"Die größte MSP-Show, die Deutschland je gesehen hat"
Im Interview mit CRN unterstreicht Kaseyas stellvertretender Vorstandvorsitzender Dermot McCann wie wichtig Deutschland und die DACH-Region für den Anbieter sind und erklärt, welche Anstrengungen er unternimmt, um sich für den geplanten Ausbau des hiesigen Geschäfts besser auf die Bedürfnisse der Partner und Kunden vor Ort einzustellen.
Kaseya arbeitet seit Monaten unter Hochdruck daran, seinen Fußabdruck in Europa zu vergrößern. Während der RMM-Anbieter in einigen Ländern wie Großbritannien und den Niederlanden traditionell stark verankert ist, konzentriert er sich bei diesem Vorstoß vor allem auf die verbleibenden weißen Flecken mit vergleichsweise schwacher Marktdurchdringung, allen voran das DACH-Gebiet.
Ein wichtiger Schritt dafür war die Einrichtung einer deutschen Niederlassung in München, aus der heraus Michael Hon-Mong als SVP Germany und DACH und sein Team den Partnern vor Ort beiseite stehen. Dass er dabei auch die volle Rückendeckung der Unternehmensführung hat, bestätigt nun auch sein Vorgesetzter, Dermot McCann, gegenüber CRN und führt aus, dass diese Präsenz nur ein – wenn auch wichtiger – Teil der Lokalisierungsstrategie ist. Der EVP und GM Kaseya International spricht im Interview mit CRN über die besonderen Herausforderungen für US-Softwareunternehmen auf den europäischen Märkten und erläutert, mit welchen Anstrengungen Kaseya seine Organisation und Produkte an diese hiesigen Bedingungen anpasst und damit auch den Partnern bei ihrer Transformation zum KI-gestützten MSP helfen will. Dabei antwortet er auch auf die Kritik einiger deutscher Partner am Umfang und der Komplexität der Plattform, geht darauf ein, wie sie ihnen dabei helfen kann, neues Geschäft und neue Kunden zu erschließen.
CRN: Herr McCann, Kaseya unternimmt große Anstrengungen, um im DACH-Markt eine stärkere Brückenposition aufzubauen. Was macht diesen Markt und diese Offensive so wichtig?
Dermot McCann: Es ist interessant, dass wir über DACH sprechen – DACH ist wichtig, aber es steckt mehr dahinter. Eine meiner wichtigsten Beobachtungen seit meiner Rückkehr nach Europa ist, dass jedes Softwareunternehmen mit Hauptsitz in den USA global denken und lokal handeln muss. Das bedeutet: So sehr DACH ein Schwerpunkt ist, so sehr ist jedes einzelne Land in DACH ein eigener Schwerpunkt. Deutschland ist für uns ein sehr wichtiger Markt. Österreich und die Schweiz sind ebenfalls sehr wichtige, aber auch unterschiedliche Märkte. Die Schweiz hat beispielsweise in manchen Bereichen ganz andere Regeln als die beiden anderen deutschsprachigen Länder.
Wir sind seit vielen Jahren in Deutschland präsent. Lösungen wie Autotask und Datto haben eine starke und loyale Partnerbasis aufgebaut. Mit der Integration dieser Lösungen in größere globale Organisationen hat sich auch unser Ansatz für den deutschen Markt weiterentwickelt. Wir verstärken unseren Fokus und unsere Investitionen in Deutschland, um unsere Partner vor Ort optimal zu unterstützen.
Ich denke aber, wir hätten einen großen Fehler begangen, in Europa nach dem Prinzip "one size fits all" vorzugehen. Für mich ging es deshalb bei der Rückkehr nach Europa darum, jeden Markt als wichtigen Markt zu behandeln, wenn wir uns entscheiden, dort aktiv zu sein. Und aus Gesprächen mit unseren Partnern in Deutschland wissen wir, dass sie wollten, dass wir dort präsent sind – aber richtig. Also haben wir uns neu aufgestellt.
CRN: Wie schlägt sich dieser Ansatz in Deutschland konkret nieder?
McCann: Auf organisatorischer Ebene bedeutet das: Wenn wir in Deutschland aktiv sein wollen, brauchen wir ein Büro in München und müssen Mitarbeiter einstellen. Also haben wir Michael [Hon-Mong] eingestellt und eine Infrastruktur um seine Position aufgebaut. Inzwischen sind wir bei mehr als 40 Mitarbeitern für die DACH-Region. Nicht alle sind schon in München, aber sie unterstützen den Markt und das Geschäft dort.
Auf der Umsetzungsebene entwickeln wir unsere Produkte stärker entlang der Anforderungen unserer deutschen Partner. Wir holen ihr Feedback ein: wo sie uns brauchen, was ihnen wichtig ist. Es geht darum, präsent zu sein, zuzuhören, deutsche Partner zu verstehen, ihre Sprache zu sprechen und entsprechend in den Markt, die Produkte und die Partner zu investieren. Denn Deutschland ist ein großer und ein für Kaseya äußerst wichtiger Markt. Und er muss lokal betreut werden.
CRN: Wie schwierig ist es für Sie, diesen Ansatz in die größeren, aus den USA kommenden Strukturen zu integrieren – oder wird diese Bewegung eher von oben vorangetrieben?
McCann: Ich bin dafür verantwortlich, das Ganze voranzutreiben – mit der vollen Unterstützung unserer CEO Rania Succar. Und all das war ein wesentlicher Grund für meine Rückkehr nach Europa. Ich habe die vergangenen 25 Jahre in Australien gelebt, wurde aber in Irland geboren, und ich bin bei Kaseya seit den frühen Anfängen. Ich war immer der Meinung, dass wir in diesen Märkten präsent sein müssen – lokal präsent. Für mich ist es daher nicht schwer, unser Führungsteam davon zu überzeugen, wo unsere Markt- und Wachstumschancen liegen und wie wir in diesen Märkten agieren müssen. Das 'Wie' ist dabei der wichtigere Punkt.
Nehmen wir zum Beispiel unsere Produkte: Wir müssen lokale Sprachen anbieten. Gerade wenn wir MSPs unterstützen, die kleine und mittelständische Unternehmen in ganz Deutschland betreuen, brauchen diese MSPs deutschsprachige Berichte für die Kunden. Sie brauchen Support auf Deutsch, und wir müssen ihnen die technischen Fähigkeiten, die sie benötigen, auf Deutsch vermitteln.
Es ist aber nicht schwer, die Geschäftsführung davon zu überzeugen, denn ich bin selbst Teil des Führungsteams – genau mit diesem Auftrag. Für uns ging es eher um den richtigen Zeitpunkt. Seit der Übernahme von Datto im Jahr 2022 haben wir viele operative Veränderungen durchlaufen. Das zog sich bis in das vergangene Jahr, als es noch wichtige Führungswechsel und strukturelle Veränderungen gab. Deshalb war der richtige Zeitpunkt in diesem Jahr gekommen, weil wir das jetzt mit vollem Einsatz in diesem Markt angehen können.
Intern haben wir eine regelmäßige Kadenz etabliert, in der es darum geht: Wie entwickeln sich unsere deutschsprachigen Märkte, wo gibt es Lücken und was ist wichtig? Wie Sie gesehen haben, sind mehr als 300 DACH-Partner zur Kaseya Connect Europe nach Prag gekommen. Das Interesse wächst also, und wir reagieren auf ihre spezifischen Anforderungen. Unser Fokus liegt auf Partnern – auf allen. Wenn sie in Deutschland sind, müssen wir uns auf die deutschen Partner konzentrieren, wenn sie in Österreich sind, auf die österreichischen Partner und so weiter.
CRN: Was wären aus Ihrer Sicht die größten und wichtigsten Schritte, um das zu erreichen?
McCann: Menschen kaufen von Menschen, die sie mögen und denen sie vertrauen. Deshalb bestand der erste und wichtigste Schritt in Deutschland darin, Beziehungen aufzubauen. Wir haben im vergangenen Jahr mit einigen Veranstaltungen begonnen, sind in den Markt gegangen und haben mit vielen Partnern gesprochen. So haben wir angefangen, diese Beziehungen aufzubauen und zu stärken.
Wir haben das Glück, dafür eine gute Basis zu haben: eine starke Marke, großartige Produkte und bereits viele sehr gute Partner. Wir wollen sicherstellen, dass Partner, die von Kaseya gehört haben oder Kaseya kennen und vielleicht schon mit uns arbeiten, Kaseya vertrauen und gerne mit uns zusammenarbeiten. Und wir haben gesehen, dass sich das in diese Richtung verändert hat.
Dabei kommen wir aber auch nicht aus dem Nichts. Wir haben mehr als 600 Partner in Deutschland und der DACH-Region, die inzwischen als Referenzpartner dienen. Das ist sehr wichtig, weil es uns hilft, dieses Vertrauen aufzubauen. Und es zeigt anderen Partnern, die Kaseya prüfen, dass wir eine anerkannte Marke sind – eine Marke, die kontinuierlich wächst und ihnen hilft, Umsatz zu generieren und profitable Ergebnisse zu erzielen. Deshalb war es auch so wichtig, das Thema über Menschen zu definieren: deutsche Muttersprachler einzustellen, in München ein deutsches Unternehmen mit deutschen Mitarbeitern und deutschen Technikern aufzubauen.
"Die wichtigste Währung in dieser Branche ist Vertrauen; egal, in welchem Markt"
CRN: Wo sehen Sie auf einer tieferen geschäftlichen und technischen Ebene die besonderen Anforderungen dieser Region? Und wie wichtig ist dabei das Thema Compliance?
McCann: Es geht um die Enablement-Seite dieser Unternehmen. Nicht nur darum, ihnen Software zu verkaufen, sondern sie zu befähigen, MSPs zu werden. Ihnen bei wichtigen Schritten zu helfen, etwa beim Verständnis ihrer monatlich wiederkehrenden Umsatzprofile. Und ihnen zu helfen, mit Lösungen wie unserem BCDR, das in diesem Markt sehr stark ist, neue Umsätze zu generieren.
Ja, auf einer übergeordneten Ebene geht es auch um Compliance. Auf einer tieferen Ebene geht es aber eher um die grundlegende Infrastruktur, die für die Transformation erforderlich ist, die ich bei deutschen MSPs und vielen deutschen Unternehmen beginnen sehe.
So sehr ich also sagen würde: Ja, wir sollten mit Compliance vorangehen – und das tun wir auch –, so sehr geht es auch darum sicherzustellen, dass der Markt die vielen Ebenen unserer Plattform versteht. Denn es ist eine sehr breite Plattform. Wenn wir nur mit einer einzelnen Punktlösung auftreten, sieht ein Partner nicht den vollen Wert, den die Lösung ihm und seinen Kunden bietet. Dann nutzt er uns vielleicht für Backup, einen anderen Anbieter für Dokumentation und einen dritten für den Service Desk. Unser größtes Leistungsversprechen ist jedoch die Plattform, denn die Produkte sind zur Plattform geworden – und diese Plattform ist bereit, in diesem Markt genutzt zu werden.
Die Basis bilden also Vertrauen und die Plattform. Und ausgehend davon stellt sich für uns jetzt speziell in Deutschland die Frage: Wie bauen wir darauf auf? Wie schaffen wir eine Community rund um die Themen, von denen uns Partner sagen, dass sie wichtig sind, wie eben Compliance?
Zum Beispiel haben wir sichergestellt, dass NIS2-Compliance in unser Compliance-Reporting integriert ist, um deutschen MSPs zu helfen, Services auch für Endkunden zu erbringen, die daran interessiert sind. Das ist der Einstieg. Denn wenn ein deutscher MSP bei einem Kunden einen Compliance-Audit durchführt und dabei eine ganze Reihe von Lücken findet, ist dieser MSP als Kaseya-Partner in der Lage, all diese Lücken zu schließen, weil er Zugang zur Plattform hat. Und dieser Partner vertraut Kaseya, diese Plattform bereitzustellen. So entsteht dieses Ökosystem. Das ist die Strategie.
CRN: Viele Partner in Deutschland, der DACH-Region und Europa beginnen derzeit die von Ihnen beschriebene Service-Transformation oder befinden sich bereits mitten darin. Welchen Rat können Sie ihnen geben, damit diese Transformation gelingt?
McCann: Sie müssen das Vertrauen ihrer Kunden haben, wenn sie ihre Services erbringen. Das ist die Grundlage. Die wichtigste Währung in dieser Branche ist Vertrauen; egal, in welchem Markt. Das ist eine globale Herausforderung und zugleich eine Chance. MSPs und Service Provider in Deutschland, die ihr Geschäft ausbauen wollen, müssen das Vertrauen nutzen, das sie bei ihren bestehenden Kunden bereits haben. Und sie brauchen eine Plattform, um die Anforderungen dieser Kunden umzusetzen und zu erfüllen.
Wenn wir sehen, wie Unternehmen Managed-Services-Geschäfte entwickeln und aufbauen, nutzen sie anschließend den Bedarf ihrer Kunden in Bereichen wie Cybersicherheit, Compliance, Automatisierung, Professional Services sowie bei all den Projekten und IT-Initiativen, die sie anbieten wollen. Sie müssen diese Services in großem Maßstab ausführen können; sie müssen wiederholbar sein und zunehmend automatisiert werden. Das ist das Rückgrat von Kaseya: Das Unternehmen wurde auf dem Prinzip gegründet, dass ein Betrieb mit 5, 10, 15 oder 20 Mitarbeitern wie ein Betrieb mit 30, 40 oder 60 Mitarbeitern arbeiten kann, ohne mehr Personal einzustellen.
CRN: Wie können sie die Bereitstellung solcher Services in großem Maßstab automatisieren, und wo sehen Sie gute Einstiegspunkte dafür?
McCann: Der Ausgangspunkt ist das, was wir unser MSP Success-Framework nennen, das wir in Europa eingeführt haben und auf das wir uns in Deutschland konzentrieren werden. Dabei geht es nicht primär um Technologie, sondern eher um die Geschäftsstrategie: Wie werde ich ein MSP?
Dazu gehören grundlegende Fragen wie: Wie erstelle ich meine Servicekataloge, wie gestalte ich Preisvereinbarungen, wie schließe ich Verträge, wie formuliere ich meine Marketingbotschaft, wie bewerte ich Tools, wie viele Endpunkte pro Nutzer sollte ich betreuen, wie viele Mitarbeiter sollte ich beschäftigen und woran erkenne ich, ob ich zu viele oder zu wenige habe? Dort beginnt es, mit dem Framework.
Darauf haben wir das MSP Success-Programm aufgebaut, was mittlerweile eine Reihe deutscher Partner aufgreifen. Dabei handelt es sich um eine Peer Group, in der wir einen MSP oder Service Provider mit einem anderen, erfahreneren Anbieter und weiteren Providern zusammenbringen. Dort können sie sich mit jemandem auf ihrem eigenen Niveau oder mit einem weiter fortgeschrittenen Anbieter austauschen, etwa mit Blick auf die Reife des Stacks, und sie lernen voneinander – in ihren Peer-Gruppen und Kooperationen. Das wird sehr hilfreich sein, weil sich der Markt so schnell verändert.
Das Framework ermöglicht ihnen also, ein Geschäft aufzubauen; die Peer Group ermöglicht ihnen, sich zu validieren und gegenseitig verantwortlich zu halten; und die Plattform ermöglicht ihnen, die Services zu erbringen. Ich halte diese Kombination für wichtig, weil es um deutlich mehr geht als nur um die Technologie, die wir unseren Partnern bereitstellen können.
CRN: In welchem Umfang können Sie das an den lokalen Markt hier anpassen?
McCann: Als wir unsere MSP Success Platform im April in Las Vegas vorgestellt haben, war eine meiner Bedingungen, dass sie auf Deutsch verfügbar sein muss, bis wir nach Prag kommen. Und das haben wir geliefert.
Es gibt viele Inhalte, mit denen wir MSPs dabei helfen wollen, professionelle Managed-Services-Websites aufzubauen – mit Content, Materialien, Messaging und Infrastrukturleitfäden dafür, wie man ein erfolgreiches Geschäft aufbaut. Typischerweise sind solche Inhalte in amerikanischem Englisch verfügbar und häufig für den DACH-Markt nicht wirklich geeignet. Deshalb freue ich mich, dass diese Inhalte auf Deutsch und für den deutschen Markt verfügbar sind, denn das ist sehr wichtig.
Natürlich nutzen wir KI, die es uns ermöglicht, Dinge wie die Übersetzung von Websites deutlich schneller umzusetzen. Aber das reicht nicht. Wir testen die Inhalte und stellen sicher, dass sie korrekt und lokalisiert sind. Um das richtig zu machen, können wir es nicht einfach der KI überlassen, sondern müssen selbst wie ein deutsches Unternehmen fühlen und denken.
Das ist der Beginn eines sehr langen Weges, auf dem wir uns befinden, und er reicht zurück in unsere Produkte, in unsere Kundenkommunikation und in unsere Supportkanäle. Wir haben gerade unsere neuen KI-Assistenten in unserem Support Center ebenfalls auf Deutsch aktiviert, sodass deutsche Kunden mit unserem Support-Team auf Deutsch sprechen und Tickets auf Deutsch erfassen können. Das ist großartig, und all das sind positive Schritte in die richtige Richtung.
"Nur wenn unsere Partner wachsen, wachsen wir mit ihnen"
CRN: Viele Partner befürchten, dass Sie mit immer stärkerer Optimierung eines Tages deren Kunden übernehmen könnten. Was sagen Sie ihnen?
McCann: Das ist definitiv nicht unser Plan. Diese Branche verändert sich sehr, sehr schnell, und MSPs auf der ganzen Welt haben die Möglichkeit, ihren Kunden dabei zu helfen, diesen Wandel zu bewältigen. Es gibt viel Veränderung, und sie müssen darauf aufbauend tragfähige Technologie-Serviceprovider-Geschäfte entwickeln. Sie müssen wiederkehrende Umsätze aufbauen und profitable Unternehmen entwickeln. Denn unabhängig davon, welche Technologieeinführung sie vorantreiben wollen: Computer müssen weiterhin funktionieren, sie müssen abgesichert sein, sie brauchen Redundanz, Resilienz und Compliance. Das sind die klassischen Bereiche von Managed Services.
Gleichzeitig treiben ihre Kunden sie an und bitten sie, ihnen bei der Risikominimierung zu helfen. Denn diese Kunden versuchen ebenfalls, in ihren Unternehmen zu innovieren. Sie wollen effizienter und produktiver werden und KI in ihren Unternehmen einsetzen. Unsere Partner haben dabei also eine sehr wichtige Rolle. Sie müssen weiterhin Technologie-Serviceprovider bleiben und sich gleichzeitig zu vertrauenswürdigen Unternehmensberatern entwickeln, die die Breite unserer Erfahrung und das, was wir weltweit in der Branche sehen, für sich und ihre Kunden nutzen können.
Wir haben weder das Interesse noch die Beziehung, um auf diese Weise mit Endkunden umzugehen. Unsere Partner erwarten, Kaseya genauso vertrauen zu können, wie ihre Kunden ihnen vertrauen.
Das ist wirklich wichtig, denn ihr Erfolg ist unser Erfolg. Nur wenn unsere Partner wachsen, wachsen wir mit ihnen. Unser Einsatz zielt daher darauf ab, das Wachstum ihrer Unternehmen voranzutreiben. Wie können sie wachsen, wie können sie profitabler werden? Das wird ihnen helfen, ihr Vertrauen weiterzuentwickeln und auszubauen.
Deshalb sind wir eine Partner-first-Organisation, was sich klar in unserem Fokus, unseren Angeboten und beispielsweise in unserem Partnerprogramm widerspiegelt. Unsere Aufgabe ist eine völlig andere. Und offen gesagt: Nur wenn wir unsere Aufgabe gut machen, erzielen unsere Partner mehr Umsatz, sind profitabler und liefern ihren Kunden mehr Mehrwert.
CRN: Können Sie diese Rolle, die Kaseya in dieser Beziehung einnimmt, insbesondere mit Blick auf die Partner, noch etwas genauer erläutern?
McCann: Unsere Rolle ist die eines Enablers; wir sind der Technologieanbieter. Wir investieren stark in die Plattform. Wir bringen diesen Wert zu den MSPs, die diesen Wert vermitteln, Services erbringen und sich auf zusätzliche Mehrwertservices konzentrieren können.
Gleichzeitig ist es sehr wichtig, dass sie bei all dem die grundlegenden Managed Services und die Technologieprovider-Komponenten nicht aus dem Blick verlieren, die sie liefern müssen, um tragfähige Unternehmen zu betreiben. Denn die vertrauensvolle Beziehung, die sie sich bei ihren Kunden erarbeitet haben, steht im Mittelpunkt. Sie müssen diese Services weiterhin bereitstellen und die Beziehung zu ihren Kunden anschließend um Beratung und Advisory Services erweitern.
Es geht also um deutlich mehr Veränderung, als nur KI zu nutzen, um profitabler zu werden. Genau hier hilft unser MSP-Success-Framework Unternehmen dabei, sich von einem Break-Fix- oder Professional-Services-Geschäft zu einem echten Technologieanbieter und Berater zu entwickeln. Es hilft ihnen zu erkennen, wie das Profil eines guten Kunden aussieht und wie man diesen Kunden betreut. Alle Kunden sind gut, aber sie sind nicht alle gleich. Wie baut man also einen Servicekatalog auf, der all diese Kunden auf der richtigen Stufe unterstützt? Wie berechnet man den richtigen Betrag, und wie stellt man sicher, dass man einen nicht profitablen Kunden nicht überversorgt? Genau das ermöglichen die Plattform und die Trainingsprogramme unseren Partnern.
"Die meisten erfolgreichen digitalen Produkte werden mit der Zeit zu einer Plattform"
CRN: In der Vergangenheit haben Partner häufig kritisiert, dass Kaseyas Plattform zu groß und komplex sei. Ändert sich das, wenn Plattformen als Enabler für KI und IT-Services nun immer wichtiger werden?
McCann: Ja, das verändert sich, und es hat sich schon in den vergangenen zwölf Monaten stark verändert. Das beste Beispiel oder die beste Analogie, die ich Ihnen nennen kann, sind einige Produkte. Die meisten erfolgreichen digitalen Produkte werden mit der Zeit zu einer Plattform. Nehmen Sie das iPhone: Vor 20 Jahren hatten wir ein Telefon, einen Pager, ein TomTom, eine Digitalkamera, einen Sony Walkman – sieben oder acht Geräte. Heute haben wir ein iPhone. Produkte entwickeln sich also weiter.
Wir sind von unserer Plattform überzeugt, weil wir sie so aufgebaut haben, dass sie die richtige Sicherheit, die richtige Compliance und alles Weitere darum herum bietet. Was die Plattform abhebt und unterscheidet, ist jedoch die Integration. Und genau dort haben wir die größten Fortschritte gemacht. Unser Ziel ist es daher, die Integration der Plattform weiter voranzutreiben – etwa mit unserem Entwicklungszentrum in Krakau, wo rund 350 Mitarbeiter daran arbeiten, die Integration aller Komponenten, die wir entwickeln, voranzubringen.
Ich denke, die von Ihnen angesprochene Kritik hing mit der Phase zusammen, in der wir skaliert und weitere Unternehmen und Lösungen übernommen haben. Microsoft hatte eine ähnliche Herausforderung, als es Access, Skype, das frühere Harvard Graphics und all diese anderen Werkzeuge übernommen hat. Heute gibt es eine vollständig integrierte Plattform.
Bei Kaseya sind wir inzwischen an einem Punkt, an dem unsere Plattform ausgereift, sicher und für diese Partner in großem Maßstab leistungsfähig ist. Die Möglichkeit, über die Plattform Workflows und Automatisierung zu verbessern, schafft für unsere Kunden sehr viel Mehrwert. Genau das haben sie von uns gefordert. Und es ist Teil der natürlichen Entwicklung von Software. Es braucht alle Komponenten und viele gezielte Investitionen, um sicherzustellen, dass die Plattform im lokalen Markt zugänglich und betreibbar ist – so wie wir es mit unserem Rechenzentrum in München getan haben.
CRN: Was verändert sich dadurch für Kaseya selbst, und wie können Sie dafür KI nutzen?
McCann: Es verlangt von uns, ständig zu innovieren. Wenn unsere Partner auf Kaseya.com/innovations gehen, können sie genau sehen, was wir getan haben. Es geht nicht nur um Roadmaps und Zukunftspläne. Es geht um jedes einzelne Release, um alles, was wir auf der gesamten Plattform mit mehr als 40 Produkten umgesetzt haben: Release Notes, Entwicklungs-Sprints alle zwei Wochen.
Unsere CEO Rania Succar sagte auf der Connect Europe in Prag, dass wir in den vergangenen 90 Tagen 175 neue Funktionen ausgeliefert haben. Früher hätten wir mehr als 180 Tage gebraucht, um eine solche Anzahl an Funktionen zu entwickeln. Die Entwicklungszyklen, die wir schaffen, sind also deutlich schneller als je zuvor.
Natürlich nutzen wir viel KI, um einige der Probleme anzugehen, die wir hatten. So können wir beispielsweise Fehler schneller beheben, Funktionen schneller veröffentlichen und die Integration vorantreiben. Der wichtigste Wert der Plattform liegt in der Integration. Denn erst wenn sie integriert ist, fließen die Daten wirklich effizient durch die Plattform. Dadurch lassen sich Workflows automatisieren und auch Prozesse automatisieren.
CRN: Sie haben rund 600 Partner in Deutschland und der DACH-Region. Angesichts all der von Ihnen beschriebenen Maßnahmen: Wo möchten Sie stehen, wenn wir uns nächstes Jahr zur Kaseya Connect Europe in Hamburg wiedersehen?
McCann: Wir haben diese Veranstaltung in den vergangenen drei Jahren in Dublin ausgerichtet. Ein Grund, warum wir dieses Jahr nach Prag gekommen sind, war der Weg, näher an andere Märkte heranzurücken – insbesondere an Deutschland.
Aber wir wollen das auf eine Weise tun, mit der wir zeigen können, dass wir bereit sind. Genau das haben uns unsere 300 DACH-Partner in Prag in diesem Jahr bestätigt. Deshalb haben wir die Entscheidung getroffen: Nächstes Jahr sind wir in Hamburg. Und ich möchte, dass wir als Kaseya GmbH wahrgenommen werden. Ich möchte unsere Produkte auf Deutsch sehen – nicht nur beim Reporting, sondern auch bei Hilfe, Support und Menüstruktur. Alle Komponenten, die wir haben, müssen als Teil eines deutschen Unternehmens wahrgenommen werden. Ich halte das für sehr wichtig, für Kaseya ebenso wie für unsere deutschen Partner. Deshalb erwarte ich, in Hamburg nahezu alle Service Provider zu sehen. Darum machen wir es dort. Das ist der große Vorstoß. Wir erwarten, dass es die größte MSP-Show wird, die Deutschland je gesehen hat.
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