CRN-Exklusiv: DACH-Chef Marcus Adä nicht mehr bei Exclusive Networks
Nach fünf Jahren an der Spitze von Deutschland und verantwortlicher Direktor Zentraleuropa gehen Marcus Adä und Exclusive Networks getrennte Wege, wie gut unterrichtete Kreise CRN berichten. Der Distributor stellt sich mit Helge Scherff neu auf.
Wie CRN vergangene Woche aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hat, trennen sich die Wege von Markus Adä und Exclusive Networks. Die Trennung von seinem "Managing Director Germany & Regional Director Central Europe" hat der Distributor bislang nicht bestätigt. Auf Nachfrage von CRN verweist Exclusive Networks auf die Pressekonferenz am Dienstagmorgen in München. Dort werden Helge Scherff und weitere Führungskräfte des Security- und Netzwerkdistributors für DACH der Channelpresse ihre Pläne und Strategien für 2026 vorstellen und die Personalie Adä bestätigen.
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Voraussichtlich wird Scherff die Position eines General Managers einnehmen und damit auf Adä folgen. Er hat ebenso viel Erfahrung in der Distribution wie der Münchner Manager und ehemaliger Chef von Ingram Micro Deutschland. Scherff ist mit Herstellern bestens vernetzt, pflegt enge Kontakte zu ihnen und Partnern, und er sucht – anders als Adä – die Bühne für bisweilen glamouröse Auftritte - der Marke Scherff und natürlich der seiner Firma. Zu Infinigate passte die lockere Art des Geschäftsführers wohl eher nicht. Zu Nuvias, später von Infinigate übernommen, dagegen schon.
Auch zu Exclusive Networks, wo Scherff im Oktober 2024 zunächst als "Senior Director of Strategic Alliances" eintrat, ein Jahr später als Regional VP Central Region fungiert.
Eine Führungsposition im deutschen Markt bei einem Wettbewerber von Infinigate durfte Scherff eine Zeitlang nicht besetzen. Ein Wettbewerbsverbot schloss das zunächst aus. Das dürfte nun auslaufen.
CRN wird zeitnah berichten, bzw. am Dienstagnachmittag unmittelbar nach der Pressekonferenz in München ein Update veröffentlichen.
Jetzt wäre der Weg frei für Adä bei einem Hersteller einzusteigen
Marcus Adä ist seit 2021 Chef der DACH-Region von Exclusive Networks. Eigentlich wollte der Manager nach 25 Jahren in nationaler und internationaler Führungsverantwortung in der Distribution - bei Tech Data/Alzan (1996 bis 2005), 9 Jahre Ingram Micro, jeweils 2 Jahre Avnet und Arrow ESC Deutschland (bis April 2020) - nicht wieder bei einem Distributor anheuern. Ihn drängte es zu den Wurzeln: zurück in das Hersteller-Business.
Adä hatte seine IT-Karriere 1990 als Trainee bei Bull begonnen und war für den Hersteller fast 6 Jahre tätig, bevor er Anfang 1996 als Key Account Manager für IBM zu Azlan wechselte und damit in die Broadline-Distribution. Ihr blieb er bis heute treu. Bis auf das kurze Abenteuer 2006, wo ein in NRW nicht gut gelittenes Münchner Trio, zu dem Adä gehörte, nach Marl aufbrach, um den angeschlagenen PC-Hersteller Maxdata zu sanieren.
Was Adä an Exclusive Networks gereizt hat? Das Unternehmen sei "der einzige wirklich global agierende Security-Distributor, auf allen Kontinenten und in allen wichtigen Ländern vertreten", so der Manager in einem Interview damals mit Channelpartner.
Er wolle Exclusive Networks in Deutschland so aufstellen, dass am Security-Distributor kein Weg vorbeiführe, sagte er. Den Umsatz wolle er bis 2024 verdoppeln, so Adä zum Amtsantritt im März 2021 auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie.
Das ist dem Manager fast gelungen: Die deutsche Landesgesellschaft von Exclusive Networks erzielte laut Handelsregister 2021 einen Umsatz von 184,6 Mio. Euro, 2024 wurden fast 339 Mio. erlöst. Zur Verdoppelung bis 2024 fehlten demnach rund 30 Mio. Euro.
Passende Chemie zwischen Paul Ecclestone und Helge Scherff
Seit das Finanzkonsortium Etna French Bidco, bestehen aus Clayton, Dubilier & Rice (CD&R), Permira und Exclusive-Gründer Olivier Breittmayer Exclusive Networks gekauft und die Aktien Anfang 2025 von der Börse in Paris genommen haben, veröffentlicht der Distributor keine Bilanzen mehr. Zuletzt gab Paul Eccleston, VP Business Innovation bei Exclusive Networks, bekannt, mit US-Sicherheitshersteller Palo Alto Networks die Marke von 1 Mrd. Dollar Umsatz in EMEA gerissen zu haben.
Ecclestone und Holger Scherff kennen sich gut und auch die Chemie zwischen dem Briten und dem Hanseaten Scherff dürfte harmonieren. Ecclestone hatte die Nuvias Gruppe aufgebaut und als CEO mehr als 5 Jahre geleitet. Der VAD wuchs in dieser Zeit auf einen Umsatz von 500 Mio. Dollar in der EMEA-Region. Investor Rigby hatte schließlich den Verkauf des Distributionsgeschäfts von Nuvias an Wettbewerber Infinigate begleitet.
Im September 2022 stieg Ecclestone, Vormals CEO von Rigby, als Chef von Großbritannien und Irland bei Exclusive Networks ein, übernahm wenig später die Rolle des SVP für EMEA, holte Scherff zum Distributor und macht ihn vergangenes Jahr zum RVP Central Region.
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