Die "Security-Armutsgrenze" als Chance und Herausforderung für MSPs
"Wenn Ihnen das Geld fehlt, um die Tools und das nötige Fachwissen einzukaufen, können Sie keine guten Sicherheitsergebnisse erzielen. Manchmal reicht das Geld zwar für die Tools, aber Ihnen fehlen die nötige Expertise oder die Fähigkeiten, um oberhalb dieser Grenze zu agieren", warnt Tomi Vuorio, Channel Account Manager bei Sophos.
Bei der "Cybersicherheits-Armutsgrenze" geht es nicht allein darum, wie viel Geld ein Unternehmen ausgeben kann. Entscheidend ist vielmehr die Lücke zwischen dem Kauf von Sicherheitstechnologie und der Fähigkeit, sie effektiv zu betreiben. "Wenn Ihnen das Geld fehlt, um die Tools und das nötige Fachwissen einzukaufen, können Sie keine guten Sicherheitsergebnisse erzielen. Manchmal reicht das Geld zwar für die Tools, aber Ihnen fehlen die nötige Expertise oder die Fähigkeiten, um oberhalb dieser Grenze zu agieren", erläuterte Tomi Vuorio, Channel Account Manager beim britischen Cybersicherheitsanbieter Sophos.
Vuorio sprach diese Woche auf der XChange-NexGen-Konferenz von The Channel Company, der Muttergesellschaft von CRN, in Orlando im US-Bundesstaat Florida. Er erklärte, dass Unternehmen jeder Größe Schwierigkeiten haben, komplexe Sicherheitsumgebungen zu koordinieren: Nicht miteinander vernetzte Produkte führen zu separaten Dashboards und verhindern den Austausch von Bedrohungsinformationen zwischen den Sicherheitssystemen.
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"Sie fügen weitere Konsolen und Tools hinzu. Gartner hat ermittelt, dass jedes Jahr 240 Milliarden US-Dollar für Cybersicherheit ausgegeben werden", führte er aus. "Das bedeutet mehr Tools, mehr Anbieter und mehr Dashboards als je zuvor. Dennoch nehmen die Bedrohungen weiter zu – hinsichtlich Häufigkeit, Kosten und Auswirkungen." Für MSPs bedeutet diese Herausforderung, als virtueller Chief Information Security Officer (vCISO) zu agieren und Kunden zu beraten, die sich eine entsprechende interne Stelle nicht leisten können.
"Die meisten von Ihnen sind nicht mit diesem Ziel angetreten, und diese Aufgabe wird auch nicht leichter", sagte er. Dabei verwies er auf KI als weiteren Faktor, der Angriffe beschleunigt und die Abwehr erschwert. Er zitierte Gartner-Prognosen, denen zufolge bis Ende 2026 40 Prozent der Unternehmensanwendungen über integrierte KI-Agenten verfügen werden. Gleichzeitig haben nur 18 Prozent der Unternehmen eine Richtlinie zur KI-Sicherheit. Für MSPs ergeben sich daraus Chancen, KI-Governance, Bewertungen der Cyberresilienz und Risikoberatung anzubieten.
MSP-Inhaber Travis Woods erklärte, dass die digitale Armutsgrenze mehr umfasst als nur die Möglichkeit, Tools zu kaufen. "Es geht darum, jemanden zu haben, der das nötige Können und die Tools mitbringt und weiß, wie man Unternehmen schützt", sagte Woods, CEO von Fort Point IT mit Sitz in San Francisco.
Er ergänzte, dass kleinere Unternehmen bei der Koordination dieser Ressourcen vor größeren Herausforderungen stehen. "Sehr vielen kleineren Unternehmen fehlen die Möglichkeiten oder das Budget für ein koordiniertes Vorgehen", konstatierte er. "Sie können die Tools kaufen, haben aber nicht die dazugehörigen Dienstleistungen, oder sie können sich die weiteren dafür erforderlichen Komponenten nicht leisten."
Vuorio zufolge können MSPs diese Lücke schließen, indem sie Sicherheitsberatung in standardisierte, wiederholbare Dienstleistungen bündeln. Dazu gehören Compliance-Bewertungen, Berichterstattung und laufendes Risikomanagement. Er ergänzte, dass MSPs die Cybersicherheits-Armutsgrenze überwinden, indem sie über den Verkauf und die Verwaltung einzelner Produkte hinausgehen und stattdessen Sicherheitsergebnisse, kontinuierliche Verbesserungen und Beratung liefern.
Dieser Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com.
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