Commvault soll Unternehmensverkauf prüfen
Laut einem auf Insider-Informationen basierenden Bericht der Nachrichtenagentur Reuters verhandelt Commvault mit Private-Equity-Unternehmen und strategischen Investoren über einen potenziellen Verkauf. Auch der große Software-Investor Thoma Bravo soll demnach zum Kreis der Interessenten gehören.
Einem Reuters-Bericht vom Ende der vergangenen zufolge soll Commvault auf der Suche nach einem neuen Eigentümer sein. Die Nachrichtenagentur meldete, dass der Entwickler von Software für Datensicherung und Datenmanagement gemeinsam mit Goldman Sachs einen möglichen Verkauf des Unternehmens prüfe, nachdem zuvor mehrere entsprechende Anfragen von Private-Equity-Unternehmen und strategischen Käufern eingegangen seien, die Interesse am Kauf gezeigt hätten.
Unter Berufung auf Informationen von vier anonymen Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sein sollen, berichtet Reuters, dass einer der potenziellen Käufer Thoma Bravo ist, ein Unternehmen mit langjähriger Erfahrung beim Erwerb von Softwareunternehmen. Thoma Bravo hat eine breite Palette von Cybersecurity- und Infrastrukturunternehmen im Portfolio, darunter Illumio, Imprivata, ConnectWise, Delinea, Exabeam, Proofpoint und Sophos.
Börse reagiert mit positiven Signalen auf möglichen Commvault-Verkauf
Commvault antwortete auf eine Anfrage von CRN per E-Mail, dass das Unternehmen keine Kommentare zu Gerüchten oder Spekulationen abgibt. Ein Sprecher von Thoma Bravo wollte sich ebenfalls nicht äußern. Der Aktienkurs von Commvault stieg am Freitag nach Bekanntgabe des Übernahmeinteresses deutlich und schloss bei 85,69 US-Dollar pro Aktie, nachdem er bei 77,03 US-Dollar gestartet war. Im nachbörslichen Handel stieg der Kurs weiter, bevor er sich bei etwa 88,87 US-Dollar stabilisierte. Commvault hat aktuell eine Marktkapitalisierung von etwa 3,9 Milliarden US-Dollar.
Commvault zählt zu den führenden Entwicklern von Technologien zur Datensicherung und Datenverwaltung. Die Hauptplattform Commvault Cloud bietet cloud-native Datensicherung für Cloud-, On-Premises- und hybride Umgebungen. Zudem werden Cyber Recovery, Identitätsresilienz, Daten- und KI-Sicherheit sowie Effizienz- und Kostenoptimierung im Bereich Storage angeboten. Damit konkurriert der Anbieter im umkämpften Markt für Datensicherung und Datenmanagement. Zu den größten Wettbewerbern zählen Cohesity, das Ende 2024 das NetBackup-Geschäft von Veritas übernommen hat und damit zum Marktführer wurde; Veeam, das jüngst Technologien für Beobachtbarkeit und Datensicherheit erworben hat; und Rubrik, das stark auf Datensicherheit setzt.
"Das einzige ernsthafte Enterprise-Angebot"
Dave Hiechel, Präsident und CEO des US-Dienstleisters und Commvault-Partners Eagle Technologies, sagte gegenüber CRN, dass Diskussionen über Aktienpreise und Übernahmen nicht in seinen Aufgabenbereich fallen, er aber nachvollziehen könne, warum Interesse an Commvault besteht. Ihm zufolge arbeitet Eagle Technologies im Bereich der Lösungen zur Datensicherung und Datenverwaltung nahezu exklusiv mit Commvault zusammen. "Wir halten viel von dem Produkt", erklärte er. "Es ist Teil unserer Fünf-Jahres-Strategie, weiterhin darauf zu setzen und unser MSP-Geschäft um Commvault herum aufzubauen, statt auf andere Lösungen. Wir schauen uns immer Alternativen an, und aktuell haben wir zwei Initiativen, um uns auf Cohesity und Veeam zu schulen. Darüber sprechen wir jede Woche im Technik-Meeting. Meistens heißt es dann: ‚Nun, die machen das nicht so gut wie Commvault. Sie nicht so gut. Das gefällt mir nicht so gut.‘ Zum Teil liegt das natürlich auch daran, dass wir mit Commvault einfach richtig gut sind."
Nach Hiechels Dafürhalten hat sich Commvault seit der Ernennung von Sanjay Mirchandani zum CEO im Jahr 2019 deutlich zum Positiven verändert. "Es löst viele Probleme für unsere Kunden und sie haben einige gute Übernahmen getätigt, auch wenn sie teils erst noch herausfinden müssen, wie sie diese vermarkten", führte er aus. "Das bedeutet nicht, dass es schlechte Übernahmen sind, aber ich glaube, sie wissen noch nicht so ganz, wie sie diese – zu denen mit TrapX auch der Entwickler der ThreatWise-Technologie von Commvault gehört – verkaufen sollen. Aber sie kommen voran."
Etwa 35 bis 40 Prozent des Umsatzes von Eagle Technologies stammen laut Hiechel von Commvault. "Wir sehen darin ein gutes Geschäft mit Enterprise-Kunden", erklärte er. "Aus unserer Sicht ist es noch immer das einzige ernsthafte Enterprise-Angebot am Markt. Wenn Sie mir sagen würden, es gäbe etwas anderes, wäre ich überrascht. Wenn es eine Petabyte-Chance gibt, scheint Commvault weiterhin der Gewinner zu sein."
Wir halten das für ein großes Enterprise-Geschäft", sagte er. "Wir denken immer noch, dass es das einzige Enterprise-Angebot am Markt ist. Wenn Sie mir sagen würden, es gäbe etwas anderes, wäre ich überrascht. Wenn es eine Petabyte-Chance gibt, scheint Commvault weiterhin der Gewinner zu sein.“
Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.
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