Netgo holt Transformationsexperten für den Vertrieb in die Geschäftsführung
Sein Einstieg bei Netgo fühle sich an wie "ein logischer nächster Schritt", sagt Felix Kusch, neuer Chief Commercial Officer beim Systemhaus. Der 40.-jährige Manager hat in anderen Branchen gelernt, wie man Vertrieb über Marktplätze skaliert. Dass ein frischer Blick auf die IT-Service-Branche viele neue Impulse setzen kann, zeigt sein Geschäftsführer-Kollege Sven Fürth bei Netgo.
Man hätte erwarten können, dass eine neue Personalie von Netgo einem neuen CEO gilt, der die Vakanz beendet und die 1.400 Beschäftigen des Systemhauses führt. Seit mehr als einem halben Jahr nach dem überraschenden Ausstieg von Jacques Diaz im Sommer 2025, Systemhausurgestein und bestens vernetzt in der Branche, ist der CEO-Posten unbesetzt. Und er bleibt es wohl auch noch länger. Warum? Zwei Gründe könnten dafür sprechen.
Offenbar hat Waterland, der Private Equity-Investor bei Netgo, beste Erfahrungen gemacht mit Top-Managern, die nicht aus der IT-Branche kommen, die zudem noch jung, bestens ausgebildet sind und sich sehr schnell in ein neues Metier einarbeiten können. Wie CFO Sven Fürth, der, kaum als Finanz-Chef bei Netgo eingestiegen, auch CEO-Aufgaben wahrnehmen musste und weiterhin ausübt.
Der promovierte Betriebswirt ist 2025 nach vielen Jahren in der Pharmabranche ins Systemhaus-Business eingestiegen und war eigentlich für den CFO-Posten bei Netgo vorgesehen. Den Job füllt der 39-Jährige natürlich auch aus, mehr noch aber: er treibt wichtige strategische Projekte voran.
Als CRN zuletzt mit Fürth vergangenen Dezember auf der HPE-Discover in Barcelona sprach, war er so informiert über die IT-Branche, wie wenn er schon immer dabei gewesen wäre. Mit HPE treibt Netgo das Cloud-Plattformgeschäft an, mit Softwarehersteller Tobis schloss Netgo Software vor kurzem eine enge KI-Partnerschaft. Für Netgo sind die Cloud- und KI-Plattformen, die gemeinsam mit Technologiepartnern auf die Beine gestellt wurden, die zukünftigen Säulen in einem Wachstumsmarkt.
Nun müssen die Lösungen auf die Straße gebracht werden, sprich in den Vertrieb. Und zwar gruppenweit über die mehr als 20 bundesweiten Standorte. "Vertriebsprozesse stärker harmonisieren" will die in den letzten Jahren durch viele Zukäufe von IT-Dienstleistern gewachsene Systemhausgruppe. Rund 380 Mio. Euro Umsatz gibt Netgo für 2024 an.
Transformation Medien, Immobilien, jetzt IT - "logischer nächster Schritt"
Das wird die Aufgabe von Felix Kusch sein, neuer Chief Commercial Officer beim Systemhaus. Neben Fürth ist er der zweite Geschäftsführer der Netgo-Gruppe. Er wird die strategische und operative Verantwortung für die Vertriebsorganisation bei Netgo tragen. Sein Ziel: "Die Marktpräsenz weiter auszubauen, Vertriebsprozesse stärker zu harmonisieren und zusätzliche Wachstumspotenziale zu erschließen", so Netgo. Kusch folgt auf Michael Gericks, der nach 7 Jahren bei Also Ende 2021 zu Netgo wechselte, zunächst als CCO, ab 2024 wurde der heute 40-Jährige Geschäftsführer der Region West.
Felix Kusch ist ebenfalls 40 Jahre alt. Er hat für die AVIV Group gearbeitet, einem großen digitalen Immobilien-Tech-Unternehmen in Europa (u.a. Immowelt in Deutschland, Immoweb Belgien, dessen CEO er war) und Israel. AVIV betreibt Homeday, ein Portal, das die Transaktionen von Immobilien schneller und effizienter macht. Die Investoren KKR und CPP Investments sind Eigner von AVIV. Nach seinem Engagement bei AVIV hat Kraus Investoren beraten und dort weitergemacht, wo er 2015 bis 2021 bei der Investmentgesellschaft Axel Springer die M&A-Aktivitäten leitete.
Medienbranche, dann Immobilien, jetzt IT-Services: Die verbindende Klammer bei Kraus war stets und ist es jetzt bei Netgo auch wieder, die Transformation traditioneller Geschäftsmodell ins Digitale zu begleiten, alte Strukturen aufzubrechen und neue, auch mit neuen Köpfen zu besetzende Prozesse aufzusetzen.
Insofern versteht man es, wenn Kusch den Einstieg bei Netgo als "logischer nächster Schritt" in seiner Karriere sieht. "Als führender IT-Dienstleister mit über 1.400 engagierten Kollegen agieren wir an der Schnittstelle zwischen Angeboten für den digitalen Arbeitsplatz, Cloud- und Datenstrategie sowie maßgeschneiderten IT-Lösungen einschließlich KI", kommentiert Kusch auf Linkedin. Netgo ist für ihn "fantastisches Innovationskraftwerk".
Kusch ist außerdem vielseitig interessiert. In Oxford hat er seinen Bachelor in Philosophie, Politik und Wirtschaft gemacht, seinen Master in Wirtschaftswissenshaft absolvierte er in der University College London. Seine Muttersprachen sind deutsch und englisch, französisch spricht der geborene Rheinländer fließend.
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