OpenAI lockt weiteren Top-Channel-Manager von Google Cloud zu sich
OpenAI warb bereits einige Spitzenkräfte von Google Cloud ab. Auch Brian Kane, ehemaliger Leiter des globalen Partner-Development-Managements, wechselt nun von Google zum KI-Start-up OpenAI in eine Spitzenposition.
Google Cloud hat einen weiteren Manager mit globaler Verantwortung an OpenAI verloren. Brian Kane, der für die weltweite Partnerentwicklung und Business Agents wie Gemini zuständig war, hat den Hyperscaler verlassen. Mit Kanes Weggang wächst die Zahl der hochrangigen Google-Führungskräfte, die in diesem Jahr zu OpenAI gewechselt sind. Dazu zählen die Leiterin des globalen Partnerprogramms von Google Cloud, der Präsident von Wiz und ein Co-Leiter von Google Gemini.
"Ich war sehr gerne ein Googler und habe mich stets bemüht, so Google-typisch wie möglich zu sein", sagte Kane, der auch bei Amazon Web Services und Microsoft tätig war, kürzlich in einem LinkedIn-Beitrag.
Kane war in den vergangenen Jahren bei Google Cloud Leiter des globalen Partner Development Managements für Business Agents und das Plattform-Ökosystem. Er war für ein Portfolio von Technologiepartnern verantwortlich, das für Google-Cloud-Nutzung in Milliardenhöhe steht. Kane und sein Team haben KI-Dienste und Transaktionen über den Google Cloud Marketplace vorantrieb.
Laut seinem LinkedIn-Profil leitete Kane zudem eine Gruppe von Partnern, die Gemini-Enterprise-Lösungen und Gemini-Modelle für Agenten auf den Markt gebracht haben, sowie ein Team globaler Partner Development Manager.
"Ich freue mich, mitteilen zu können, dass ich als Mitglied des Go-to-Market-Teams zu OpenAI gewechselt bin", schrieb Kane auf LinkedIn. "Vielen Dank an das GTM-Team von OpenAI für den herzlichen Empfang." Kane war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
OpenAI holt Führungskräfte aus den Google-Cloud-Partnerprogrammen - startet sein erstes Partnerprogramm
In diesem Jahr verließ Colleen Kapase, Leiterin der globalen Partnerprogramme von Google Cloud, das Unternehmen und wechselte zu OpenAI. Darüber hinaus wechselte Philip Larson, Managing Director des Partner Network von Google Cloud, kürzlich zu OpenAI. Larson und Kapase waren maßgeblich an der Entwicklung und Einführung des neuen Partnerprogramms von Google Cloud, des Google Cloud Partner Network, beteiligt, das im Januar startete. Beide leiten nun das neu gestartete OpenAI Partner Network.
Channel auch in Deutschland
Auch in Deutschland baut OpenAI einen Channel auf. Zuständig ist seit Juni letzten Jahres Johannes Foertsch, Leiter Mittelstand OpenAI Germany. "Use-Case-Beratung, technische Integration, Governance und Change-Management, seien laut dem Manager die "vier Bausteine für erfolgreiches KI-Geschäft" der Partner. "Der Einstieg sollte sehr pragmatisch erfolgen: nicht mit abstrakten KI-Visionen, sondern mit klaren Kundenproblemen", so Foertsch. Beispiele aus dem Handwerk – mit zwei auf Instagram reichenweitenstarken, jungen Influencern - dienten als Blaupause für den praktischen Einsatz von ChatGPT.
OpenAI wirbt jedoch nicht nur Partnerverantwortliche von Google Cloud ab. Google tätigte in diesem Jahr mit dem Kauf des Cybersecurity-Schwergewichts Wiz für 32 Mrd. US-Dollar die größte Übernahme der Unternehmensgeschichte. Im vergangenen Monat stellte OpenAI den Präsidenten und COO von Wiz, Dali Rajic, ein. Als neuer globaler CRO soll er nun die weltweite Vertriebsorganisation von OpenAI leiten.
Eine weitere bedeutende Personalie bei OpenAI war der KI-Experte und Co-Leiter von Google Gemini, Noam Shazeer. Shazeer ist ein langjähriger Google-KI-Veteran, der Google 2021 verließ, um Character.AI zu leiten. 2024 zahlte Google Berichten zufolge 2,7 Mrd. Dollar, um Shazeer zusammen mit wichtigen Mitgliedern seines Character.AI-Teams und dessen Technologie zurückzuholen und Google Gemini zu stärken. Shazeer war Vice President of Engineering und Co-Leiter von Google Gemini, das direkt mit Unternehmen wie OpenAI konkurriert.
"OpenAI und andere greifen derzeit für Spitzenkräfte tief in die Tasche", sagte Sepehr Noorizadeh, Präsident des Lösungsanbieters BizCloud Experts. "Sie haben übrigens sehr tiefe Taschen."
Noorizadeh erwartet, dass die aufstrebenden KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI auf absehbare Zeit weiter in die Gewinnung bewährter Branchentalente investieren werden. "Ich denke, dass die Channel-Geschäfte von OpenAI und Anthropic weiter und weiter wachsen werden", sagte Noorizadeh. "Wir sehen viele Kunden, die als Nutzer von Claude oder GPT zu uns kommen und diese auf Cloud-Plattformen einsetzen."
Kanes Stationen bei AWS und Microsoft
Bevor Kane 2022 zu Google Cloud wechselte, war er mehr als zwei Jahre lang Leiter des globalen ISV-Partnermanagements beim Konkurrenten Amazon Web Services. Laut seinem LinkedIn-Profil wirkte er an der Leitung des weltweiten Co-Sellings mit Partnern mit und baute bei AWS ein Co-Sell Center of Excellence auf.
Von 2007 bis 2010 arbeitete Kane außerdem bei Microsoft als Presales Manager für Microsoft Cloud. Zudem war er Principal Global Product Manager für neue Technologien bei HP Inc., Director of Business Development für Softwarepartnerschaften beim Augmented-Reality-Unternehmen Magic Leap sowie Director of Business Development für Cloud und Software beim Virtual-Reality-Anbieter VIVE.
Kane erklärte seinerseits, dass ihm die Entscheidung, Google zu verlassen, schwergefallen sei. "Seit der Gründung von Google habe ich die Mission des Unternehmens und die unglaublichen Produkte, die dort entwickelt werden, immer bewundert. Google ist 'mitarbeiterbesessen' und kümmert sich um seine Googler wie nur wenige andere Unternehmen", sagte er. "Es ist eine schwierige Entscheidung, ein so außergewöhnliches Unternehmen wie Google zu verlassen."
Google Cloud meldete für das zweite Quartal 2026 einen Cloud-Gesamtumsatz von 24,8 Mrd. Dollar. Damit stieg der auf das Jahr hochgerechnete Umsatz auf 99 Mrd. Dollar.
Der Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com. Er wurde von CRN Deutschland ergänzt.
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