Nutanix-CEO: "Neue Kunden in beträchtlicher Zahl"

Die Partnerschaft mit AMD soll Nutanix Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe bringen und noch in diesem Jahr integrierte Produkte als Alternative zu den Nvidia-Stacks hervorbringen. So gestärkt will CEO Rajiv Ramaswami weitere VMware-Kunden von Broadcom abwerben, das mit seiner Strategie, Kunden so "stark wie möglich zu binden", für viele kein "langfristigen Partner" sei.

(Foto: CRN)

Nutanix-CEO Rajiv Ramaswami hat weitere Details zur neuen Partnerschaft mit AMD präsentiert, in deren Rahmen AMD 100 Millionen US-Dollar für Forschung und Entwicklung und weitere 150 Millionen US-Dollar in Nutanix-Aktien investiert. Außerdem äußerte er sich dazu, wie Broadcoms Großkunden-Strategie seinem Unternehmen hilft, ihnen weitere VMware-Kunden abzujagen. Gerade erst hat Broadcom angekündigt, nun auch in EMEA die Registered-Stufe samt einiger der darin agierenden Partner zu streichen.

"Broadcom konzentriert sich darauf, seine größten Kunden weiterhin zu schützen und versucht, die Leute so stark wie möglich an sich zu binden", setzte CEO Rajiv Ramaswami in einer Pressekonferenz nach der Bekanntgabe der Ergebnisse des zweiten Quartals an. "Die Menschen sehen Broadcom nicht unbedingt als langfristigen Partner", sagte er. "Im Großen und Ganzen verlieren sie Kunden ... Wir gewinnen weiterhin neue Kunden in beträchtlicher Zahl. Im letzten Quartal haben wir über 1.000 neue Kunden gewonnen. Unser AHV-Prozentsatz, also die Hypervisor-Adoption, erreichte einen Allzeithöchststand."

CRN hat Broadcom um eine Stellungnahme gebeten, aber bis Redaktionsschluss keine Antwort erhalten.

Nutanix-AMD-Lösung noch dieses Jahr

Dass Ramaswami sich gar so forsch nach vorne traute, lag wohl nicht zuletzt daran, dass Nutanix am Mittwoch eine wichtige neue Partnerschaft mit AMD vorgestellt hat, die Nutanix gleich zweierlei große Vorteile verspricht. Denn neben den genannten 250 Millionen Dollar Investitionen werden damit die Cloud- und Kubernetes-Plattformen von Nutanix mit AMDs Enterprise-AI-Software und beschleunigter Computing-Hardware integriert.

"Die Zielkundschaft sind echte Unternehmenskunden", erklärte Ramaswami im Hinblick auf die anvisierten Nutanix-AMD-Kunden und präzisierte: "Innerhalb dieser Unternehmenskundschaft sind es typischerweise Kunden aus stärker regulierten Branchen sowie solche, denen Souveränität wichtig ist und die ihre KI nah an ihren Daten betreiben möchten." Beide Partner wollen das mit Hochdruck umsetzen. Ramaswami kündigte an, eine erste solche Nutanix-AMD-"Lösung wird Ende dieses Jahres auf dem Markt sein".

Ein zweiter Punkt, der Nutanix beflügelt, sind die eigenen Geschäftsergebnisse. Im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2026 erzielte der Anbieter einen Umsatz von 723 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das Unternehmen aus Kalifornien meldete ein operatives Ergebnis von 189 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von 28 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) lag im zweiten Quartal 2026 bei 2,36 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Um sein Wachstum weiter voranzutreiben, hat Nutanix in den letzten Wochen und Monaten unter anderem seine Partner-Initiative hochgefahren sowie eine Partnerschaft mit Dell geschlossen, um seinen Nutanix AHV nativ in Dells Private Cloud zu bringen.

Das muss jeder Nutanix-Partner, Investor und Kunde laut Ramaswami über die Pläne mit AMD und den Wettbewerb mit VMware wissen (Zitate):

Broadcom: "Im Wesentlichen verlieren sie Kunden"

Wenn man sich Broadcom anschaut, konzentriert sich Broadcom darauf, seine größten Kunden weiterhin zu schützen und Menschen so stark wie möglich an sich zu binden.

Ich glaube nicht, dass sich hier viel geändert hat.

Wir nehmen uns weiterhin unseren Teil davon. Das sind die üblichen mehrjährigen Zyklen.

Es gibt beständig Leute, die Migrationen planen. In diesem Quartal hat einer der größten Vermögensverwalter der Welt – ein Unternehmen aus den Global 2000 – beschlossen, uns einzubinden und eine Migration [von Broadcom-VMware zu Nutanix] durchzuführen. Sie haben gerade damit begonnen. So etwas sehen wir jetzt häufig.

Die Menschen sehen Broadcom nicht unbedingt als langfristigen Partner.

Die Kunden befinden sich in unterschiedlichen Stadien. Manche sagen: 'Ich habe keine andere Wahl, ich bin für eine gewisse Zeit an sie gebunden.'

Andere sagen: 'Das mag sein, aber ich plane zu migrieren und möchte vor meiner nächsten Verlängerung wechseln.'

Das ist die Broadcom-Situation. Im Wesentlichen verlieren sie Kunden.

Nun, wohin gehen diese Kunden? Wir gewinnen viele von ihnen.

Wir gewinnen weiterhin neue Kunden in beträchtlicher Zahl. Im letzten Quartal haben wir über 1.000 neue Kunden gewonnen. Unser AHV-Prozentsatz, also die Hypervisor-Adoption, erreichte einen Allzeithöchststand.

Migrationen zu Red Hat: "Das gab es bisher nicht"

Mit Red Hat haben sie natürlich eine sehr starke Container-Plattform, aber sie verkaufen jetzt auch Kubernetes-basierte Virtualisierung am Markt.

Wir haben bisher keine erfolgreichen Migrationen von Unternehmens-Workloads von VMware in Red Hats Virtualisierungsplattform gesehen. Das gab es bisher nicht.

Ich denke, für Container – wenn jemand modernisieren und containerisieren will – ist das eine ausgezeichnete Plattform. Sie sind Marktführer bei OpenShift.

Von VMware in die Public Cloud mit Nutanix und AWS: "Der beste und einfachste Weg"

Bei den Public Clouds gibt es Kunden, die Cloud-Migrationen durchführen, und in einigen Fällen wechseln sie direkt zur Public Cloud, wenn es für uns wettbewerbsfähig ist.

In anderen Fällen können wir gemeinsam mit Public-Cloud-Anbietern wie AWS auftreten, mit denen wir eine gute Partnerschaft haben, und ihnen zeigen: 'Das ist der beste und einfachste Weg, von Ihrem bisherigen Anbieter VMware zu einer neuen Lösung zu wechseln.'

Das kann sowohl On-Premises als auch in der Public Cloud sein, und wir können mit AWS zusammenarbeiten, um das zu ermöglichen.

Wir haben unsere Partnerschaft mit AWS nach der Übernahme von Broadcom-VMware ausgeweitet und beobachten gute Fortschritte.

AMD als starker Partner

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AMD investiert 150 Millionen US-Dollar in Nutanix-Aktien und 100 Millionen US-Dollar in Forschung und Entwicklung

Unsere strategische Partnerschaft mit AMD konzentriert sich auf Wachstumschancen im Bereich agentische KI.

Diese mehrjährige Zusammenarbeit konzentriert sich auf die Entwicklung und Vermarktung einer Nutanix-basierten agentischen KI-Plattform für Unternehmen und Dienstleister, die auf AMDs beschleunigter Compute-Infrastruktur aufbaut.

Im Rahmen der Vereinbarung wird AMD eine strategische Investition von 150 Millionen US-Dollar in Nutanix-Stammaktien tätigen und bis zu 100 Millionen US-Dollar für Forschung und Entwicklung sowie die Markteinführung der gemeinsamen Lösungen bereitstellen.

Wir freuen uns darauf, die erste gemeinsam entwickelte Plattform aus dieser Partnerschaft Ende 2026 unseren Kunden bereitzustellen.

Zielkundschaft

Das Ziel ist, gemeinsam eine Plattform zu entwickeln, die insbesondere Inferencing und agentische Anwendungen unterstützt.

Es handelt sich um eine vollständige Plattform, auf der Modelle ausgeführt und diese Multi-Agent- oder auch einfachere Inferencing-Anwendungen erstellt werden können.

Die Zielkundschaft sind echte Unternehmenskunden. Innerhalb dieser Kundschaft sind es typischerweise Kunden aus stärker regulierten Branchen sowie solche, denen Souveränität wichtig ist und die ihre KI nah an ihren Daten betreiben möchten.

Es können aber auch Menschen sein, die KI-Anwendungen am Edge betreiben.

Wenn man sich diese Kundschaft ansieht, bedeutet das, dass es Menschen sind, die Wert darauf legen, ihre Daten zu schützen und sie lokal – meist in ihren Rechenzentren oder am Edge – zu betreiben.

Aber auch ein Teil dieser Kunden wird von Dienstleistern bedient. Heutzutage bieten viele Dienstleister auch GPU-as-a-Service an. Das wäre die zweite Möglichkeit, denselben Endkunden – das Unternehmen – zu bedienen.

Investitionen: Nutanix Software-Stack auf AMD Compute-Hardware

Die Lösung besteht darin, dass der Nutanix-Software-Stack auf Servern läuft, die AMDs beschleunigte Compute-Plattform enthalten.

Übrigens: Wir haben heute bereits Lösungen mit Nvidia im Markt. Tatsächlich laufen alle unsere KI-Lösungen aktuell auf Nvidia, und jetzt fügen wir AMD hinzu, um den Kunden mehr Auswahl zu bieten.

Das Go-to-Market-Modell ist, dass wir unsere Software – den kompletten Stack, also die Nutanix Cloud Platform, unsere Kubernetes-Plattform und dann NAI, das Nutanix-AI-Modul, das darauf läuft – verkaufen.

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit besteht darin, all das optimal auf AMD-Hardware zum Laufen zu bringen – also auf AMD-GPU-Hardware und beschleunigter Compute-Hardware innerhalb der Server.

Wir verkaufen unsere Software wie bisher und immer mehr dieser Software wird auf Plattformen laufen, die AMD-Hardware enthalten. Das ist die Go-to-Market-Kollaboration.

Umsatzmäßig wird die Lösung Ende dieses Jahres auf dem Markt sein. Wir erwarten, dass wir im nächsten Kalenderjahr oder in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 erste Umsätze sehen werden.

Ziel: "Kunden eine Auswahl zu bieten"

Unser Ziel ist es, Kunden eine Auswahl zu bieten und ihnen eine Vielzahl von zugrunde liegenden Plattformen zur Verfügung zu stellen.

Es gibt mehrere zugrunde liegende Hardware-Plattformen. Nvidia ist hier natürlich der Marktführer.

AMD ist das andere große Plattformunternehmen im GPU-Bereich. Die Kunden wollen Auswahl zwischen beiden.

Sie haben gesehen, wie schwierig es ist, Nvidia-GPUs zu bekommen, und dann gibt es Preisvergleiche und so weiter.

Es gibt viele Gründe, warum es sinnvoll ist, mehrere Anbieter auf dem Markt zu haben.

Aus Nutanix-Sicht wollen wir alle großen Anbieter unterstützen und unseren Kunden Auswahl bieten.

Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

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