Lenovo erhöht Preise für Custom-PCs, Laptops und Smartphones

Ab sofort müssen Lenovo-Partner und -Kunden höhere Preise für Geräte der Intelligent Devices Group mit kundenspezifischen Konfigurationen bezahlen. Neben Laptops und PCs gehören dazu auch Smartphones. Um den Übergang etwas zu erleichtern, können Partner die aktuellen Top Seller noch bis Ende des Monats zum alten Preis beziehen.

(Foto: Lenovo)

Lenovo hat die Preise für vorkonfigurierte kundenspezifische Builds von PCs, Laptops und anderen Geräten innerhalb seiner Intelligent Devices Group angehoben. "Wir werden zum 4. Juni 2026 Preiserhöhungen in unserem gesamten IDG-REL-/CTO-/Special-Bid-Portfolio [kundenspezifische Konfigurationen] umsetzen", kündigte Wade McFarland, Vice President of North American Channels bei Lenovo, den Channel-Partnern vor einigen Tagen in einer Mitteilung an. "Für Top Seller, einschließlich Top Seller EDU [Education Technology], werden wir Preiserhöhungen zum 1. Juli 2026 umsetzen", so McFarland weiter. "Wir haben diese Top-Seller-Anpassung bewusst auf den Beginn des nächsten Quartals gelegt, um die starke Abverkaufsleistung bis zum Ende des laufenden Quartals zu unterstützen und laufende Geschäfte möglichst wenig zu stören."

Zur Intelligent Devices Group (IDG) von Lenovo zählen PCs, Laptops, smarte Geräte sowie das Mobilgeschäft des Unternehmens – darunter Consumer- und Commercial-Produkte wie Lenovo ThinkPads, Motorola-Smartphones und Yoga-Laptops. Das IDG-Geschäft von Lenovo erreicht derzeit eine jährliche Umsatzrate von 58 Milliarden US-Dollar. Die Preiserhöhungen betreffen vorkonfigurierte kundenspezifische Konfigurationslösungen für IDG-Kunden. Während manche Partner die Vorlauffrist genutzt haben, um schnell noch einige Geräte zum alten Preis zu ordern, sahen andere dazu keine Notwendigkeit. Sie hatten bereits vorab mit einem entsprechenden Schritt gerechnet und überlassen die Entscheidung ihren Kunden.

So wie Brian Hicks, Senior Vice President beim Lenovo-Partner Connection aus Merrimack im US-Bundesstaat New Hampshire. Er bestätigte gegenüber CRN, die Preiserhöhungen seien für ihn nicht überraschend gekommen. Er gebe Kunden die Informationen über die anstehenden Preisänderungen transparent weiter. "Das gibt uns die Möglichkeit, unseren Vertriebsmitarbeitern eine sehr klare Vorstellung davon zu vermitteln, worüber sie mit Kunden sprechen sollten. Und wenn wir wissen, dass ein Kunde stark an Lenovo interessiert ist, wollen wir ihn so schnell wie möglich darauf hinweisen: 'Sie müssen jetzt handeln, vor diesem Datum, um noch vom heutigen Preis zu profitieren. Danach unterliegt das Angebot einer Erhöhung'", führte Hicks aus.

Nach Aussagen von Lenovo-Partnern hat der 86 Milliarden US-Dollar schwere Technologiekonzern den Channel bereits Anfang des Jahres gewarnt, dass die Preise für kundenspezifische Konfigurationen von IDG-Lösungen wegen globaler Engpässe in der Tech-Lieferkette steigen könnten. "Lenovo hat sehr gute Arbeit geleistet, seine Kommunikation konsistent zu halten und uns genug Vorlauf zu geben, damit wir das sowohl intern für unsere Abläufe nutzen als auch unsere Kunden informieren können", unterstrich Hicks. "Es gibt uns auch die Möglichkeit zu prüfen, ob wir bei diesen schnell drehenden [Top-Seller]-Produkten Lagerbestände aufbauen und ob wir zu dem niedrigeren Preis mehr Ware ins Lager nehmen wollen."

Details zu den Lenovo-Preiserhöhungen

Während die Preiserhöhungen für vorkonfigurierte kundenspezifische IDG-Lösungen am 4. Juni in Kraft traten, erklärte Lenovo, dass Top-Seller-Artikelnummern noch bis Ende des Monats von dieser Erhöhung ausgenommen seien. Alle Top-Seller-Artikelnummern laufen laut Lenovo zum Quartalsende aus bestehenden Angeboten aus, und die BP1-Preise steigen am 1. Juli 2026. Gleiches gelte für die Top-Seller im Bildungsbereich, darunter Education Chrome. Solche Top-Seller-Bestellungen müssen dem Hersteller zufolge vor dem 30. Juni 2026 versandt werden, andernfalls werden sie neu bepreist oder storniert. "SMB-Angebote über LBPe [Lenovo Bid Platform] werden nicht geändert und laufen an dem Datum aus, das im Angebot kommuniziert wurde", erläuterte McFarland.

Lenovo reagierte bis Redaktionsschluss nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme. Wichtig zu erwähnen ist jedoch, dass es bei Lösungen der Infrastructure Solutions Group (ISG) und der Solutions and Services Group (SSG) von Lenovo weder Preiserhöhungen noch sonstige Maßnahmen gibt.

Ausreichend Vorlauf für Partner

McFarland hatte Kunden und Partner bereits im Februar davor gewarnt, dass die Preise für kommerzielle Client-Geräte 2026 wegen Engpässen bei Speicherchips steigen würden. Die Marktknappheit, angetrieben durch den Ausbau von KI-Rechenzentren, hat in diesem Jahr zu höheren Kosten für DRAM- und NAND-Chips geführt.

Das bestätigte CRN auch der Manager eines führenden Lenovo-Partners aus den USA. Er berichtete, die Channel-Partner seien von Lenovo darauf vorbereitet worden, aufgrund von Technologieengpässen zumindest für die kommenden 24 Monaten mit Preiserhöhungen zu rechnen. "Wir wurden auf dieses Thema Knappheit vorbereitet, also auf ein Umfeld von Angebot und Nachfrage, das mindestens in den nächsten 24 Monaten von Engpässen geprägt sein wird. Deshalb war das erwartbar. So konnten wir die Auswirkungen auf unsere Kunden und auf unser eigenes Geschäft minimieren", sagte der Manager, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Ähnliches berichteten auch andere Partner, sie sagten, Lenovo habe die erwarteten Preiserhöhungen frühzeitig kommuniziert, damit sie gegenüber ihren Kunden transparent bleiben können. "Bei kundenspezifischen Deals hat man in der Regel ein kleineres Zeitfenster, weil die Systeme tatsächlich im Werk gebaut werden müssen. Lenovo muss also seine Lieferkette steuern. Uns hat Lenovo ein ausreichend langes Zeitfenster gegeben", bestätigte Hicks. "Jeder OEM hat derzeit mit einem sehr ähnlichen Problem steigender Preise zu kämpfen."

Den Partnern zufolge ist die Lenovo-Preiserhöhung im Hardware-Markt des Jahres 2026 somit kein Einzelfall. "So entwickelt sich die Branche derzeit nun einmal. [Lenovo] kann diese Komponenten nur aus einer begrenzten Zahl von Quellen beziehen und auch nur in begrenztem Umfang produzieren", erklärte der Manager des Lenovo-Partners. "Das ist bedauerlich, gibt uns aber auch die Chance, unseren Kunden zu helfen, sich anzupassen – und in einer sich ständig verändernden Liefer- wie auch Regulierungslandschaft nicht nur zu bestehen, sondern erfolgreich zu sein. … Es ist ein weiterer Punkt, an dem wir Kunden zeigen können, welchen Wert wir bieten, wenn wir sie durch schwierige Versorgungssituationen begleiten."

Rekordergebnis im vierten Quartal 2026 bei Lenovo

Der Lenovo-Umsatz hat zuletzt deutlich angezogen. Der Umsatz des Unternehmens stieg im vierten Quartal 2026 auf den Rekordwert von 21,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr und das stärkste Wachstum von Lenovo seit fünf Jahren. Die IDG von Lenovo meldete einen Gesamtumsatz von 14,6 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr erzielte Lenovo einen Umsatz von 83,1 Milliarden US-Dollar – das stärkste Jahresergebnis in der 42-jährigen Unternehmensgeschichte.

"Lenovo hat sein bestes Jahr aller Zeiten mit einem außergewöhnlichen vierten Quartal abgeschlossen, in dem wir unsere Zusagen erfüllt haben", sagte Lenovo-Chairman und CEO Yuanqing Yang im vergangenen Monat bei der Vorlage der Quartalszahlen. "Mit starkem Schwung in all unseren Geschäftsbereichen sind wir zuversichtlich, unser Ziel zu erreichen, innerhalb der nächsten zwei Jahre ein 100-Milliarden-Dollar-Unternehmen zu werden."

Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.

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