Palo Alto Networks: Plattformisierung als Schlüssel für Frontier-KI

Die bevorstehende Beschleunigung von Cyberbedrohungen durch KI und agentische Technologien schafft einen enormen Bedarf an einer schnellen, eng integrierten Sicherheitsplattform – genau das bietet Palo Alto Networks nach Einschätzung eines führenden Palo-Alto-Partners in umfassender Form.

Dan Campbell, President North America Sales, Palo Alto Networks (Foto: CRN)

Das Aufkommen leistungsfähiger Frontier-KI-Modelle, die Schwachstellen aufspüren und ausnutzen können, verleiht der Plattformisierung in der Cybersicherheit einen weiteren massiven Schub. Viele Unternehmen erkennen laut Führungskräften von Palo Alto Networks, dass sie eine Sicherheitsplattform benötigen, die sich ebenso schnell bewegen kann, wie KI-gestützte Bedrohungen. Auf der Veranstaltung Ignite on Tour des Cybersicherheitsanbieters am Mittwoch in New York erklärten mehrere Führungskräfte wie etwa Dan Campbell (im Bild), President North America Sales bei Palo Alto Networks, gegenüber Partnern und Kunden, dass sich der Hersteller seit Jahren auf die Herausforderungen vorbereite, die durch die rasche Entdeckung von Softwarefehlern durch KI-gestützte Angreifer entstehen.

Dass die bevorstehende Beschleunigung KI-gestützter Cyberbedrohungen tatsächlich einen großen Bedarf an solchen schnellen, eng integrierten Sicherheitsplattformen schafft, steht außer Frage. Dass Palo Alto Networks genau das in umfassender Form bieten kann, bestätigte John Hurley von Optiv. "Ihr Fokus liegt auf Geschwindigkeit und darauf, größere Herausforderungen ihrer Kunden zu lösen – weil sie ein enger verzahntes Ökosystem auf Basis der Bausteine haben, die sie zusammenführen", sagte Hurley, CRO des in Denver ansässigen Palo-Alto-Networks-Partners Optiv, der Nummer 28 der CRN Solution Provider 500 für 2025. "Sie versuchen, den Bedrohungen einen Schritt voraus zu sein. Und ich denke, sie tun genau die richtigen Dinge, um das zu erreichen."

Hurley verwies auf jüngste Schritte von Palo Alto Networks, darunter die Einführung eines erweiterten Satzes an Funktionen für Identity Security Anfang dieses Monats, verbunden mit der Vorstellung eines neuen Namens für das Angebot: Idira. Das Idira-Angebot basiert auf der 25 Milliarden Dollar schweren Übernahme von CyberArk, die im Februar abgeschlossen wurde.

Idira ist nur eines der Beispiele dafür, wie Palo Alto Networks Silos zwischen Cybersicherheitswerkzeugen aufbrechen will, um die Sicherheitsergebnisse für Partner und Kunden deutlich zu verbessern, unterstrichen Führungskräfte des Unternehmens am Mittwoch. "Das ist der einzige Weg, wie wir den Maschinengeschwindigkeit voranaschreitenden Entwicklungen voraus bleiben können", konstatierte Campbell bei der Ignite-on-Tour-Veranstaltung in New York und erklärte: "Das Konzept der Plattformisierung bedeutet schlicht, dass wir die gesamte Integration rund um die verschiedenen Werkzeuge bereits erledigt haben."

Das ist nach seinen Worten besonders wichtig vor dem Hintergrund der jüngsten Enthüllungen über die Fähigkeiten von Frontier-KI-Modellen bei der Entdeckung von Schwachstellen. Dazu zählen das noch unveröffentlichte Modell Claude Mythos Preview von Anthropic, das Modell Opus 4.7 sowie OpenAIs GPT 5.5. Zwar haben sowohl Anthropic als auch OpenAI ihr Engagement gezeigt, einen Missbrauch ihrer Modelle zu verhindern. Doch die Existenz dieser Modelle deutet laut Sicherheitsexperten, die mit CRN sprachen, darauf hin, dass Bedrohungsakteure schon bald Wege finden dürften, ähnliche Fähigkeiten zu nutzen.

Egal, wie schnell Sie sind – "Sie sind nicht schnell genug"

Als ursprünglicher Teilnehmer an Anthropics selektiver Initiative Project Glasswing hatte Palo Alto Networks laut Campbell einen seltenen Grad an Zugang zum Modell Claude Mythos Preview. Das Unternehmen nutzte Mythos und andere Frontier-Modelle, darunter auch einige von OpenAI, um Code in seinen eigenen Produkten zu scannen – mit dem Ergebnis, dass das Unternehmen am 13. Mai 26 CVEs (Common Vulnerabilities and Exposures) veröffentlichte. Zum Vergleich: Üblicherweise veröffentlicht das Unternehmen im Rahmen seiner monatlichen Sicherheitsupdates fünf oder weniger CVEs für seine Produkte.

Die wichtigste Erkenntnis aus diesen bemerkenswerten Ergebnissen ist Campbell zufolge, dass sich alle schneller bewegen müssen, um ihre Systeme abzusichern. "Egal, wie schnell Sie Ihre Umgebung im Verhältnis zu KI-Modellen und agentischen Technologien absichern wollen – ich garantiere Ihnen: Sie sind nicht schnell genug", unterstrich er.

Gerade die Fähigkeit, über die heute genutzte Vielzahl von Werkzeugen und IT-Umgebungen hinweg Bedrohungen schnell zu erkennen und darauf zu reagieren, ist laut Campbell genau das, was Palo Alto Networks mit seinem Plattformisierungsansatz in den vergangenen Jahren vorangetrieben hat. Und weil Frontier-KI-Modelle besonders gut darin sind, Schwachstellen und Exploits auf neuartige Weise miteinander zu verknüpfen, wird die Geschwindigkeit der Erkennung und Reaktion – abhängig davon, wie gut die Systeme integriert sind – in hohem Maße die Cyber-Resilienz eines Unternehmens bestimmen, sagte er. Um das möglich zu machen, "haben wir diese Integration für Sie bereits erledigt", so Campbell.

Jahre der "Vorbereitung auf diesen Moment"

Trotz aller Sorgen über die potenziellen Auswirkungen von KI auf die Bedrohungslage gibt es gute Gründe, zuversichtlich zu sein, dass eine starke Cybersicherheitsposition weiterhin möglich ist. Insbesondere dann, wenn ein Unternehmen bereits auf Plattformisierung setzt, so Thomas O’Brien, President for Strategics East bei Palo Alto Networks. "Die gute Nachricht ist: Jeder in diesem Raum hat sich auf diesen Moment vorbereitet", zeigte sich O’Brien überzeugt. "Die Frontier-Modelle, die Entwicklung von Mythos, haben das Risiko verändert, dem wir alle gegenüberstehen."

Und dennoch: Auch wenn die Veränderung des Cyberrisikos durch Frontier-KI beispiellos ist, "bin ich optimistisch – weil wir bereit sind. Wir haben uns vorbereitet", führte er aus. "Wir haben uns vorbereitet. Es gibt 21.000 Mitarbeiter von Palo Alto Networks, die uns gemeinsam dabei helfen werden, die Herausforderungen der kommenden Monate zu bewältigen." Letztlich werde "alles, was wir getan haben, um uns auf diesen heutigen Moment vorzubereiten – Plattformen und Resilienz aufzubauen, Zero-Trust-Architekturen zu entwickeln –, uns helfen, diesen Frontier-Model-Moment zu überstehen", sagte O’Brien.

Entscheidend ist nach den Worten von Anar Desai, Vice President North America Channel Sales bei Palo Alto Networks, dass Palo Alto Networks fest entschlossen ist, gemeinsam mit seinen Lösungs- und Serviceprovider-Partnern den wachsenden Kundenbedarf angesichts von durch KI verstärkten Bedrohungen zu adressieren. Der Cybersicherheitsanbieter arbeitet laut Desai täglich mit Partnern daran, die Sicherheitsbereitschaft der Endkunden zu verbessern und entsprechende Maßnahmen zu "mobilisieren", wie er im Gespräch mit CRN erklärte. Die zentrale Frage laute häufig: "Welche Auswirkungen hat es, ein Verteidigungssystem aufbauen zu müssen, das mit Maschinen- und nicht mit Menschengeschwindigkeit arbeitet?"

Infolge dieses besonderen Moments im Markt werde sich die Rolle sowohl für Hersteller als auch für Partner verändern und weiterentwickeln – abhängig von der Dynamik dessen, was Kunden benötigen, sagte Desai. "Es wird ein gemeinsames Lernen zwischen Herstellern und Partnern geben, während sich alles weiterentwickelt."

"Eine starke Partnerschaft"

Ohne Zweifel findet die Idee, eine zentrale Sicherheitsplattform als Gegenmittel gegen das erhöhte Risiko KI-getriebener Bedrohungen einzusetzen, bei Kunden großen Anklang, bestätigte Hurley von Optiv. "Aus unserer Sicht ist das großartig – weil wir diese ganze Geschichte der Plattformisierung aufgreifen können und uns unsere starke Servicekompetenz im Vergleich zu Wettbewerbern in eine äußerst vorteilhafte Position bringt", führte er gegenüber CRN an.

Alles in allem markiere das Zeitalter der KI in der Sicherheit für Optiv lediglich das nächste Kapitel in der Zusammenarbeit mit Palo Alto Networks – und liefere noch mehr Gründe für eine enge Kooperation zum Nutzen der Sicherheit der Kunden, so Hurley. "Gemeinsam haben wir bei der Konzeption, Bereitstellung und erfolgreichen Implementierung von Palo-Alto-Networks-Architekturen sehr gute Arbeit geleistet", erläuterte er. "Wir stehen voll dahinter. Es ist eine starke Partnerschaft."

Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

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