TD Synnex startet KI-Offensive für PartnerFirst
Weniger Routinearbeit, bessere Anbindung und dadurch mehr Zeit für das wesentliche Geschäft und die Kunden. Das ist das wesentliche Ziel für die Partner, das TD Synnex mit seinen Neuerungen bei PartnerFirst verfolgt. Dazu gehören zahlreiche neue agentische KI-Tools, ein MCP-Connector, Lifecycle-Coaching und Self-Service-Reporting.
TD Synnex hat zum Ende letzter Woche sein integriertes Partner-Portal PartnerFirst um neue agentische KI-Funktionen und Angebote erweitert. Sie sollen den Partnern des Distributors vor allem dabei helfen, operative Aufgaben zu automatisieren und ihnen Echtzeitinformationen liefern, damit sie mehr Zeit darauf verwenden können, ihr Geschäft auszubauen und ihre Kunden effizienter zu betreuen. Zu den Neuerungen gehören vorkonfigurierte und individuell erstellbare KI-Agenten ebenso wie ein standardisierter MCP-Connector (Model Context Protocol) und Features für Lifecycle-Coaching und Self-Service-Reporting.
Nate Herz, Regional CIO für Nordamerika bei TD Synnex, stellte die Erweiterungen von PartnerFirst bei seiner Bühnenpräsentation auf der unternehmenseigenen Konferenz Inspire 2026 in Greenville im US-Bundesstaat South Carolina vor. PartnerFirst ist das einheitliche digitale Portal und die Plattform von TD Synnex, die Channel-Partner und Hersteller in einer zentralen Arbeitsumgebung zusammenführt. "Ich glaube, die Stärke des Channels liegt in der Art und Weise, wie wir alle zusammenarbeiten. Wir sehen KI als Katalysator, um unsere Arbeitsweise zu verändern und die Bereitstellung von Technologie für die Welt wirklich zu verbessern", erklärte Herz.
Zu diesem Zweck startet TD Synnex ihm zufolge ein einheitliches PartnerFirst-KI-Programm, das drei verschiedene Kanäle umfasst. "Wir haben unser marktführendes Angebot um 53 KI-Tools erweitert, die Bereiche wie Produktentdeckung, Lösungsdefinition, Transaktionsmanagement sowie die Verwaltung von Lizenzen und Abonnements abdecken", erläuterte er. "Wir wissen jedoch, dass jedes Unternehmen anders ist. Daher werden diese Funktionen durch KI-Agenten innerhalb von PartnerFirst erweitert – über unsere neue ‚Agent Bridge‘, die wir heute vorstellen, sowie über unser ‚Model Context Protocol Connect‘. Dies ist der nächste Schritt in der Entwicklung von PartnerFirst, der uns wirklich dabei hilft, uns zu vernetzen, Prozesse zu automatisieren und gemeinsam zu wachsen."
Neu in TD Synnex PartnerFirst sind:
- Ein leistungsfähiger Model-Context-Protocol-Connector (MCP), der Partnern eine neue Möglichkeit bietet, KI-Anwendungen direkt mit Daten und Funktionen von PartnerFirst zu verbinden. So können sie Echtzeit-Business-Intelligence in bereits entwickelte und genutzte KI-Workflows integrieren. "Unser MCP fungiert als eine Art USB-C-Anschluss zwischen Ihren eigenen KI-Tools und den Funktionen von PartnerFirst", führte Herz aus. "Und wir haben nicht einfach nur einen MCP-Server eingerichtet. Wir sind in den Marktplätzen für Claude, Copilot, Visual Studio, Chatbeat und GPT vertreten. Dadurch können Ihre Mitarbeiter diese Tools nutzen, um mit PartnerFirst-Daten zu interagieren."
- Agent Bridge führt eine Funktion zum Erstellen von Agenten sowie einen Marktplatz mit sofort einsetzbaren KI-Agenten ein. Diese verbinden die von Partnern bereits verwendeten Systeme mit den Funktionen, Daten und Erkenntnissen von PartnerFirst. Partner sollen damit laut Herz praktische agentische KI-Funktionen ohne zusätzliche Tools oder Entwicklungsarbeit schnell konfigurieren und einsetzen können: "Diese Funktion haben wir innerhalb von PartnerFirst entwickelt, damit Sie vorkonfigurierte Agenten nutzen und agentische Workflows einrichten können, die auf PartnerFirst-Funktionen zugreifen."
- 40 neue Funktionen für den PartnerFirst Agent erweitern dessen Einsatz von der reinen Informationsabfrage auf die Ausführung von Aufgaben und die Automatisierung von Workflows. Dies umfasst Produktsuche, Preise, Verfügbarkeit, Fracht, Bestellungen, Rechnungen, Angebote, RMAs und Cloud-Abonnements. "Es gibt sehr viele praktische Einsatzmöglichkeiten für diesen Agenten", zeigte sich Herz überzeugt. "Produktengpässe? Der Agent kann Ihrem Team helfen, verfügbare Bestände und bestellbare Alternativen zu finden. Er unterstützt auch beim Aufbau vollständiger Lösungspakete. Wir wissen, dass das Management des Kundenlebenszyklus wichtig ist. Deshalb haben wir Funktionen für Land, Adopt, Expand und Renew entwickelt. Der neue KI-Agent hilft Ihrem Team dabei zu bestimmen, worauf es sich konzentrieren sollte."
- Ein neuer Customer Lifecycle AI Business Coach soll komplexe Partnerdaten in konkrete Handlungsempfehlungen überführen. Dazu liefert er Hinweise auf Geschäftschancen und Risiken sowie umsetzbare Empfehlungen mit kontextbezogenen Informationen, für Führungskräfte aufbereiteten Visualisierungen und KI-gestützter Kundenansprache innerhalb alltäglicher Workflows.
- Eine neue Self-Service-Reporting-Funktion namens "Build Your Own Reports" soll Partnern den Wechsel von statischen, manuell erstellten Berichten zu flexiblen Self-Service-Auswertungen erleichtern. Sie bietet unmittelbaren Einblick in Angebote, Bestellungen, Rechnungen, Gutschriften, RMAs, Abonnements und Verlängerungen.
Dass diese Ansätze den Partnern tatsächlich wie geplant dabei helfen könnten ihre Abläufe zu vereinfachen, bestätigt Rikki Gates, Chief Operations Officer des US-amerikanischen Lösungsanbieters und langjährigen TD-Synnex-Channel-Partners Rhino Networks. "Wenn wir derzeit Unterstützung beim Erstellen einer Stückliste benötigen, müssen wir eine E-Mail an ein Team schicken", nannte Gates ein Beispiel gegenüber CRN. "Offenbar werden wir künftig eingeben können, was der Kunde wünscht und für sein Netzwerk benötigt, und dann sehen, welche Hardware aus Sicht von PartnerFirst empfohlen wird."
Gates, die nach eigenen Angaben über langjährige Erfahrung im operativen Geschäft verfügt, ist angesichts dieser Versprechen schon neugierig, wie sich die neuen PartnerFirst-Angebote in der Praxis auf ihr Unternehmen auswirken werden: "Ich bin gespannt, ob wir beispielsweise unsere Bestellnummer in das KI-Chatfeld eingeben können, um Informationen zum Status unserer Bestellung zu erhalten – etwa dazu, was bereits versandt wurde, was noch nicht und wann voraussichtlich geliefert wird."
Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterzeitschrift crn.com.
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