Apple MacBook Neo mit starkem Start in Europa
Knapp einen Monat nach der Vorstellung der MacBook Neo macht der Neuling bereits ein Viertel der Neubestellungen bei Apple aus. Das nährt die Hoffnung des Herstellers, sich mit dem neuen Einstiegs-Gerät vor allem im Education-Umfeld Marktanteile von Windows-Notebooks und Chromebooks erobern zu können.
Fast genau einen Monat ist es inzwischen her, dass Apple im Rahmen seiner Frühjahrs-Produktoffensive sein MacBook-Portfolio um das neue Modell Neo erweitert hat. Mit einem Basispreis von 699 Euro kostet das MacBook Neo ganze 500 Euro weniger als das neue MacBook Air und verschiebt somit die Einstiegshürde in die Welt der Apple-Notebooks deutlich nach unten. Damit will Apple künftig auch im volumenstarken Mittelklasse-Segment mitmischen und sich dort bisherige Windows- und Chromebook-Kunden und -Bereiche inklusive des wachsenden Education-Markts erschließen. "Mit der Einführung eines neuen Produkts zu diesem Preis testet Apple die Elastizität seiner Marke in einem preissensibleren Segment", erklärt James Bates, Senior Retail Analyst bei Context.
Eine Mission, die vielversprechend begonnen hat. Denn sowohl Apple selbst als auch unabhängige Analysten registrierten vom Start weg eine starke Nachfrage nach dem neuen MacBook light, nicht nur im Heimatmarkt in den USA, sondern auch in Europa. So verzeichneten etwa die Channel-Marktforscher von Context in Europa bereits in der ersten Woche einen Anteil von 11 Prozent an allen MacBook-Neubestellungen. Mit steigender Tendenz: Aktuell ist demnach schon rund jedes Vierte bestellte MacBook ein Neo, obwohl auch die beliebten Schwestern Air und Pro mit neuen Modellen aufgewertet wurden. "Dies ist ein spannender Start für den Vertriebskanal und stellt eine klare Neuausrichtung von Apple hin zum wichtigen volumenstarken mittleren Markt dar", konstatiert Bates.
Somit scheint es die Kunden nicht weiter zu stören, dass sie beim MacBook Neo für das Apfel-Logo und -Betriebssystem hinsichtlich der Hardware sowohl im internen als auch im externen Vergleich einige deutliche Abstriche in Kauf nehmen müssen (siehe: Apples Neo: Einstiegs-MacBook mit deutlichen Abstrichen). Als besonders markante Beispiele sind hier etwa der aus dem iPhone 16 Pro entliehene A 18 Pro SoC mit stark eingeschränkten KI-Fähigkeiten sowie die lediglich 8 GB RAM zu nennen. Zugleich verschafft genau das dem Neo aber auch einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, die deutlich stärker vom Preisanstieg knapper Komponenten wie Arbeitsspeicher betroffen ist und entsprechende Anpassungen bei Preis und Ausstattung ihrer Notebooks vornehmen muss.
Back to school mit dem MacBook Neo?
Besonders beliebt ist das Gerät seinen Ausführungen zufolge in Spanien und Großbritannien. So beliebt sogar, dass es bereits zu erheblichen Engpässen kommt und die Lieferzeit schon jetzt auf drei bis vier Wochen angestiegen ist. Angesichts der Vorsicht beim Schritt in das neue Marktsegment hat Apple die Nachfrage offenbar also deutlich unterschätzt. Diese läuft Context zufolge vor allem über die Retail- und Consumer-Etail-Kanäle, über die etwa 70 Prozent des aktuellen Absatzvolumens ausgeliefert werden.
Die spannendste Zeit für das Gerät liegt erst noch vor dem Hersteller und seinen Vertriebskanälen, wenn Familien und auch Bildungseinrichtungen im Sommer damit beginnen, die digitale Ausstattung für das neue Schuljahr zu beschaffen und damit für einen Absatzschwung in dieser Preisklasse sorgen. "Mit Blick auf die Back-to-School-Saison wird der Wettbewerb im mittleren Marktsegment voraussichtlich intensiver", erwartet auch Context-Experte Bates. "Windows-OEMs werden wahrscheinlich neue Geräte mit Fokus auf Modularität und Nachhaltigkeit vorstellen – einschließlich aufrüstbarer Speicher- und Festplattenkonfigurationen, die speziell für Bildungskunden attraktiv sind." Erst dann wird sich beweisen, ob sich Apple mit dem Neo tatsächlich gegen die Platzhirsche Windows (Europa) und Chrome (USA) durchsetzen kann, oder ob es letztlich doch nur eine Alternative für Apple-Fans ist, die in diesem Preisrahmen lieber ein günstiges Notebook als ein Tablet wollen.
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