Neue KI-Plattform von Netgo und Tobit: "Professionelle KI-Integration statt Abhängigkeit von Hyperscalern"
Seine Anwendungen waren digitalsouverän, als es den Begriff noch gar nicht gab und die USA fest zu Europa stand. Tobias Groten hat seinem Sohn Ludwig bei Tobit Software noch mehr Verantwortung gegeben. Der 29-Jahrige startet seine Geschäftsführer-Karriere mit einem ehrgeizigen Projekt - gemeinsam mit Systemhaus Netgo.
Zwei IT-Häuser aus dem deutschen Mittelstand mit jeweils einer langen Historie und viel Technologieerfahrung haben sich in einer Entwicklungspartnerschaft zusammengeschlossen, um ein Problem bei vielen Unternehmen vor allem aus Mittelstand zu lösen: Orientierung im Wildwuchs der KI-Tools gegen, praxisnahe Lösungen mit klarem ROI anbieten, Datensicherheit und Datenhoheit in der neuen "Netgo Application Platform – AI" sicherstellen, also Entwicklung und Betrieb "Made in Germany" garantieren. Schluss mit Theorie und Experimenten, womöglich mit so gefährlichen wie Opencloud. Rein in den produktiven KI-Betrieb, so die Botschaft der Partnerunternehmen. Sie gaben am Mittwoch den Startschuss für Netgo Application Platform – AI.
Die Lösung basiert auf der Application Delivery Platform, die künftig unter dem Namen Netgo Application Platform (Netgo AP) geführt wird. Über diese Plattform werden Anwendungen zentral bereitgestellt, betrieben und kontinuierlich weiterentwickelt. Netgo AP kann auf Greenlake von HPE basieren, die Cloud-Infrastruktur des US-Herstellers stellt Netgo auf Kundenwusch auch als On-Prem-Variante bereit.
Integration Tobis KI-Plattform Sidekick in Netgo AP
Technologiepartner Tobit steuert mit seiner KI-Plattform Sidekick wichtige Bausteine zu Netgo AP bei. Die Integration von erfolge nicht als isoliertes Tool. Sondern ist vielmehr ein "flexibles KI-Ökosystem, das sich nahtlos in bestehende Prozesse integriert – von intelligentem Kunden-Support über interne Assistenzsysteme bis hin zu automatisierten Workflows und Gesprächsprotokollen", gegen die Unternehmen bekannt.
Wesentliche Voraussetzung der Partnerschaft war und ist, wie Johannes Böttcher, Product Lead Netgo Software es beschreibt: "Netgo und Tobit ticken sehr ähnlich – pragmatisch, innovationsgetrieben und mit tiefem Technologieverständnis". Gemeinsam "denken wir KI konsequent vom konkreten Use Case her. So entstehen keine KI-Demos, sondern praxisnahe Lösungen, die im Mittelstand wirklich funktionieren und messbaren Mehrwert liefern".
KI muss Ergebnisse liefen: Diese Erkenntnis, bei Entscheidern im deutschen Mittelstand schon immer vorhanden, ist nun auch in der IT-Industrie angekommen und wird intensiv auch in den USA diskutiert.
Vorteil der engen Verzahnung der Netgo AP und Tobit Sidekick: Applikationen, Geschäftsprozesse und KI-gestützte Assistenten arbeiten "nahtlos zusammen", so Netgo. "Unternehmen profitieren von KI, die nicht in separaten Tools oder Silos betrieben werden muss, sondern direkt in die bestehende Prozessautomatisierung integriert ist und dort nachhaltig Mehrwert schafft".
Kein "AI Tool-Wildwuchs"
Netgo Application Platform – AI verfolgt einen ganzheitlichen Service-Ansatz: von der Identifikation und Priorisierung konkreter KI-Use Cases über den Betrieb als Managed Service bis hin zu Weiterentwicklungen. "KI-Projekte scheitern nicht an der Technologie, sondern fast immer an fehlender kontinuierlicher Betreuung. Unternehmen mangelt es nicht an Tools, sondern oft fehlt ein verlässlicher Partner, der die KI-Einführung professionell umsetzen kann", sagt Matthias Nietz, Geschäftsführer der Netgo Software. Dem "AI Tool-Wildwuchs" tritt Nietz entscheiden entgegen. Das dürfte im Markt willkommen sein. Denn was IT-Sicherheitshersteller Trend Micro im Zusammenhang mit der ungebändigten KI Openclaw und ihrer unkontrollierten Verbreitung in Unternehmen (Stichwort Schatten-KI) festgestellt hat, ist besorgniserregend. "Ich habe noch nie erlebt, dass eine so unsichere Technologie so schnell so viel Aufmerksamkeit erlangt hat", sagt Trend Micro-Manager Udo Schneider.
KI aus Deutschland
Zu Investitionssicherheit und Modernisierung der IT gehört die Frage der Kunden nach dem Standort, wo Daten verarbeitet und analysiert werden. Netgo hat den Weckruf für digitale Souveränität gehört und reagiert mit einer Technologiepartnerschaft zu einem Softwarehaus, dass von einem 16-jährigen Schüler gegründet wurde, er immer noch Inhaber und CEO ist und in diesem Jahr das 40-jährige Firmenjubiläum feiert. Damit nicht genug: Tobias Grote hat das Glück, dass sein Sohn Ludwig in seine Fußstampfen tritt.
"Wir bündeln die Stärken zweier etablierter deutscher Unternehmen: Tobit mit fast 40 Jahren Erfahrung in Forschung und Entwicklung und Netgo als IT-Dienstleister mit tiefem Zugang zu Mittelstand und Enterprise-Kunden", sagt der vor wenigen Tagen erkannte Geschäftsführer der Tobit Software GmbH, Ludwig Groten. "Das Ergebnis ist professionelle KI-Integration statt Abhängigkeit von Hyperscalern", so der 29‑jährige Münsterländer Ludwig Groten.
Ludwig Grote wird seinen ersten großen öffentlichen Auftritt auf der KI‑Messe data.unplugged in Münster (26. und 27. März 2026) haben. Mit seiner Application Platform – AI geht Netgo auf "AI Unlocked Roadshow": Berlin (10. März), Köln (24. März) und Heilbronn (19. Mai).
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Tobit Software unter neuer Führung
Tobit Software GmbH erweitert ihre Geschäftsführung: Ludwig Groten übernimmt die Leitung des neu geschaffenen Bereichs Business Development. Der 29jährige Münsterländer arbeitet seit 2017 bei Tobit und war zuletzt Product Owner der KI-Plattform Sidekick. In dieser Rolle verantwortete er unter anderem den Einsatz der datenschutzkonformen Lösung im NRWPilotprojekt KIMADU und ist bei Partnern und Kunden fest verankert.
Ludwig Groten ist der Sohn des Unternehmensgründers Tobias Groten. Als Geschäftsführer Business Development soll der Junior die Marktposition der etablierten Lösungen Teamdavid und Sidekick weiter ausbauen, neue Vertriebswege entwickeln und zusätzliche Geschäftsfelder erschließen. "Wir haben Technologien, die echte Probleme lösen und am Markt erprobt sind. Meine Aufgabe ist es, daraus belastbare Geschäftsmodelle zu entwickeln", so Groten. Unterstützung erhält er von den Geschäftsführern Peter Sommer (Consulting) und Niko Schaten (Partnergeschäft).
Die erste Bewährungsprobe für Ludwig Groten folgt auf der KI-Messe data.unplugged in Münster (26. und 27. März 2026), wo er mit seinem Team in der Expo vertreten ist und als Speaker auftritt.
Tobit Software im Überblick
Tobit Software wurde 1986 von Tobias Groten im westfälischen Ahaus (Nordrhein Westfalen) gegründet. Der Firmenname leitet sich vom Vornamen des Gründers ab. Groten startete das Unternehmen bereits als Jugendlicher; noch vor der offiziellen Gründung entwickelte er Software für Heimcomputer wie den Atari ST sowie Anwendungen für Mailbox-Systeme und Datenübertragung. Der Fokus lag von Beginn an auf Kommunikationssoftware.
In den 1990erJahren gelang Tobit der Durchbruch mit Fax und Messaging-Lösungen sowie serverbasierter Kommunikationssoftware. Besonders prägend war das Produkt David, eine integrierte Messaging- und Groupware-Plattform für E-Mail, Fax, Voice, SMS und Groupware-Funktionen. Damit zählte Tobit zu den frühen Anbietern von Unified Messaging im deutschsprachigen Raum.
Bis heute ist Tobit inhabergeführt und unabhängig. Die operative Gesellschaft ist eine Tochter der Tobit Laboratories AG, an der Tobias Groten die Anteile hält und weiterhin als CEO fungiert. In Ahaus unterhält Tobit einen eigenen Campus.
Über klassische Business-Kommunikation hinaus erweiterte Tobit sein Portfolio um mobile, cloudbasierte und plattformorientierte Ansätze. Bekannt ist das Unternehmen heute unter anderem für das digitale Betriebssystem Chayns. Zudem nutzt Tobit seinen Heimatort Ahaus als Reallabor für digitale Anwendungen – etwa für Bezahlsysteme, Gastronomie, Event und Stadt-Services – und positioniert die Stadt damit als eine der digitalisiertesten Kleinstädte Deutschlands.
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