Börsenschock verdaut: Gewinnsprung bei Also – KI treibt Umsatz

Das Cloud-Geschäft boomt nach wie vor, Nachfrage nach Infrastruktur für Rechenzentren ist hoch, die Margen in allen Sparten von Also steigen: Der Distributor legt im ersten Halbjahr deutlich zu, der operative Gewinn macht einen Sprung um 61 Prozent. Dennoch bleibt CEO Wolfgang Krainz bei der Prognose vorsichtig.

Das Geschäft bei Also läuft gut, dennoch hebt CEO Wolfgang Krainz die Gewinnprognose für 2026 nicht an. "Über den weiteren Ausblick werden wir anlässlich eines Investorenevents im vierten Quartal berichten", so der Manager. (Foto: CRN)

Also-Chef Wolfgang Krainz bleibt bei seiner Jahresprognose: Der Gewinn vor Steuern und Abschreibungen 2026 wird unverändert zwischen 300 Mio. und 340 Mio. Euro taxiert. Für diese Prognose Mitte Februar wurde die Also-Aktie noch abgestraft und hatte rund 30 Prozent auf knapp 130 Schweizer Franken je Anteilsschein verloren – der höchste Einbruch der Also-Papiere. Die mittelfristige Aussicht - unter Berücksichtigung eventueller Akquisitionen - hatte der CEO Mitte Februar dieses Jahres auf 425 Mio. bis 525 Mio. Euro festgelegt.

Die Also-Aktie hat den drastischen Rückgang vom 17. Februar 2026 jedoch wieder vollständig wettgemacht und ging am Montagabend bei 205,50 Franken aus dem Handel der Börse Zürich.

"Für das zweite Halbjahr bleibt die Visibilität aufgrund geopolitischer Entwicklungen sowie der begrenzten Vorhersehbarkeit von Nachfrage-, Preis- und Investitionsentwicklung eingeschränkt", teilt Also heute am Dienstag vor Börsenbeginn mit. Mittelfristig sieht der Distributor "unverändert attraktive Wachstumsperspektiven."

Der Distributor schließt das erste Halbjahr 2026 mit einem Umsatzplus von 21 Prozent auf 8,3 Mrd. Euro ab. Vor allem steigender Rechenbedarf, wachsende Datenmengen und der zunehmenden KI-Einsatz treiben den Umsatz. Also meldet unter Bezugnahme auf Zahlen von Context Marktanteilsgewinne im Commercial- und auch im ansonsten schwächeren Consumer-Geschäft.

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"Besonders dynamisch" entwickelt sich das Cloud-Geschäft: Der Umsatz steigt auf 1.1 Mrd. Euro – ein Plus von 31 Prozent. Die rund 6 Mio. Nutzer (plus 6 Prozent) auf den Plattformen des Distributors geben immer mehr Geld aus, die "Monetarisierung" je Nutzer sei um 12 Prozent gestiegen, teilt Also im Halbjahresbericht mit.

In allen drei Sparten (Produktgeschäft, Cloud-Plattformen, Dienstleistungen für den Channel) habe Also "höhere Margen und Produktivitätsverbesserungen zur Steigerung des EBITDAs" erreicht. "Durch die konsequente Umsetzung von Operational-Excellence-Initiativen, Optimierungen in der Logistik und Effizienzsteigerungen in der Organisation konnten zusätzliche Kosteneinsparungen erzielt werden. Dadurch verbesserte sich die EBITDA-Marge um 2 Prozent."

Integration Auslandsgesellschaften "läuft nach Plan"

Die Integration der durch die Übernahme des britischen Distributors Westcoast hinzugekommenen Gesellschaften in UK, Irland und Frankreich sowie in Italien in den Also-Konzern laufen "weiterhin nach Plan". Sie würden "zusätzliche Wertbeiträge" erschließen. Außerdem bestätigte Also, weitere Übernahmen zu "prüfen".

Trotz Komponentenkrise habe Also im ersten Halbjahr 2026 "weiterhin hohe Lieferfähigkeit" gezeigt. Die "solide Finanzierungsbasis gäbe Also "die finanzielle Flexibilität, weiteres Wachstum zu finanzieren."

Die IT-Industrie böte laut CEO Wolfgang Krainz "dank kontinuierlicher Innovationszyklen attraktive Wachstumschancen". Der Manager sieht Also dafür bestens aufgestellt: "Die getätigten Investitionen in unser Ökosystem, unsere Plattformen sowie unsere operative Exzellenz haben die Grundlage für die profitable Skalierung von Wachstum geschaffen, um so nachhaltigen Mehrwert für unsere Partner und Aktionäre zu generieren."

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