Whitelabel und reiner Channel-Vertrieb: VoiP-Spezialist EDNT gründet acall
High-End-Telefonanlagen auf Open-Source-Basis ist für das familiengeführte IT-Systemhaus EDNT kein Neuland, der Vertrieb über Partner auch nicht. Doch die Doppelrolle war schwierig. Die ist nun beseitigt und eine Struktur geschaffen, "die der Channel dafür braucht", so Geschäftsführer Lucas Knapp.
Es brauchte einige Jahre und Anläufe bis EDNT aus dem hessischen Bensheim den Channel als Vertriebsweg für seine selbstentwickelte Cloud-Telefonie erkannt hat. Man hat sich in fast 40 Jahren ein tiefes Know-how bei IT- und TK-Lösungen angeeignet, die Grundlagen geschaffen für souveräne Private-Cloud- und Open-Source-Infrastrukturen mit Proxmox, Ceph, OPNsense und FreeSWITCH, um Kunden Managed Services und VoIP-Telefonie anzubieten. Jetzt, wo viele Kunden auf digitale Souveränität achten, stehen die Chancen gut, dass es mit dem flächendeckenden Vertrieb von High-End-Telefonanlagen auf Open-Source-Basis über den Channel richtig losgeht. Eine wichtige interne Änderung hat Geschäftsführer Lucas Knapp nun vollzogen: Die Ausgründung des VoiP-Geschäfts in die eigenständige Gesellschaft acall.
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Der Spin off sei ein "Verwaltungsakt, sondern das strukturelle Einlösen des Channel Versprechens: Wir gründen kein Startup aus, wir verselbstständigen ein Produkt, das seit Jahren im Markt ist – jetzt mit der Struktur, die der Channel dafür braucht", sagt Lucas Knapp. Der erste Eintritt in der Channel über TK-Distributor Herweck hat nicht geklappt, nun nimmt Lucas Knapp, der von Vater und Gründer Karlheinz Knapp die Unternehmensführung übernommen hatte, den Channel-Vertrieb unter acall Technologies GmbH in die eigene Hand. Im vergangenen Mai folgte die Eintragung ins Handelsregister und Umfirmierung einer bestehenden Gesellschaft.
VoIP Toolbox für Partner und Whitelable auf Open Source-Basis
Statt eines "klassischen Partnerprogramms" bietet acall Partnern eine VoIP-Toolbox, mit der sie ihre eigene Telefonie-Plattform betreiben und unter eigener Marke auftreten können. Kein Verkauf von Nebenstellen, keine Festlegung auf Sprachkanäle aus der Plattform eines TK-Anbieters, kein Vendor Lock, keine Abhängigkeit von "einer fremden Roadmap", so acall. Partner erreichten "100 Prozent Datensouveränität", weil der Betrieb in ihrer eigenen Infrastruktur erfolge. Auf Wunsch bietet acall fertige Infrastrukturen an und übernimmt das Hosting. Für den Telefoniebetrieb würden keine Lizenzgebühren anfallen, die Marge bleibe beim Partner, ebenso die Kundenbeziehung, und zwar "vollständig", so der Anbieter der VoiP-Lösung rein für den Channel.
"Systemhäuser haben jahrelang gelernt, fremde Produkte zu verkaufen. Wir geben ihnen die Mittel, wieder eigene zu bauen", sagt Karlheinz Knapp, der zusammen mit Junior Lucas die Geschäfte bei acall führt.
Zum Angebot gehören neben der Cloud-Telefonanlage, Softphones für Windows, macOS, Linux, iOS und Android, ein Session Border Controller für eigenes SIP-Trunking, ein Microsoft-Teams-Connector sowie Schnittstellen zur Integration weiterer Anwendungen wie Datev-Connector für Steuerberater.
Partner würden die Telefonanlage "komplett kostenfrei" erhalten. Kostenpflichtige Services sein unter anderem Softphones, Hosting, Akademie und Schulungen, SLAs und Support, REST API sowie LDAP-Adressverwaltung.
"Erprobte Betriebspraxis"
Die Technologie laufe im eigenen, DSGVO konformen Rechenzentrum im Produktivbetrieb für reale Kunden. Die Innovationskraft der zugrunde liegenden Entwicklung sei "öffentlich anerkannt". Eine Behörde des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt habe die Forschungs- und Entwicklungsarbeit als "besonders innovativ bewertet und im Rahmen einer staatlichen Förderung unterstützt", heißt es. "Es handelt also sich nicht um ein Startup mit Folien, sondern um erprobte Betriebspraxis", betont Lucas Knapp.
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