CEO-Nachfolge: Finanz-Chef soll Führung bei Mediamarkt/Saturn übernehmen

Nach der Rückzugsmeldung von Ceconomy-CEO Kai-Ulrich Deissner will der Aufsichtsrat der Elektronikhandelskette schnell Klarheit schaffen und CFO Remko Rijnderds zum Nachfolger ernennen. Der Niederländer wird den Verkauf von Ceconomy an den chinesischen Handelskonzern JD.com zum Abschluss bringen.

CFO Remko Rijnderds (re.) übernimmt laut Manager Magazin den Posten von Noch-CEO Kai-Ulrich Deissner bei Ceconomy (Foto: Remko Rijnderds/Linkedin)

Ceconomy-Chef Kai-Ulrich Deissner hat vergangene Woche "aus persönlichen Gründen" seinen Rückzug vom CEO-Posten beim Mediamarkt/Saturn-Konzern Ceconomy angekündigt. Er werde "im Laufe des Jahres 2026" übergeben. Der Aufsichtsrat will so schnell wie möglich die Nachbesetzung regeln und wird noch diese Woche in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag Finanzvorstand Remko Rijnderds zur Wahl stellen, berichtet das Manager Magazin. Noch am Freitag hatte Ceconomy dann Rinderds’ Nominierung bekanntgegeben, als Gerüchte die Runde machten. Zudem hab das Unternehmen bekannt, dass CEO Deissner seine Tätigkeit "vollumfänglich ausüben und einen geordneten Übergang sicherstellen" werden, bis der Nachfolger das CEO-Amt antrete.

Der 57-jährige Rijnderds ist seit Mai 2025 Finanzchef bei Ceconomy, davor war COO der MediamarktSaturn Retail Group und CEO Mediamarkt Benelux. Der Niederländer hatte seine Karriere 2008 als Store-Manager bei der Elektronikhandelskette begonnen. Wer ihm als CFO bei Ceconomy folgt, ist nicht bekannt.

Rijnderds Hauptaufgabe wird es sein, den im Juli vergangenen Jahres geschlossenen Verkauf von Ceconomy an den chinesischen Handelskonzern JD.com abzuschließen. JD.com hatte sich im Sommer 2025 die Zusagen der Eigentümer-Familien Haniel, Beisheim sowie der Convergenta, die Investmentgesellschaft der Gründerfamilie Kellerhals sowie Freenet gesichert, 32 Prozent der Anteile von Ceconomy zu übernehmen. Europas größte Elektronikhandelskette wurde damals mit rund 4 Mrd. Euro bewertet.

Von einem nun überraschenden Rücktritt von Kai-Ulrich Deissner kann keine Rede sein. Der ehemalige Manager bei der Deutsche Telekom trat im Mai 2025 als CFO die Nachfolge des damaligen CEO Karsten Wildberger an, der als Bundesminister in das vom Kabinett von Kanzler Friedrich Merz eingetreten war und das neu geschaffene Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung übernahm. Deissner hatte damals den CEO-Posten von Wildberger nur vorübergehend angetreten.

"Es ist Zeit für mich, ein neues Kapitel in meinem Leben aufzuschlagen, um Prioritäten neu zu ordnen", kündigte Deissner seinen Rückzug an. "Vision und Mission, MediaMarkt und Saturn vom klassischen Einzelhändler zu einer Omnichannel Service Plattform umzubauen, ist umgesetzt. Nach drei Jahren kontinuierlicher Ergebnissteigerung sind wir auf dem besten Weg, unsere strategischen Ziele zu erreichen und die Weichen für die nächste Phase sind durch die angekündigte Kooperation mit JD.com gestellt", so der Manager.

"Ich bedauere, und respektiere diese gänzlich private und persönliche Entscheidung von Kai-Ulrich Deissner sehr", kommentierte Christoph Vilanek, Aufsichtsratsvorsitzender Ceconomy. Der noch amtierende CEO werde "eine Lücke hinterlassen", gleichzeitig habe "er in seinem Umfeld ein starkes Team aufgebaut und damit die Weichen für Kontinuität und seine Nachfolge gestellt".

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