75 Prozent mehr Gewinn: Also nimmt wieder Fahrt auf
Hatten die beiden letzten Quartalsberichte der Also AG an der Börse wenig Anklang gefunden, hofft der Distributor nach dem dritten Quartal nun den Turnaround vollbracht zu haben. Das Streben nach mehr Produktivität und Marge lies das Ergebnis weitaus schneller wachsen als den Umsatz. Die erste Reaktion der Anleger ist positiv
Der Jahresanfang war für Also alles andere als angenehm. Nach großen Expansionsplänen und einer verhaltenen Prognose brach die Aktie um mehr als 30 Prozent ein und blieb über Monate unter Druck, bis sie sich wieder erholte und dann im Umfeld der nächsten Finanzdaten im Juli nochmals etwa absackte. Dementsprechend wurden die Ergebnisse des Q3 nun mit besonderer Spannung erwartet und an der Börse begann schon vor der Veröffentlichung Bewegung aufzukommen, die mit Ausschlägen in beide Richtungen insgesamt im Ergebnis doch eher eine leicht positive Tendenz abbildete.
Diese unterfütterte Also nun mit guten Zahlen, die belegen sollen, dass die Initiativen für mehr Effizienz durch Maßnahmen wie die Steigerung der Produktivität in verschiedenen Bereichen und die Integration der akquirierten Gesellschaften wie der Westcoast, die Gewünschten Ergebnisse in Form von größeren Margen und Gewinnen erfolgreich sind. Unterstrichen wird das vor allem dadurch, dass der Konzerngewinn in den ersten drei Quartalen um 75 Prozent angestiegen ist, und damit nochmals deutlich stärker zugelegt hat als der Umsatz, der um 17 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro kletterte. Das EBITDA lag der Veröffentlichung zufolge bei 240 Millionen Euro und wuchs damit um 33 Prozent. Laut Also waren neben dem Cloud-Geschäft auch die Bereiche Supply sowie Solutions und Services starke Treiber dieser Entwicklung. Für das Gesamtjahr erwartet Also nun ein EBITDA am oberen Ende der Guidance von 300 bis 340 Millionen Euro bei einem ROCE von über 20 Prozent.
Die Anleger scheinen dem zumindest weitgehend zu folgen. Einen weiteren Einbruch gibt es diesmal bislang nicht, die Tendenz zeigt verhalten nach oben. Mit etwa 220 Euro liegt die Aktie am Morgen mehr als fünf Prozent höher als vor einer Woche und mehr als 10 Prozent höher als vor einem Monat. Zugleich bleibt die Bewertung damit jedoch weiterhin etwas unterhalb der Schwelle von den 225 Euro vor dem Absturz im Februar sowie der 230 Euro vom Jahresanfang. Sollte das Papier diese Schwellen wieder erreichten, könnte das Jahresende für den Distributor zumindest noch einigermaßen versöhnlich werden.
Ob der aktuelle zarte Aufwind allerdings auch reicht, um an der Börse nicht nur den Aufstieg aus dem akuten Tal, sondern auch einen Weg in Richtung Gipfel zu finden, bleibt noch zu sehen. Also jedenfalls betont, die laufenden Maßnahmen weiter vorantreiben und das eingesetzte Kapital konsequent steuern zu wollen, mit einem besonderen Fokus auf die Optimierung von Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten. So soll das Nettoumlaufvermögen langfristig ausgebaut werden, um damit Expansion, Übernahmen und Wachstum anzutreiben.
Transparenzhinweis: Der Verfasser dieses Artikels hält keine Positionen an der Also-Holding-Aktie oder entsprechender Derivate.
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