für ein KI-Rechenzentrum der Superlative: 11 Mrd. Euro investiert Schwarz Digits in ein neues Datacenter mit vorerst 200 Megawatt und bis zu 100.000 GPUs. Es übertrifft das von Telekom und Nvidia geplante Datacenter in München um den Faktor 10. Das Ziel von Schwarz Digits: Die Schwaben wollen der erster europäischer Hyperscaler werden.
Innovative Technologie und ihre Akzeptanz: Die Welt dreht sich immer schneller
Im November stellte die Federal Reserve Bank of St. Louis fest, dass die Akzeptanz generativer KI-Technologie in den letzten 12 Monaten um 10 Prozentpunkte auf 54,6 Prozent gestiegen ist. Diese Akzeptanzrate im historischen Vergleich mit einer damals ebenso innovativen Technologie: 1984 betrug die Akzeptanzrate von PCs 19,7 Prozent – drei Jahre zuvor hatte IBM den ersten Computer auf den Markt gebracht, der wenige Jahre einen Massenmarkt begründete. Und einen neuen Sektor schuf: EDV entwickelte sich zur ITK-Branche, in der Folge gründeten junge Unternehmer, oft noch Studenten, Systemhäuser und Handelsunternehmen, aus denen oft Distributoren hervorgingen.
Im Übrigen sinken auch die Akzeptanzraten von innovativen Technologien. Rund 15 Jahre nach dem Personal Computer, begann Mitte der 90er Jahre der Siegeszug des Internets. 1995 wurde das Internet für den kommerziellen Datenverkehr geöffnet. Drei Jahre später lag die Akzeptanzrate des Internets bei 30,1 Prozent.
Zahlreiche Experten prognostizieren für 2026 einen erheblichen Beitrag der KI zur Wirtschaft. Vanguard geht davon aus, dass KI-Investitionen zu einer moderaten Beschleunigung des BIP-Wachstums in den USA auf etwa 2,25 Prozent beitragen werden. Das Unternehmen schätzt, dass die USA bis zum Ende des Jahres 2025 um 1,9 Prozent wachsen werden.
Lesen Sie weiter, um mehr über die KI-Nachrichten zu erfahren, die 2025 die Aufmerksamkeit der CRN-Reporter und des Channels auf sich gezogen haben. Sie sind in aufsteigender Reihenfolge nach den unserer Meinung nach wichtigsten KI-Nachrichten in den letzten 12 Monaten für den Channel geordnet.
Anbieter von MSP-Tools integrieren KI
KI setzte ihre Verbreitung nicht nur in Verbraucher- und Unternehmenstechnologien fort, sondern auch in Tools, die MSPs und Lösungsanbieter zur Verwaltung und Betreuung ihrer Kunden einsetzen.
Generative KI, virtuelle Assistenten und KI-Agenten tauchten in Produkten einiger der größten etablierten Akteure auf dem Markt für Channel-Tools sowie jüngerer Newcomer auf, die Lösungsanbieter in eine neue Ära der betrieblichen Effizienz und geringerer Gemeinkosten führen wollen.
Zu den größten Fortschritten bei MSP-Tools mit KI-Funktionen gehören:
• Rewst erweitert seine KI-gestützte Automatisierungsplattform und fügt den intelligenten Assistenten RoboRewsty hinzu
• Hatz AI gewinnt bei verschiedenen Lösungsanbietern an Bedeutung
• ConnectWise investiert 100 Millionen US-Dollar in KI und andere Verbesserungen bei Asio
• Kaseya übernimmt Inky, um die KI-gestützte Cyberabwehr auszubauen, und investiert unter anderem in KI-Assistenten, KI-gestützte Suche und KI-gestützten Chat.
• TD Synnex investiert in Funktionen zur Erstellung von Agenten in seiner digitalen Erlebnisplattform PartnerFirst.
• Ingram Micro führt einen KI-Assistenten für Vertriebsbriefings innerhalb seiner Xvantage-Plattform ein.
• Pax8 stellt seinen AI Agent Store vor und erstellt ein Playbook für Managed Intelligence Provider (MIP).
• KI-Startups aus Deutschland suchen gezielt den Kontakt zu etablierten Lösungsanbietern: Bei jungen Technologieunternehmen ist das strategische Go-to-Market nicht sonderlich hoch ausgeprägt, anders beim KI-Unternehmen HeronOS. Die Berliner haben nicht nur ein Channelprogramm, sie stehen bereits mit führenden Systemhausnetzwerken in einer Kooperation.
• Ebenso auf Kurs Channelvertrieb ist Deepl aus Köln. Die Rheinländer schreiben mit ihrem Übersetzungsdienst deutsche KI-Erfolgsgeschichte und sind ein Exportportschlager. Mitte 2025 schließen die Kölner mit Bechtle eine Vertriebsvereinbarung: Die Übersetzungsdienste werden europaweit in 14 Ländern an B2B-Kunden und Behörden über Bechtle verkauft.
• Überhaupt Bechtle: Die von vielen als Jahrhundert-Revolution bezeichnete KI-Technologie veranlasst den Systemhausriesen aus Neckarsulm zu einer Korrektur seiner Wachstumsstrategie. Setzen die Schwaben bisher darauf, ausschließlich auf Technologie zu setzen, die bereits marktreif ist, heißt es seit 2023 frühzeitig auf den KI-Zug zu setzen, noch bevor er ins Rollen kommt. 2023 steigt Bechtle daher beim Rostocker KI-Startup Planet AI ein. Ein klares Zeichen dafür, dass KI ein nachhaltiges Geschäftsfeld wird, was sich 2025 mehr und mehr abzeichnet. Es ist, wie Lenovo im Frühjahr aus einer Studie das Fazit zieht: das Ende der KI-Testphase und der Beginn von Investitionen in Projekte, die Prozesse dauerhaft von manueller Arbeit in die Automation führen.
Massenentlassungen aufgrund von Investitionen der Unternehmen in KI
Alle Branchen warten darauf, wie sich KI auf ihre Belegschaft auswirken wird – einige Arbeitgeber hoffen auf potenzielle Einsparungen durch weniger menschliche Arbeitskräfte, während viele Arbeitnehmer befürchten, durch KI-Automatisierung ersetzt zu werden.
2025 haben einige der größten Technologieanbieter Kapital umgeschichtet, um die aktuelle Nachfrage nach KI und zukünftige KI-Chancen zu bedienen, während sie weniger erfolgreiche oder während der Pandemie nicht mehr benötigte Bereiche verkleinert haben. Das Ergebnis: Massenentlassungen.
Amazon, Salesforce, Google, Oracle, Microsoft und Dell Technologies gehörten zu den Anbietern, die in diesem Jahr Kürzungen vorgenommen haben. Während einige Anbieter die Umschichtung von Investitionen in KI ausdrücklich als Grund für die Massenentlassungen nannten, führten andere die Entlassungen auf "normale" Geschäftsbewertungen zurück.
Die Anbieter nahmen diese Kürzungen vor allem in den Bereichen Personalabteilung, Marketing sowie Nicht-KI-Entwicklungs- und Vertriebsabteilungen vor, wie CRN in seiner Berichterstattung über die Entlassungen im Jahr 2025 feststellte.
Um es klar zu sagen: Diese Entlassungen scheinen eher auf eine Umverteilung von Kapital zurückzuführen zu sein als darauf, dass KI-Tools menschliche Arbeitskräfte ersetzen. Aber da die KI-Ära in Sachen Innovation immer weiter voranschreitet, könnte sich die Lage ändern: KI könnte ganze Positionen, die vor allem auf die Erledigung manueller Aufgaben gerichtet sind, abschaffen.
Aufstieg von Nvidia - Schwierigkeiten bei Intel
Der Hype um die KI-Infrastruktur im Jahr 2025 verhalf Nvidia dazu, im Oktober als erstes Unternehmen der Geschichte eine Marktkapitalisierung von über 5 Billionen US-Dollar zu erreichen, nachdem es im Juli als erstes Unternehmen die 4-Billionen-Dollar-Marke geknackt hatte.
Der Einfluss von Nvidia auf den Technologiemarkt beruhte 2025 nicht unbedingt auf direkten Übernahmen. Der Kauf von Gretel im März für mehr als 320 Millionen US-Dollar verblasst beispielsweise im Vergleich zu einigen der Investitionsgeschäfte, die das Unternehmen getätigt hat, wie beispielsweise die im September angekündigte Investition von 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI, 2 Milliarden US-Dollar in Synopsys im Dezember und die im Oktober bekannt gegebene Investition von 1 Milliarde US-Dollar in Nokia.
Die Produktinnovationen von Nvidia aus dem Jahr 2025 reichten vom DGX Spark Mini-Desktop-PC, der mit einer kleineren Version seines Grace Blackwell Superchips ausgestattet ist, bis hin zur Blackwell Ultra GPU, die für KI-Reasoning-Modelle entwickelt wurde. Seine RTX Pro-Server könnten für den Channel eine milliardenschwere Chance darstellen, da sie auf die vielen Unternehmensrechenzentren abzielen, die traditionell mit reinen CPU-Servern betrieben wurden und nun einer Erneuerung bedürfen.
Der Chiphersteller ist auch für 2026 gut aufgestellt, mit erwarteten Neuerscheinungen wie der Rubin-GPU-Architektur und der flüssigkeitsgekühlten Vera Rubin NVL144-Plattform.
Die Entwicklung des 32 Jahre alten Unternehmens Nvidia von einem auf Videospiele spezialisierten Chip-Designer zu einem Kraftpaket im Bereich Unternehmensinfrastruktur, das die KI-Ära ermöglicht, vollzieht sich zu einer Zeit, in der der 56 Jahre alte Traditionschip-Hersteller Intel weiterhin Höhen und Tiefen durchlebt. Der Chip-Pionier sucht auch weiterhin nach einer Hauptrolle in der KI-Ära.
Intel, das mit seinen CPUs zum Aufbau des PC-Zeitalters beigetragen hat, musste Massenentlassungen, den Weggang wichtiger Führungskräfte und Schwierigkeiten bei der Gewinnung externer Kunden für sein Foundry-Geschäft zur Auftragsfertigung von Chips bewältigen. Es sah sogar aus, als müsste Intel seinen CEO Lip-Bu Tan entlassen, als Präsident Donald Trump dessen Absetzung forderte. Die beiden scheinen ihre Differenzen beigelegt zu haben: die US-Regierung hat sogar einen Anteil von 10 Prozent an Intel erworben.
Nvidia hat sich ebenso wie Intel darum bemüht, seine Führungsposition im Bereich KI zu behaupten. Und sogar um die Möglichkeit gekämpft, Chips exportieren nach China verkaufen zu dürfen.
Die Rivalität zwischen Nvidia und Intel trat 2025 etwas in den Hintergrund, als Nvidia sich bereit erklärte, 5 Milliarden US-Dollar in Intel-Stammaktien zu investieren. Es wurde ein gemeinsamer Entwicklungsvertrag unterzeichnete, der vorsieht, dass Intel eine maßgeschneiderte CPU entwickelt, die als Host für eine x86-Version der leistungshungrigen Rack-Scale-Computing-Plattformen von Nvidia dienen soll.
Riesen-Übernahmen von KI-Anbietern und kleinere strategische Invests
Neben organischen Innovationen von KI-Produkten gaben Technologieanbieter auch Milliarden für die Übernahme von innovativen KI-Startups und sogar etablierten Akteuren aus, um ihr KI-Angebot zu verbessern.
Zu den größten AI-bezogenen Übernahmen des vergangenen Jahres zählen:
• Salesforce kaufte Informatica im November für 8 Milliarden Dollar, um seine Datenverwaltungsfähigkeiten und AI-Leistung zu verbessern.
• HP Inc. kaufte Humane im Februar für 116 Millionen Dollar, um seine AI-Entwicklermannschaft zu verstärken.
• IBM hat im Februar HashiCorp für 6,4 Milliarden Dollar übernommen, um sein Infrastrukturangebot für Hybrid-Cloud- und KI-Szenarien zu verbessern.
• F5 hat im September CalypsoAI für 180 Millionen Dollar übernommen, um Fortschritte im Bereich generative KI-Sicherheit zu erzielen.
• HPE hat im Juli Juniper Networks für 14 Milliarden Dollar übernommen, um seine KI-Betriebsfähigkeiten (AIOps) zu stärken, nachdem es sich im Juni mit der US-Bundesregierung wegen kartellrechtlicher Bedenken um die Übernahme von Juniper Networks geeinigt hatte.
Zu den im Jahr 2025 angekündigten, aber erst im nächsten Jahr geplanten KI-Übernahmen gehören:
• Google kündigte im März seinen Plan an, Wiz für 32 Milliarden Dollar zu kaufen, um die KI-Fähigkeiten seines Sicherheitsproduktportfolios zu stärken
• ServiceNow gab im März seinen Plan bekannt, Moveworks für etwa 3 Milliarden Dollar zu kaufen, um seine KI-Assistenzfähigkeiten zu verbessern
• IBM gab Anfang dieses Monats seine Absicht bekannt, Confluent für 11 Milliarden US-Dollar zu kaufen, um die KI-Bereitstellung durch die Daten-Streaming-Plattform des Unternehmens zu unterstützen.
Die Transaktionen versorgen Lösungsanbieter nicht nur mit KI-Produkten, die einen höheren Mehrwert von ihren Lieferantenpartnern bieten, sondern eröffnen auch neue Cross-Selling- und Up-Selling-Möglichkeiten, da jeder dieser Anbieter die erworbenen Vermögenswerte in sein bestehendes Portfolio integriert.
Lösungsanbieter entwickeln KI-Praktiken
Die Chancen, mit KI zu wachsen, veranlassten mehrere Lösungsanbieter, in Frameworks, Anwendungen und Praktiken rund um diese Spitzentechnologie zu investieren, da sich dadurch neue Absatzmöglichkeiten bei Kunden ergeben. Die Investitionen in KI-Nachfrage reichen von den größten globalen Systemintegratoren bis hin zu eher regional oder branchenorientierten Lösungsanbietern.
Beispiele für Innovationen in KI-Praktiken und strategische Initiativen bei Lösungsanbieter im Jahr 2025 sind:
• Kyndryl führt sein Agentic AI Framework und eine fortschrittliche Agentic-Initiative ein, die darauf abzielt, die Einführung von KI durch Kunden aus verschiedenen Branchen und in großem Maßstab zu beschleunigen.
• Fluid Designs erwartet für dieses Jahr ein Wachstum der KI-Einnahmen um etwa 10 Prozent, vor allem durch Beratung zu KI-Richtlinien, Governance und Verfahren.
• C-Forward gewinnt monatlich etwa 50 Microsoft Copilot-Kunden hinzu, um Produktivitätssteigerungen und die Verantwortlichkeit für die Kundenbetreuung zu fördern.
• NexusTek baut seine Nexus Tech Secure AI-Plattform auf, um den Anforderungen einer Kundschaft gerecht zu werden, die begierig darauf ist, mit KI zu experimentieren.
• Ahead verbessert die Kundenzufriedenheit in seinen Callcentern und nutzt KI zur Erkennung von Anomalien, sodass die Mitarbeiter die Nadel im Heuhaufen finden und die nächsten Schritte zur Behebung von Schwachstellen oder Vorfällen vorschlagen können.
• Fulcrum IT Partners bietet Kunden direkten Zugriff auf Servicedaten in Echtzeit, nachdem KI zur Automatisierung von Interaktionen und zur Bereitstellung von On-Demand-Einblicken genutzt wurde.
• Trace3 nutzt KI-Tools mit einem starken Fokus auf Datenanalyse, Prozessautomatisierung, Servicemanagement, Unternehmenssuche und anderen Anwendungsfällen.
• Thrive nutzt KI, um die Art und Weise zu verändern, wie Managed Services Routineaufgaben bewältigen, indem es Abläufe rationalisiert, Probleme erkennt, bevor sie auftreten, und es Technikern ermöglicht, sich auf kritische Probleme zu konzentrieren, anstatt sich mit routinemäßigen Wartungsarbeiten aufzuhalten.
• Advizex investiert zusammen mit seiner Muttergesellschaft Fulcrum IT Partners mehr als 1 Million US-Dollar in technische Talente und vertikale Marktlösungen, um eine Vorreiterrolle auf dem KI-Markt einzunehmen, wobei der Schwerpunkt auf dem gesamten Nvidia-Technologie-Stack liegt.
• NWN schließt eine umfassende, fünfjährige strategische Partnerschaft zur Umgestaltung der IT-Infrastruktur der Kraft Group und all ihrer Unternehmen – darunter die New England Patriots und das Gillette Stadium – und führt mehr Kunden in intelligente virtuelle Agenten ein, um die Produktivität zu steigern.
Lösungsanbieter kaufen innovative KI-Unternehmen
Technologieanbieter waren nicht die einzigen Unternehmen, die große Übernahmen tätigten, um ihre KI-Fähigkeiten auf anorganische Weise zu verbessern. Auch Lösungsanbieter selbst wandten sich der Konsolidierung zu, um den Kundenanforderungen besser gerecht zu werden.
Zu den größten Übernahmen von Lösungsanbietern im Jahr 2025 mit dem erklärten Ziel, die KI-Kompetenz zu verbessern, gehörten:
• World Wide Technology kaufte Softchoice im März für 1,3 Milliarden US-Dollar.
• NWN kaufte InterVision im Juni für einen nicht genannten Betrag.
• Die Abacus Group und Medicus IT fusionierten im Juli. Der Wert der Transaktion wurde nicht genannt.
• Integris kaufte TechMD im Juni für einen nicht genannten Betrag.
• Capgemini kaufte WNS im Oktober für etwa 3,3 Milliarden US-Dollar
• Mehrere Übernahmen durch Accenture zu nicht bekannt gegebenen Konditionen, darunter das auf Palantir fokussierte Unternehmen Decho und das auf Salesforce fokussierte Unternehmen NeuraFlash.
Wir werden sehen, ob es 2026 zu einer noch stärkeren Konsolidierung der Lösungsanbieter kommt, da die Partner versuchen, sich in den neuen Geschäftsmodellen und Kompetenzanforderungen des KI-Zeitalters zurechtzufinden.
Hardware-Fortschritte: Von KI-Fabriken zu KI-PCs
Eine Vielzahl von Innovationen aus dem Jahr 2025 kann unter dem Oberbegriff "Fortschritte bei der KI-Hardware" zusammengefasst werden, da 2026 immer mehr Workloads am Edge stattfinden werden – also direkt am Ort des Clients.
Anbieter wie Nvidia, HPE, Cisco Systems, Dell Technologies und Ingram Micro haben gemeinsam an der Entwicklung industrieller Computersysteme für KI-Fabriken gearbeitet, um KI-Modelle zu entwickeln, einzusetzen und zu verwalten.
Chip-Giganten wie Qualcomm, Nvidia, Broadcom und AMD präsentierten unglaubliche Fortschritte bei Halbleitern, die das KI-Zeitalter antreiben – aber die enorme Nachfrage nach KI-Chips und das Potenzial zur Senkung der KI-Kosten veranlassten auch Technologiegiganten wie Google und Amazon Web Services, den Weg der Entwicklung eigener KI-Chips weiter zu beschreiten.
Auch wenn dies nicht ganz der entscheidende Wendepunkt für die Verbreitung von KI-PCs war, gab die Einstellung des Windows 10-Supports durch Microsoft im Oktober – mit einigen Optionen für kostenpflichtige Updates – einigen Herstellern einen weiteren Anstoß für den Verkauf von KI-PCs.
Aber: einige Endnutzer sind noch nicht bereit, KI-PCs für ihre Arbeitslasten einzusetzen, teils weil sie zusätzlichen Ausgaben für die teureren Computer scheuen. Mehrere Lösungsanbieter erklärten CRN jedoch, dass das Ende des Supports für Windows 10 und die "natürliche" Alterung der Computer, die während der Pandemie im Zuge der zunehmenden Remote-Arbeit gekauft wurden, Diskussionen darüber ausgelöst haben, wer einen KI-PC benötigen wird und wann der beste Zeitpunkt für den Kauf ist. Hersteller mit neuen Flottenmanagement-Funktionen könnten damit Kunden beindrucken, doch lieber auf KI-PCs zu setzen.
Microsoft investierte auch in mehr KI- und Agenten-Funktionen in Windows 11. Das soll Nutzer produktiver machen, selbst wenn sie keinen KI-PC haben. Es wird sich zeigen, ob diese Maßnahme die Nutzer für die Möglichkeiten der KI in einem Betriebssystem begeistert und höheren Ausgaben rechtfertigt für Copilot+ KI-PC oder bestehenden PCs ohne native KI-Funktionalität.
OEMs haben für Lösungsanbieter und Endnutzer, die bereit sind, auf einen KI-PC umzusteigen, im Jahr 2025 zahlreiche neue Modelle präsentiert, darunter herausragende Geräte von HP, Lenovo, Dell und Microsoft.
KI-Agenten und Tools zu ihrer Verwaltung
Die KI-Branche in den USA erlebte Anfang 2025 ein böses Erwachen, als das chinesische KI-Labor DeepSeek die Märkte mit einem Modell erschütterte, das genauso leistungsfähig schien wie die Modelle amerikanischer Anbieter, aber nur einen Bruchteil der Kosten verursachte.
Die amerikanischen KI-Anbieter haben daraufhin mit einer Flut von KI-Fortschritten in allen Dienstleistungsbereichen und Anwendungen reagiert. Die Popularität zweier offener Protokolle in diesem Jahr – Anthropics Model Context Protocol (MCP, veröffentlicht im November 2024, dessen Verbreitung sich jedoch in diesem Jahr beschleunigt hat) und Googles Agent2Agent (A2A, veröffentlicht im April 2025) – standardisierte die Kommunikation zwischen KI-Agenten und erhöhte die Interoperabilität von KI-Systemen, was ein wichtiger Faktor für Innovationen im Laufe des Jahres war.
Mehrere Lösungsanbieter haben CRN 2025 mitgeteilt, dass die KI-Entwicklungen so schnell und umfangreich sind, dass es schwierig sein könnte, mit den Veröffentlichungen und Schulungen zu den neuen Angeboten Schritt zu halten. Einige Kunden berichteten sogar, dass sie ihre KI-Investitionen möglicherweise zurückstellen, um abzuwarten, bis sich die Lage beruhigt habe.
Neue und aktualisierte KI-gestützte virtuelle Assistenzprodukte kamen von Zoom, Microsoft, Red Hat, Omnissa, Cisco, Ericsson und sogar von Lösungsanbietern wie NWN, die die Interaktion zwischen Mensch und KI auf eine neue Ebene gebracht haben, um Produktivitätssteigerungen zu erzielen und manuelle Arbeit zu eliminieren.
IBM, Microsoft, ServiceNow, TD Synnex, Google, Salesforce, Palo Alto Networks, Boomi, Okta, SailPoint und Snyk gehörten zu den Anbietern, die ihre technischen Fähigkeiten darauf konzentrierten, die in Unternehmen auftauchenden KI-Agenten (die im Namen ihrer menschlichen Benutzer Maßnahmen ergreifen) besser zu koordinieren, zu steuern und zu verwalten, um eine unkontrollierte Ausbreitung, unerwünschten Datenzugriff und Schatten-IT zu verhindern.
Lösungsanbieter wie DXC Technology haben ebenfalls Produkte zur Agent-Orchestrierung auf den Markt gebracht – vielleicht ein Zeichen dafür, dass die besten Lösungsanbieter im KI-Zeitalter die Technologie nutzen werden, um ihr eigenes geistiges Eigentum zu schaffen und gleichzeitig als vertrauenswürdige Berater für ihre Kunden zu fungieren.
Microsoft und OpenAI trennen sich
Im Oktober haben Microsoft und OpenAI ihre Vereinbarung überarbeitet, um dem Technologieriesen und dem Hersteller von ChatGPT, dessen Modelle einige der KI-Anwendungen und -Dienste von Microsoft unterstützen, mehr Freiheit zu gewähren.
Die Änderungen ihrer Vereinbarung umfassten:
• OpenAI hat die Möglichkeit, Kunden der US-Regierung im Bereich der nationalen Sicherheit unabhängig vom Cloud-Anbieter API-Zugriff zu gewähren.
• Microsoft verfolgt die Entwicklung künstlicher allgemeiner Intelligenz allein oder mit Dritten.
• OpenAI hat die Möglichkeit, Produkte mit Dritten zu entwickeln, wobei Nicht-API-Produkte auf jedem Cloud-Anbieter bereitgestellt werden können.
Satya Nadella, Vorsitzender und CEO von Microsoft, kommentierte die neue Vereinbarung öffentlich mit dem Hinweis, sie würde "mehr Sicherheit" schaffen in Bezug auf die Beziehung der Unternehmen im Bereich des geistigen Eigentums.
Die neue Vereinbarung markiert "das nächste Kapitel in einer der erfolgreichsten Partnerschaften und Investitionen, die unsere Branche je gesehen hat", so der CEO. Microsoft hat mit seiner Investition in OpenAI das Zehnfache zurückerhalten. Im Gegenzug hat OpenAI Azure-Dienste im Wert von zusätzlich 250 Milliarden US-Dollar in Auftrag gegeben. "Dies ist ein großer Meilenstein für beide Unternehmen", sagte Nadella. "Wir profitieren weiterhin gegenseitig vom Wachstum des anderen in mehreren Dimensionen."
Die wachsende Akzeptanz von KI-Anwendungen und -Diensten verhalf Microsoft im Juli dazu, als zweites Unternehmen in der Geschichte eine Marktkapitalisierung von 4 Billionen US-Dollar zu erreichen.
Sorge um KI-Blase
Diskussionen und Bedenken darüber, ob sich die KI-Branche in einer Blase befindet und ob diese Blase in naher Zukunft platzen wird, haben in den letzten Monaten deutlich zugenommen. Der im August veröffentlichte Bericht des Massachusetts Institute of Technology, wonach 95 Prozent der Unternehmen keine Rendite aus ihren Investitionen in generative KI erzielen, wurde daraufhin immer wieder zitiert, unter anderem in Gewinnbekanntgaben und in Keynotes von Führungskräften von Salesforce und Microsoft. Die gewaltige Resonanz ignorierte die Faken, dass sich die MIT-Studie lediglich auf 52 strukturierte Interviews mit Unternehmensakteuren stützt, eine systematische Analyse von mehr als 300 öffentlichen KI-Initiativen und Ankündigungen sowie Umfragen unter 153 Führungskräften.
Kritiker und Mahner einer KI-Blase machen auf sogenannte "Circular Deals" aufmerksam, bei denen eine kleine Gruppe von KI-Chip-Anbietern, Modellherstellern und Cloud-Computing-Anbietern miteinander Geschäfte macht und die Investitionen der anderen nutzt, um deren Produkte zu kaufen. Sie kritisieren vor allem das undurchdringliche Geflecht von gegenseitigen Abhängigkeiten, die mit den vielen Geschäftsvereinbarungen zusammenhängen.
Zu diesen Geschäften gehören:
• Nvidia investiert 100 Milliarden Dollar in OpenAI, das Nvidia-GPUs kauft.
• AMD gewährt OpenAI eine Option auf einen Anteil von 10 Prozent an AMD, während OpenAI Chips von AMD kauft.
• OpenAI zahlt Oracle 300 Milliarden Dollar für die Computerinfrastruktur für fünf Jahre, während Oracle Nvidia 40 Milliarden Dollar für Chips zahlt, um ein Rechenzentrum für OpenAI aufzubauen – und das alles, während der Finanzier des Deals, Softbank, einen Anteil von 3 Milliarden Dollar an Nvidia hält.
• OpenAI zahlt CoreWeave 22 Milliarden Dollar für die Nutzung des Rechenzentrums, nachdem es zuvor 350 Millionen Dollar an Eigenkapital von CoreWeave erhalten hatte, bevor dieses an die Börse ging.
• CoreWeave bezahlt Nvidia für GPUs, die es an Kunden vermietet, während Nvidia CoreWeave 6,3 Milliarden Dollar für unverkaufte Cloud-Computing-Kapazitäten bis 2032 zahlt – während Nvidia einen Anteil von 7 Prozent an CoreWeave hält.
Ein Bericht der Harvard University vom Oktober führt diese zirkulären Geschäfte auf das schiere Volumen an Investitionskapital und Rechenleistung zurück, das erforderlich ist, um die Nachfrage nach KI und die Chancen der KI zu bedienen. Ein Mangel an tatsächlicher Verbrauchernachfrage am Ende der Geschäftsabschlüsse würde letztendlich zum Platzen der Blase führen.
Technologieexperten wie Jensen Huang, CEO von Nvidia, Arvind Krishna, CEO von IBM, und Gina Mastantuono, Präsidentin und CFO von ServiceNow, weisen weiterhin Befürchtungen hinsichtlich einer KI-Blase zurück.
Huang betonte im November, dass KI "einen Wendepunkt erreicht hat und bestehende Anwendungen transformiert, während sie völlig neue Anwendungen für bestehende Anwendungen ermöglicht" und "das klassische maschinelle Lernen in Suchrankings, Empfehlungssystemen, Anzeigenausrichtung, Klick-Prognosen und Inhaltsmoderation ersetzt".
Der KI-Bereich habe weiterhin Wachstumspotenzial, so Huang, der auf physische KI und damit Robotic als kommende Welle in diesem Bereich hinwies.
Im Oktober widersprach IBM-Chef Krishna den Spekulationen über eine Blase und wies darauf hin, dass sich der Ansturm auf die Glasfaserinfrastruktur rund um die Dotcom-Blase im Jahr 2000 auch heute noch auszahle, selbst wenn diese Unternehmen einen Rückgang der Investitionen auf dem öffentlichen Markt verzeichneten.
"Ich glaube nicht, dass wir uns in einer Blase befinden", sagte Krishna. "Wenn etwas teuer ist, kann es bei einer begrenzten Anzahl zu einer Korrektur kommen, aber nicht auf dem gesamten Markt. Eine Blase bedeutet, dass es zu einem Crash kommt und sich die Dinge dann um etwa vier, fünf, sieben Jahre zurückentwickeln. Und das bedeutet, dass es so lange dauert, bis man wieder aus dieser Situation herauskommt."
Ein Bericht von J.P. Morgan vom Oktober stimmte mit Krishnas Einschätzung überein und stellte fest, dass Hyperscaler im Vergleich zu den Dotcom-Unternehmen, die ihren Ausbau hauptsächlich mit Fremdkapital finanzierten, über gesunde freie Cashflows und robuste Margen verfügen und dass die Nachfrage nach KI weiterhin das Angebot übersteigt.
Die Auslastung der Rechenzentren liegt bei etwa 80 Prozent, während in der Blütezeit der Dotcom-Ära nur etwa 7 Prozent des Glasfasernetzes genutzt wurden, so der Bericht.
Krishna bezeichnete KI als größer als das Internet, wobei sich Investitionen in diese Technologie in Zukunft auszahlen würden – wenn auch nicht in unmittelbarer Zukunft.
Mastantuono, Finanzchefin bei ServiceNow, erklärte gegenüber CRN im Oktober, dass ServiceNow KI in seine Arbeitsweise integriert und dadurch bedeutende Produktivitätsvorteile durch die Verkürzung der Aufgabenbearbeitungszeiten erzielt. "Das ist keine Blase", sagte sie. "Das ist eine Revolution."
Der Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com. Er wurde von CRN Deutschland ergänzt.
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