Qualcomm holt Top-Manager von Lenovo
Der Chipentwickler verpflichtet den langjährigen Chef der seit 2014 zu Lenovo gehörenden Smartphone-Sparte Motorola, Sergio Buniac. Er soll Qualcomm beim laufenden Diversifizierungs-Vorstoß helfen, mit dem er seine Chipsätze in neuen Produktsegmenten von PCs und Rechenzentren bis hin zu Robotik und Netzwerktechnik verankern will.
Qualcomm teilte am Donnerstag mit, den früheren Präsidenten von Lenovos Motorola-Sparte verpflichtet zu haben. Er soll künftig das Geschäft mit Chips für PCs, Smartphones und Mixed-Reality-Geräte führen, während das Unternehmen stärker auf den Channel setzt, um seine Umsätze breiter aufzustellen. Das Unternehmen erklärte, der Lenovo-Manager Sergio Buniac werde am 2. September als Executive Vice President und Group General Manager für Mobile, Compute und Personal AI starten. Zudem wird er für Chips zuständig sein, die in smarten Wearables sowie in einer von Qualcomm sogenannten "neuen Generation von KI-Geräten" eingesetzt werden.
Die Personalie erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Qualcomm unter neuer Vertriebsführung im Channel stärker gegen Intel und AMD antreten will, um seine bislang geringe Präsenz im PC-Markt auszubauen. Im Februar hatte der Chipentwickler dafür bereits den AMD-Manager Jason Banta als Leiter des weltweiten Compute-Vertriebs verpflichtet, nachdem in den vorangegangenen sechs Monaten zwei Channel-Verantwortliche für die Snapdragon-PC-Chips das Unternehmen verlassen hatten.
Partner sieht Potenzial für Qualcomm bei Edge-KI
Qualcomms PC-Initiative ist Teil eines breiteren Vorstoßes, mit dem das Unternehmen sein Geschäft über Chipsätze für mobile Geräte hinaus diversifizieren will, aus denen es heute den Großteil seines Umsatzes erzielt. Bis zum Geschäftsjahr 2029 erwartet Qualcomm, 40 Milliarden US-Dollar Umsatz mit Produkten für Rechenzentren, PCs, Roboter, Netzwerktechnik, Industriesysteme und Automotive zu erzielen.
Die Stärke des Unternehmens beim Energiemanagement, mit der es sich bei Smartphones einen Namen für besonders energieeffiziente Chips gemacht hat, könnte Qualcomm in diesen neuen Produktbereichen helfen – insbesondere mit Blick auf KI. Das sagt Christopher Cyr, CTO des in North Sioux City, South Dakota, ansässigen Qualcomm-Systemintegrationspartners Sterling Computers. "Sie mussten das mit Tablets schaffen. Sie mussten es mit Smartphones schaffen. Und angesichts all dieser neuen KI am Edge, dieser Edge-Geräte, denke ich, dass sie vor einer wirklich interessanten Neuausrichtung stehen", erklärte der Solution-Provider-Manager am Montag gegenüber CRN.
Buniac schließt Lücke nach Wechsel von Katouzian zu Intel
In seiner neuen Rolle bei Qualcomm schließt Buniac die Lücke, die Alex Katouzian hinterlassen hat. Der Manager, der 23 Jahre für das Unternehmen tätig war, verließ den Chipentwickler im Mai, um bei Intel die Führung der neu benannten Client Computing and Physical AI Group zu übernehmen. Wie zuvor Katouzian wird Buniac direkt an Qualcomm-CEO Cristiano Amon berichten und sich darauf konzentrieren, das Geschäft mit den Snapdragon-Plattformen des Chipentwicklers voranzutreiben – insbesondere im Zusammenhang mit Erlebnissen, die durch agentische KI ermöglicht werden, wie Qualcomm erklärte.
Buniac war viele Jahre Präsident von Lenovos Motorola-Geschäft mit mobilen Geräten. Im April änderte das Unternehmen seine Rolle und machte ihn zum Leiter der Lateinamerika-Sparte. Qualcomm will jedoch vor allem seine Erfahrung bei Motorola nutzen. "Sergio ist eine bewährte Führungskraft mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in der Mobilfunkbranche", lobte der CEO in einer Mitteilung. "Er kann eine starke Erfolgsbilanz bei der Förderung von Innovationen, der Transformation und dem Wachstum von Unternehmen sowie der Führung durch bedeutende Branchenumbrüche vorweisen", fügte er hinzu. "Sergio bringt außerdem Expertise darin mit, überzeugende Consumer-Geräte vom Design bis zur weltweiten Vermarktung zu entwickeln."
Ein Lenovo-Sprecher teilte CRN mit, das Unternehmen wünsche Buniac "alles Gute für sein nächstes Kapitel bei Qualcomm und freue sich darauf, unsere langjährige Partnerschaft fortzusetzen". "Wir verfügen über eine starke Führungsmannschaft, um auf unserer Dynamik aufzubauen und das weitere Wachstum unseres Full-Stack-Portfolios aus Geräten, Infrastruktur und Services voranzutreiben", so der Sprecher in einer per E-Mail übermittelten Stellungnahme.
Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.
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