Lenovo mit "bestem Jahr aller Zeiten"
Dank einem rasanten Schlussspurt mit fast 500 Prozent Zuwachs beim Nettogewinn konnte Lenovo das vergangene Geschäftsjahr mit zahlreichen Rekorden abschließen und die Erwartungen deutlich übertreffen. CEO Yuanqing Yang sieht den Hersteller damit auf bestem Wege, "ein 100-Milliarden-Dollar-Unternehmen zu werden".
Nach drei starken Quartalen hat Lenovo seinem Geschäftsjahr mit einem fulminanten Abschluss die Krone aufgesetzt. Im von Januar bis März laufenden Schlussquartal übertraf der chinesische Hersteller die bereits mehrfach nach oben korrigierten Prognosen der Wall-Street-Analysten noch einmal deutlich und erzielte statt der von ihnen erwarteten 18,7 Milliarden US-Dollar einen Umsatz von 21,6 Milliarden Dollar. Damit markierte der Marktführer im weltweiten PC-Geschäft gleich mehrere Rekorde. Allen voran fuhr Lenovo dank dem kräftigen Schlussspurt neben dem größten Quartalsumsatz mit insgesamt 83,1 Milliarden Dollar zugleich auch noch den größten Jahresumsatz in der 42-jährigen Geschichte des Unternehmens ein.
Damit lag der Gesamtumsatz 27 Prozent über dem Vorjahreswert, was die höchste Wachstumsrate des Unternehmens seit fünf Jahren markierte. Damals hatte das Unternehmen einen enormen Schub durch die rasanten PC-Verkäufe im Zuge der Corona-Pandemie mitbekommen. Hinzu kamen etliche weitere Bestmarken, etwa beim Nettogewinn und dem Wachstum des KI-Geschäfts. Das begeisterte auch die Anleger entsprechend. Sie trieben den Wert der Aktien des Technologiekonzerns (LNVGY) nach der Bekanntgabe der Zahlen am Freitag um mehr als 18 Prozent nach oben, von 33,92 auf mehr als 40 Dollar pro Anteilsschein.
"Lenovo hat sein bestes Jahr aller Zeiten mit einem außergewöhnlichen vierten Quartal abgeschlossen, in dem wir all unsere Versprechen eingelöst haben", freute sich Lenovo-CEO Yuanqing Yang und steckte umgehend das nächste große Ziel ab – die Marke von 100 Milliarden Dollar: "Mit starkem Rückenwind in all unseren Geschäftsbereichen sind wir zuversichtlich, unser Ziel zu erreichen, innerhalb der nächsten zwei Jahre ein 100-Milliarden-Dollar-Unternehmen zu werden und zugleich weiterhin starke Renditen für unsere Aktionäre zu erzielen."
[siehe auch: Lenovo justiert sein Partnerprogramm neu]
KI-Geschäft als starker Treiber
Um dieses ambitionierte Umsatzziel erreichen zu können, muss Lenovo das starke Wachstum weiter aufrechterhalten. Eine wesentliche Rolle wird dabei das KI-Geschäft spielen, dessen Boom sich Lenovo mit seinen KI-Hardware- und -Lösungsangeboten wie KI-PCs und -Smartphones, speziellen KI-Servern mit entsprechenden Grafikprozessoren sowie Dienstleistungen zunutze machen und in weiteres Umsatzwachstum verwandeln will. Die Voraussetzungen dafür stehen gut. Denn das Rekordergebnis im vierten Quartal wurde nicht zuletzt von einem Umsatzsprung aus ebendiesem Bereich befeuert. Im Jahresvergleich stieg der KI-bezogene Umsatz im Q4 um 84 Prozent und machte damit erstmals mehr als ein Drittel (38 Prozent) des Gesamtumsatzes des Unternehmens aus.
Produktseitig waren hier besonders die KI-Server stark gefragt, dank des weltweiten Booms bei Rechenzentrumsprojekten von Unternehmenskunden bis hin zu den Hyperscalern wuchs die Auftragspipeline für KI-Server von Lenovo auf 21 Milliarden Dollar an. Zugleich vermeldete das Unternehmen mehr als 5.800 KI-Implementierungen bei Kunden. Im Gesamtjahr hat sich der KI-bezogene Umsatz von Lenovo damit mehr als verdoppelt und ist um 105 Prozent gewachsen. Um die Nachfrage weiter bedienen zu können, baut Lenovo seine Produktionskapazität beständig weiter aus, sodass nach eigenen Angaben aktuell pro Jahr mehr als 70.000 Racks in den Bereichen KI-, Compute- und Storage-Systeme gefertigt werden können, darunter mehr als 11.000 direkt flüssigkeitsgekühlte Racks für KI-Workloads.
Explodierender Nettogewinn
Last, but not least vermeldete Lenovo hinsichtlich des Nettogewinns einen weiteren beachtlichen Rekord. Mit 521 Millionen Dollar lag dieser im vierten Quartal sagenhafte 479 Prozent über dem Wert aus dem Vorjahr. Auch dieser Rekord aus dem Q4 hinterließ entsprechende Spuren in der Gesamtbilanz: Über das vollständige Geschäftsjahr kletterte der Nettogewinn um rund 43 Prozent auf 2 Milliarden Dollar. "Im gesamten Geschäftsjahr konnten wir sowohl die operative als auch die Nettomarge steigern – getragen von Effizienzgewinnen im operativen Geschäft, größerem Skaleneffekt und einer strategisch verbesserten Umsatzstruktur im Konzern. Der bereinigte Nettogewinn stieg im Jahresvergleich um 43 Prozent und wuchs damit mehr als doppelt so schnell wie der Umsatz", rechnete Lenovo-CFO Shao-Min Cheng in einer Analystenkonferenz vor. Auch das sicherlich ein Faktor, der die Anleger zu weiteren Käufen motiviert hat.
Lenovos nach Umsatz größter Geschäftsbereich war im vierten Quartal erneut die Intelligent Devices Group (IDG), für die ein Gesamtumsatz von 14,6 Milliarden Dollar und ein Plus von 24 Prozent im Jahresvergleich vermeldet wurden. Das größte Umsatzwachstum verzeichnete der Hersteller jedoch bei der Infrastructure Solutions Group (ISG). Mit einem Anstieg um 37 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar erreichten die operativen Gewinne und Margen einen neuen Höchstwert seit dem Einstieg in das Geschäft. Lenovos Solution and Services Group (SSG) erwirtschaftete einen Umsatz von 2,6 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 19 Prozent im Jahresvergleich entspricht.
"Durch die konsequente Umsetzung unserer Hybrid-AI-Strategie sind wir in einer einzigartigen Position, die neue Welle der KI-Inferenz und der breiten Verfügbarkeit von KI anzuführen", zeigte sich Yang überzeugt, das starke Wachstum auch in den nächsten Monaten und Quartalen fortsetzen und die gesteckten Ziele erreichen zu können.
CRN-Newsletter beziehen und Archiv nutzen - kostenlos: Jetzt bei der CRN Community anmelden