FTAPI-Chef zum Event CPT: "500 Menschen, die nach vorne gehen wollen, sind eine gewaltige Kraft"

Hohe Gäste aus Wirtschaft, Politik und IT kamen zur CPT 2026 - Connect. Protect. Transform. Das Event des Münchner Softwareanbieters FTAPI ist keine Produkt-Show, sondern ein Format mit hohem Anspruch: Silos aufbrechen und eine europäische Vision entwickeln - gegen die Dominanz US-amerikanischer Techriesen.

Klares Nein zum Panel-Thema auf der CPT 2026, u.a. mit BSI-Präsidentin Claudia Plattner. G Data oder Secunet stehen für IT-Security aus Deutschland, ebenso wie unzählige Anbieter von Open-Source-Applikationen und Plattformen in Europa. Man muss "Silos aufbrechen. (Foto: FTAPI)

Rund 500 Entscheider aus sind zur in der Allianz Arena München zusammengekommen, um zwei Tage lang über die Zukunft der Cyber-Sicherheit und der digitalen Souveränität Europas zu diskutieren. Gastgeber FTAPI positionierte die Konferenz bewusst als Plattform, die technische, politische und gesellschaftliche Perspektiven zusammenführt.

Im Mittelpunkt standen die Umsetzung der NIS‑2‑Richtlinie, neue BSI-Standards (C5:2025) sowie die wachsende Bedeutung von KI-Agenten für die Cyber-Abwehr. Dabei wurde deutlich: Cyber-Sicherheit ist längst keine rein technische Aufgabe mehr. "Der Schutz unserer Gesellschaft hängt von unseren digitalen Fähigkeiten ab – und davon, wie gut wir den digitalen Raum verteidigen können", warnte BSI-Präsidentin Claudia Plattner in ihrem Impulsvortrag.

Auch der bayerische Digitalminister Fabian Mehring betonte die politische Dimension des Themas. Cyber-Sicherheit sei "keine technische Nischendebatte mehr, sondern eine strategische Überlebensfrage für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft". Digitale Souveränität müsse Teil der staatlichen DNA werden, um Freiheit, Wohlstand und Sicherheit ins KI-Zeitalter zu übertragen.

Ergänzt wurde das Programm durch gesellschaftliche und wissenschaftliche Impulse – von einem Dialog über Führung und Wandel bis hin zu einer Keynote über die Grenzen künstlicher Intelligenz. In 15 Masterclasses vertieften Experten aus Forschung und Industrie Themen von Geopolitik bis Post-Quanten-Sicherheit.

FTAPI: Impulsgeber für Innovation und Vernetzung in der Branche

FTAPI-Chef Ari Albertini, hier mit Politikwissenschaftlerin und Transformationsforscherin Petra Bock: "Ich gehe mit einer unglaublichen Energie aus diesen zwei Tagen. 500 Menschen, die nach vorne gehen wollen, sind eine gewaltige Kraft". (Foto: FTAPI)

FTAPI-CEO Ari Albertini brachte den Anspruch der Veranstaltung auf den Punkt: "Cyber-Security darf keine abgeschottete Experten-Insel bleiben." Die CPT solle ein Ort sein, an dem Wirtschaft, Politik und Technologie eine gemeinsame Sprache finden.

Als Gastgeber der CPT 2026 sieht FTAPI seine Rolle als Impulsgeber für Innovation und Vernetzung in der Branche. Das Münchner Software-Unternehmen will die Verbindung von technischer Exzellenz und gesellschaftlicher Verantwortung in den Vordergrund stellen. Albertini machte deutlich: "Wir brauchen die CPT als Ort der Begegnung, auf dem DAX-Vorstände, Ministerien und technologische Vordenker eine gemeinsame Sprache finden". CPT, das sei "das Betriebssystem für ein widerstandsfähiges Europa", so der selbstbewusste Manager.

Die Anstrengung des intensiven zweitätigen Austausches mit Gästen sieht man Albertini nicht nur nicht an. Im Gegenteil: So viel Inspirationen schwirren ihm im Kopf und haben seine Batterie erst recht aufgeladen. "Ich gehe mit einer unglaublichen Energie aus diesen zwei Tagen. 500 Menschen, die nach vorne gehen wollen, sind eine gewaltige Kraft", sagt der Gastgeber.

Was es braucht, um diese Energie ansatzweise in ein solches europäisches Operating System zu kanalisieren, das Albertini und auch anderen Verantwortlichen vorschwebt, und die an der Dominanz der US-Technologieherstelle kratzt, sind nicht etwa Hunderte von Milliarden. AWS, Microsoft, Google, Meta oder Oracle investieren unvorstellbare Mittel in ihre weltweit verteilten Rechenzentren. Kein einziges IT-Unternehmen aus Europa kann annährend eine so hohe Investition aufbringen wie Amazon/AWS (200 Milliarden Dollar für 2026) oder Google Cloud (185 Milliarden Dollar).

Zum Vergleich: In Brandenburg baut die Neckarsulmer Schwarz Digits, Tochtergesellschaft des Lidl-Konzerns Schwarz Gruppe, ein "KI-Rechenzentrum der Superlative". 11 Milliarden Euro investiert der Mutterkonzern – also deutlich weniger als ein Zehntel der Summen, die Amazon oder Google ausgeben. Immerhin ein Anfang ist gemacht und ein Ziel gesteckt: Schwarz Digits will erster Europäischer Hyperscaler werden.

Die EU und Einzelstaaten können freilich anschieben, mithalten gegen US-Konzerne können sie nicht. Deutschland könnte und muss sich indes auf das besinnen, was den Wohlstand der vergangenen Jahrzehnte begründet hatte: Den Forscher- und Erfindergeist seiner Ingenieure und Unternehmer aus dem Mittelstand, der tragenden Säule der Wirtschaft. Die Axt an den Sozialstaat legen, wie das manche Politiker priorisieren, würde weder der demokratischen Gesellschaft helfen noch einer Wirtschaft und IT-Branche, die sich in einem strukturellen Wandel befinden.

Voraussetzung für einen Aufbruch ins KI-Zeitalter, wie er auf dem Event von FTAPI skizziert und diskutiert wurde: es braucht ein erstklassig besetztes Forum, wo Wirtschaft, Politik und IT regelmäßig zusammenkommen, sich austauschen und Macher Projekte und Initiativen anstoßen. Ein solches Forum hat Thomas Händl, Gründer der CPT und VP Product Initiatives & Business Development bei FTAPI, schließlich auf die Beide gestellt: "Die CPT 2026 hat gezeigt, dass wir Silos aufbrechen müssen. Wenn wir IT-Entscheider, Geschäftsführer und Politiker an einen Tisch bringen, entstehen nicht nur Sicherheitskonzepte, sondern echte Zukunftsvisionen für ein souveränes Europa", sagt Händl. "Wir schützen nicht nur Daten, wir schützen unsere Handlungsfähigkeit", so der IT-Manager, der wohl auch das Zeug hätte, in der Politik so einiges zu reißen.

Die nächste Ausgabe der Konferenz steht übrigens schon fest: Die CPT 2027 findet vom 11. bis 13. Mai 2027 erneut in der Münchner Allianz Arena statt.

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