Diese neuen Bausteine präsentiert HPE Partnern für KI-Infrastruktur der Zukunft
Autonome Netze vom Edge bis zur KI-Fabrik, eine neue SASE-Plattform und neue AI-Factory-Funktionen mit Nividia, Juniper-Integration in ein gemeinsames Partnerprogramm sowie höhere Boni. CEO Antonio Neri beschwört das Full-KI-Stack von HPE, "damit Sie ihre KI-Zukunft mit Zuversicht gestalten können".
Im Sommer präsentiert HPE traditionell auf seiner großen Messe Discover diese Woche in Las Vegas seine Innovationen. Im Herbst folgt dann für EMEA das Update in Barcelona (dieses Jahr vom 2. bis 3. Dezember). Tausende Teilnehmer nehmen an diesen Flaggschiff-Events von HPE teil. Viele Partner bringen ihre Kunden mit, die nicht nur die Innovationskraft und neue Lösungen des Herstellers und seiner Technologiepartner kennenlernen, die als Aussteller mit dabei sind. Es werden auch Trends zum Markt vorgestellt, Kontakte zu Schlüsselpersonal von HPE geknüpft, zu CIOs und anderen Entscheidern von Unternehmen. Außerdem finden abends Networking-Events statt, wo Kunden und HPE-Partner aus Deutschland in entspannter Atmosphäre zusammenkommen.
Neue Dynamik auch bei HPE stellt Nvidia fest
Schon letztes Jahr war auffällig, wie sehr die Dynamik der Technologieentwicklung einen traditionellen Konzern wie HPE treibt, der in den Jahren vor der KI-Revolution innovative Produkte, Software und Plattformen noch eher überschaubar vorgestellt hatte. KI hat die Zyklen der Entwicklung drastisch verkürzt, HPE muss und kann Schritt halten.
Das habe sogar Nvidia überrascht. Der KI-Riese, mit dem HPE sehr eng zusammenarbeitet, habe sich über das Tempo gewundert, mit dem HPE seine KI-Stacks und andere Plattformen in den Markt bringt, ließ das Top-Management CRN vergangenes Jahr auf der Discover in Barcelona wissen. Und das Feuerwerk der Innovationen und interner Neuaufstellungen vor allem im Vertrieb über Partner packt HPE mit unverändert hohem Tempo weiter an. Mit der Meldung einen Tag vor dem Start der diesjährigen Discover in Las Vegas, dass HPE die Dauer der Gültigkeit von Angeboten für Partner auf 30 Tage verlängert, hat der Hersteller für eine prima Stimmung und einen Discover-Einstand nach Maß für den Channel gesorgt.
Juniper- und HPE-Partner werden in HPE Partner Ready Vantage zusammengeführt
Silos aufbrechen, getrennte Businessprozesse zusammenführen, intern - und somit für Partner - schneller und unkomplizierter zu werden, auch daran hat HPE gearbeitet. Das wird vor allem Partner aus dem bis dato noch getrennten Juniper- und HPE-Channel freuen: Zum Start des neuen Fiskaljahres im November führt der Konzern die Partnerprogramme von HPE und Juniper Networks unter HPE Partner Ready Vantage zusammen. Damit entsteht ein einheitliches Programm, über das Partner Lösungen in den Bereichen Netzwerk, Cloud und KI entwickeln, vertreiben und als Service anbieten können.
"Partner wollen einfacher mit uns zusammenarbeiten und mehr Geschäft machen", sagt der weltweite Channel-Chef von HPE, Simon Ewington. "Mit einem gemeinsamen Programm für HPE und Juniper, einheitlichen Boni und mehr partnergeführten Angeboten machen wir es Partnern leichter, in den Bereichen Netzwerk, Cloud und KI zu gewinnen."
Es wird einheitliche Mitgliedschaftsstufen geben, einen gemeinsamen Kompetenzrahmen und eine durchgängigen Vergütungsstruktur. Auf dieser Basis bietet HPE den in Tracks "Build", "Sell" und "Service" gruppierten Partnern neue Möglichkeiten an, eigene Services anzubieten, sich damit vom Wettbewerb abzuheben und mehr Geschäfte zu machen. Die Neuerungen im Überblick:
- Build: HPE stärkt den Build Track, indem es das HPE Technology Partner Program in ein erweitertes Technology Validation Center überführt und enger mit dem Partnerprogramm "Unleash AI" verzahnt. Über das Technology Validation Center können Partner Lösungen einfacher validieren, Interoperabilitätstests beschleunigen und schneller auf den Markt kommen. Eine Reihe von Unleash-AI-Partnern sind bereits in das Portfolio "Nvidia AI Computing by HPE" integriert. Außerdem startet HPE einen Customer Use Case Hub, über den Partner validierte Lösungen präsentieren und die Verbreitung von KI-, Hybrid-Cloud-, Netzwerk- und Edge-Anwendungsfällen im Ökosystem vorantreiben können.
- Sell: HPE vereinheitlicht die Boni portfolioweit und weitet Rückvergütungen aus – als Vergütung für tiefere Expertise, breiteres Lösungsgeschäft und die Gewinnung neuer Kunden. Für Storage standardisiert HPE die Neugeschäfts-Boni: Vertriebspartner erhalten bei gewonnenem Neugeschäft Vorab-Marge. In Kombination mit Rückvergütungen für Fokusbereiche wie Block Storage oder Kompetenzen wie Virtualisierung und GreenLake Flex Solutions kann die Gesamtmarge bei der Ablösung von Wettbewerbsprodukten im Storage-Capex-Geschäft bis zu 24 Prozent betragen.
- Service: HPE führt Partner Branded Services auf ausgewählten Plattformen ein. Qualifizierte Partner erbringen Services unter eigener Marke, abgesichert durch Eskalation, Logistik und Engineering-Support von HPE. Zusätzlich baut HPE partnergeführte Migrations- und Lifecycle-Services aus, damit Partner wiederkehrende Umsätze steigern und die Kundenbeziehung stärker selbst gestalten können. Partner Branded Services stehen derzeit Triple-Platinum-Plus-Partnern (der höchsten Partnerstufe von HPE) zur Verfügung und werden bis 1. November 2026 auf weitere Partner ausgeweitet.
Exklusiver Channel-Vertrieb für weitere HPE-Produkte
Nachdem HPE Morpheus Software – VM Essentials im Channel-exklusiven Vertrieb "erfolgreich angelaufen ist", so der Hersteller, weitet HPE dieses Modell auf weitere Produkte aus: HPE Private Cloud PC3000, HPE SimpliVity PC1000 und HPE Zerto Software. Diese Produkte sind ab 1. Juli 2026 ausschließlich über den Channel erhältlich. Das schaffe "neue exklusive Vertriebsmöglichkeiten für Partner in den Wachstumsfeldern Private Cloud und Datensicherung", so HPE.
VM Essentials für die eigene Partner-IT
HPE stellt VM Essentials ab sofort auch für die eigene IT der Partner bereit. Damit können Partner die Software im eigenen Betrieb einsetzen und Praxiserfahrung sammeln. Die ersten 600 Partner, die bis Jahresende die Kompetenz "Private Cloud with Virtualization" erwerben, erhalten VM-Essentials-Lizenzen drei Jahre lang kostenlos. Es fallen lediglich Supportkosten an.
Migrationsprogramm für Virtualisierung
Ein neues Migrationsprogramm für Virtualisierung soll Partnern helfen, ihren Kunden das finanzielle Risiko beim Plattformwechsel zu nehmen und doppelte Lizenzkosten zu vermeiden. Neue VM-Essentials-Kunden können bis zu einem Jahr lang kostenlose Lizenzen erhalten, dazu HPE Zerto für 1 Dollar für eine unterbrechungsfreie Migration auf virtuelle Maschinen von HPE. Wer die Software über HPE Financial Services finanziert, kann dies ohne Zinsbelastung tun.
Nächste Seite: Multi-Agenten-Systeme, Mist, Central und GreenLake …
HPE baut Infrastruktur für KI-Agenten aus
HPE hat einige Neuigkeiten in seinem Infrastruktur-Angeboten für KI-Agenten auf der Discover vorgestellt. Dazu zählen neue "autonome" Netzfunktionen für KI-Rechenzentren, Campus und Edge. Außerdem rüstet HPE gemeinsam mit Nvidia die AI Factory so auf, dass Unternehmen Multi-Agenten-Systeme mit Governance, Sicherheit und Skalierbarkeit in den Produktivbetrieb bringen können. Das ist eine wesentliche Erweiterung vor allem für MSPs, die Verantwortung für den KI-Betrieb übernehmen. Ohne Multi-Agenten-Systeme können sie keine operativen Dienste erbringen.
Netzwerk als Grundlage für agentische KI
Je verteilter KI-Umgebungen werden, desto wichtiger wird das Netzwerk, so die Botschaft von HPE. Es bildet deshalb die Grundlage von HPEs Agentic-Enterprise-Strategie. Autonome Netze sollen den Betrieb so weit automatisieren, dass KI-Agenten ungehindert zusammenarbeiten können. Dazu integriert HPE jetzt zum Beispiel Switche der Reihe HPE Juniper Networking QFX in seine vorintegrierten KI-Komplettlösungen aus Server, Storage, Netzwerk und Software. Zielgruppe: Kunden mit komplexen KI-Workloads. Sie sollen damit Plattformen wie beispielsweise AMD Helios leichter aus dem Pilot- in den Produktivbetrieb bringen können, sagt HPE.
Außerdem bringt HPE zwei neue QFX-Switche auf den Markt: Den HPE Juniper Networking QFX5140 Switch für Inferencing-Cluster und Edge-KI – sowie den HPE Juniper Networking QFX5252 Switch Tray, ein Scale-up-Modul für AMDs Rack-Scale-Plattform Helios. Die neuen Switches sorgen dafür, "dass GPUs mehr rechnen und weniger auf das Netz warten".
Mist, Central und GreenLake wachsen weiter zusammen
HPE führt die Plattformen HPE Aruba Central und HPE Mist AI weiter zusammen – ein weiterer Schritt in HPEs "Cross-Pollination"-Strategie, mit der die AIOps-Plattformen von Aruba und Juniper integriert werden. So können Switche der CX-Baureihe jetzt wahlweise auch über Mist betrieben werden. CX-Nutzer bekommen damit erweiterte Funktionen wie Zero-Touch-Provisionierung, Wired Assurance für Layer-2-Zugang, dynamisches PCAP, Service-Level-Insights und KI-gestützte Aktionen von Marvis. Die Marvis-Funktionen wiederum sind jetzt auch in Aruba Central verfügbar.
HPE hat auch die Rechenzentrums-Funktionen der Mist-Plattform ausgebaut. Dazu gehören zum Beispiel Predictive Analytics und ein Reasoning-Agent, der laufend und autonom verschiedene Datenquellen auswertet – darunter Millionen TAC-Fälle und eine Graphdatenbank aus dem HPE Networking Data Center Director. Ergebnis: "präzise Ursachenanalysen und konkrete Handlungsempfehlungen fürs Rechenzentrumsnetz", so HPE zu den Vorteilen.
Zudem ist HPE Mist Networking Data Center Assurance jetzt mit Compute Ops Management und GreenLake integriert. Das sorgt für eine einheitliche Nutzererfahrung über Domänengrenzen hinweg, für einfacheren Betrieb und ein einfacheres Infrastrukturmanagement.
SASE-Plattform
HPE hat eine einheitliche SASE-Plattform vorgestellt. Sie baut auf HPE Networking EdgeConnect auf, nutzt Firewall-Technologie und bringt SD-WAN und Cloud-Sicherheit in einer KI-nativen Konsole zusammen. Ein eingebetteter SSE-Connector macht zusätzliche ZTNA-Connectoren oder Infrastruktur überflüssig. Ein SWG-Tunnel (Secure Web Gateway) schützt alle Geräte vor webbasierten Bedrohungen. Ein SASE Copilot findet Sicherheitslücken und löst Probleme schneller per natürlichsprachlicher Interaktion und intelligenter Analytik.
AI Factory mit neuen Funktionen für sicheren Betrieb von Agenten
Parallel dazu rüstet HPE auch die AI Factory mit Nvidia für den Betrieb von KI-Agenten auf. HPE Private Cloud AI – die gemeinsam mit Nvidia entwickelte "schlüsselfertige AI-Factory-Lösung", so HPE, erhält Funktionen für einen sicheren Produktivbetrieb agentenbasierter KI: darunter die Nvidia Agent Toolkit Software als Agenten-Betriebssystem, Governance für die lokale Registrierung und Freigabe von KI-Modellen sowie HPE Zerto Software, die eigenmächtige Agentenaktionen erkenne und per kontinuierlicher Datensicherung rückgängig mache.
Neu sind außerdem Multi-Node-Inferenz für bis zu 256 GPUs, ein einheitliches Model-Gateway für Frontier-Modelle und die neue Server-Option HPE ProLiant Compute DL394 Gen12 mit NVIDIA Vera CPU. Für größere KI-Fabriken integriert HPE Nvidia Confidential Computing, das Modelle und Daten während der Ausführung kryptografisch absichert.
HPE-CEO: "Wählen Sie HPE als Ihren Partner, um das gesamte Stack zu nutzen, der Ihnen hilft, Ihre KI-Zukunft mit Zuversicht zu gestalten"
HPE-Chef Antonio Neri erklärte in seiner Keynote-Rede auf der HPE Discover vor Tausenden von HPE-Partnern und -Kunden, dass die Entwicklung von KI-Lösungen mit dem selbststeuernden Netzwerk beginne. "Mit unserer neu zusammengeschlossenen HPE-Netzwerkorganisation ist es unser Ziel, das bestmögliche Erlebnis für Nutzer und (Netzwerk-)Betreiber zu bieten", sagte Neri. "Dies werden wir durch unsere nächste Generation sicherer, selbststeuernder Netzwerke in allen Bereichen erreichen. Sie beheben Probleme sicher, bevor sie sich auf das (Benutzer-)Erlebnis auswirken. Wir machen die Entwicklung neuer Roboter schneller und einfacher und verändern die Art und Weise, wie Sie Ihr Netzwerk verwalten, grundlegend."
Zu den Ankündigungen für Rechenzentrumsnetzwerke gehörten eine KI-basierte "Ursachenanalyse" für Netzwerke, die darauf abzielt, potenzielle Probleme im Rechenzentrumsnetzwerk schnell zu diagnostizieren und proaktiv zu beheben, sowie "vorausschauende Analysen" über die gesamte Rechenzentrumsinfrastruktur hinweg – einschließlich Stromversorgung, Temperatur, Optik und Systemzustand –, um potenzielle Probleme zu identifizieren, bevor sie zu Ausfällen führen.
HPE hat zudem sein Versprechen eingelöst, die beliebten Funktionen der KI-gesteuerten Netzwerk-Engine von Juniper Mist in HPE Aruba Central zu integrieren – "ein Meilenstein", so Neri. Er wurde in elf Monate nach dem Abschluss der 13,4-Milliarden-Dollar-Übernahme von Juniper Networks durch erreicht.
Neri riet Partnern und Kunden, sich in erster Linie "bewusst" auf das KI-Zeitalter vorzubereiten. "Die Entscheidungen, die Sie heute treffen, werden Ihren Erfolg von morgen bestimmen", sagte er zu Kunden und riet ihnen: "Beginnen Sie mit dem Netzwerk. Machen Sie Ihr Netzwerk zur zentralen Grundlage Ihrer KI- und Cloud-Lösungen und wählen Sie HPE als Ihren Partner, um das gesamte Stack zu nutzen, der Ihnen hilft, Ihre KI-Zukunft mit Zuversicht zu gestalten".
Mit Material von Steven Burke, Chefredakteur CRN USA, der HPE und die Messe Discover seit vielen Jahren beobachtet.
CRN-Newsletter beziehen und Archiv nutzen - kostenlos: Jetzt bei der CRN Community anmelden