Partnerbetreuung neu aufgestellt: Kaseya entlässt 5 Prozent der Belegschaft

Rund 250 der weltweit 5.000 Mitarbeitenden bei Kaseya erhalten zum Jahresanfang ihre Kündigung. Der Softwareanbieter stellt sich intern neu auf, weil man die Betreuung der MSPs verbessern will. Partner sind skeptisch und legen gegenüber CRN dar, worauf es ihnen ankommt.

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Der Jahresstart bei Kaseya beginnt mit einem Stellenabbau. Der in Miami beheimatete Anbieter von MSP-Softwarelösungen kündigte diese Woche an, 5 Prozent seiner weltzweiten Belegschaft abzubauen. Das wären rund 250 der laut Webseite Unternehmens 5.000 Beschäftigten. Begründung: man habe den "Marktzugangsansatz neugestaltet", damit könne man durch "intelligente, kundenorientierte Umsetzung und klarere Kundensegmentierung" Partner "besser betreuen". Der neuerliche Stellenabbau folgt auf die Entlassung von 200 Mitarbeitern im Oktober im Rahmen einer "fokussierten Investitionsstrategie", wie das Unternehmen damals mitteilte.

"Nach einem sehr starken Jahresende investiert Kaseya weiterhin erhebliche Ressourcen, um unseren Kunden heute einen enormen Mehrwert zu bieten und gleichzeitig die IT und Sicherheit für kleine und mittlere Unternehmen durch den Aufbau der intelligenten IT-Plattform der Zukunft zu transformieren", erklärte Xavier Gonzalez, Chief Communications Officer von Kaseya, in einer E-Mail gegenüber CRN USA.

"Wir haben im vergangenen Jahr erhebliche zusätzliche Investitionen in Forschung und Entwicklung getätigt, die sich bereits in einer hohen Produktqualität für unsere Kunden und einer schnelleren Innovationsgeschwindigkeit niedergeschlagen haben. Wir investieren auch weiterhin in den Ausbau unserer internationalen Präsenz und die Verbesserung des Kundenerlebnisses, einschließlich der Einstellung von leitenden Vertriebsmitarbeitern und anderen Funktionen im Bereich GTM. Unser Unternehmen setzt seine fokussierte Transformation fort, um uns im Zuge unserer Expansion effektiver, effizienter und besser auf die Realität unserer Kunden auszurichten", teilte Gonzalez ferner mit.

Zum neuen Go-to-Market-Ansatz erklärte er, dass die nun nach Kundensegmenten organisierten Account-Management-Teams von Kaseya "noch enger mit unseren technischen Spezialisten und Customer-Success-Teams zusammenarbeiten". Dies seien "interne Veränderungen, die darauf abzielen, unser Team effizienter, reaktionsschneller und besser auf die Kundenbedürfnisse abzustimmen".

"Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen und wurde nicht leichtfertig getroffen. Wir sind den betroffenen Mitarbeitern für ihre Beiträge zu Kaseya sehr dankbar und wünschen ihnen für ihre Zukunft alles Gute. Diese Maßnahmen stellen sicher, dass unsere Mitarbeiterzahl, unsere Aufgabenbereiche und unser Betriebsmodell auf unsere fokussierte Investitionsstrategie und die Bereiche abgestimmt sind, die den größten Nutzen für unsere Kunden bringen", so Gonzalez.

Reaktionen der Partner

Antwine Jackson, Präsident und Gründer von Enitech mit Sitz in Raleigh, North Carolina, sagte, dass Personalabbau und interne Optimierungen für ein Unternehmen mit einem neuen CEO und entsprechenden Ambitionen "nicht unerwartet" kämen. CEO von Kaseya ist seit Juni vergangenes Jahr Rania Succar. Die Managerin folgte auf den langjährigen und legendären Kaseya-Chef Fred Voccola. Sie wolle Kaseya ein "freundlicheres" Gesicht verpassen, sagte sie im Oktober auf der Kaseya DattoCon-Konferenz, wo sie ihren ersten öffentlichen Auftritt vor MSPs hatte.

Jackson zufolge könnten Änderungen im Account Management die Partnererfahrung beeinträchtigen: langjährige Beziehungen schwächen, auf die viele MSPs für Support, Eskalation und strategische Beratung angewiesen seien, sagt er. "Für mich sind Beziehungen sehr wichtig. Meine Beziehung zu Kaseya basiert auf meiner Beziehung zu meinem Kundenbetreuer. Wenn Menschen enge Beziehungen zu ihrem Kundenbetreuungsteam haben, sind sie diejenigen, die am meisten darunter leiden werden, wenn die Betreuer nicht mehr da sind".

Enitech ist mittlerweile ein wichtiger MSP für Kaseya, ganz nach dem Geschmack des Anbieters hat sich das Unternehmen idealtypisch entwickelt. Denn Jackson verweist auf das Ausgabenwachstum seines Unternehmens: die monatlichen Ausgaben für Kaseya-Lösungen seien im Laufe der Zeit von etwa 500 Dollar auf 25.000 Dollar gestiegen sind. In dieser Zeit passierte ebenfalls ein Wandel: Die Kundenbetreuer wären "sorgfältig ausgetauscht worden", so Jackson. Wenn Kaseya hat Ziel habe, die Kundenerfahrung zu verbessern, "müssen sie mit dieser Veränderung sehr vorsichtig umgehen", sagt er.

Tim Guim, CEO von PCH Technologies aus Sewell, New Jersey, schließt sich Jacksons Meinung an. Er möchte keinen Verlust von Talenten sehen, "von Menschen, die schon lange in der MSP-Community sind und seit Jahren Partnern helfen". Er verstehe, dass Entlassungen eine notwendige Managemententscheidung sein können, betont aber, dass die Serviceorientierung hin zu Partnern intakt bleiben müsse. "Das ist für mich das Wichtigste", so Guim.

Der Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

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