ConnectWise-CEO: Wissensfülle schafft jede Menge Chancen und Jobs
Manny Rivelo, CEO von ConnectWise, erläutert auf der IT Nation 2026 ANZ in Australien, warum MSPs ihre Denkweise neu ausrichten müssen. "Wir leben in einer Zeit, in der man auf alles neugierig sein muss. Denn alles verändert sich", sagt Rivelo im Interview mit CRN.
Während die KI-Revolution Unternehmen weltweit weiter verändert, müssen MSPs offen dafür sein, sich weiterzubilden und dazuzulernen, damit sie nicht den Anschluss verlieren. Im Gespräch mit CRN Australien auf der ConnectWise IT Nation ANZ sagte Manny Rivelo, CEO des Softwareanbieters, es müsse ein "Umschulen" stattfinden. "Unternehmen werden optimieren und sich anschließend neu ausrichten. Es geht um Re- und Weiterqualifizierung", erklärte er.
"Jemand in unserem Unternehmen hat das gesagt, und das ist bei mir hängen geblieben: 'Wenn wir uns deutlich autonomer und agentischer aufstellen, wird KI dich nicht ersetzen – aber wenn du KI nicht verstehst, wird dich KI sehr wohl ersetzen.'"
Während seiner Keynote auf der IT Nation ANZ in Sydney sagte Rivelo, die Zukunft der MSPs liege im Management von Intelligenz. Auf die Frage, wo seine australischen Partner auf diesem Weg stehen, sagte er jedoch, sie stünden noch am Anfang dieser Transformation. "Wir sehen wahrscheinlich ein halbes bis ein Dutzend Partner, die bereit sind. Im Laufe der vergangenen Woche waren sie alle bereit, diesen Weg einzuschlagen", sagte er und verglich die Lage mit einem Schneeballeffekt. Die Transformation werde "sich beschleunigen und immer größer werden."
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Rivelo merkte an, dass dieser Weg auch dazu beitrage, zu "entmystifizieren", was KI sei. "Wir müssen besser darüber sprechen. Was wir tun, ist: Wir helfen euch dabei, eine Aufgabe zu erledigen", so der CEO von ConnectWise.
"Eine Aufgabe, die früher ein Mensch erledigt hat – und genau darin lag die Begrenzung: in der menschlichen Arbeitskraft. Jetzt braucht man ihn dafür nicht mehr.
Lesen Sie im Folgenden das Interview von CRN mit Manny Rivelo …
CRN: Wie nehmen Sie MSPs die Angst, die noch immer glauben, dass KI ihre Jobs stehlen oder sie überflüssig machen wird?
Manny Rivelo: In all den zurückliegenden industriellen Umbrüchen – von der Erfindung des Rads über die industrielle Revolution bis hin zu Technologie und Internet und dem, was jetzt mit KI geschieht – gibt es heute fast weniger Arbeitslosigkeit als je zuvor. Die Branche durchläuft eine gewisse Rationalisierung und stellt fest, dass einige Tätigkeiten, die wir bislang ausgeübt haben, nicht mehr gebraucht werden. Denken Sie an die Fertigungslinie: Früher standen dort Menschen am Band, heute sind es Roboter.
Werden Menschen jetzt noch gebraucht? Ja. Roboter montieren nicht einfach die Räder oder Türen am Auto; Menschen überwachen die Roboter, damit Räder und Türen korrekt angebracht werden. Die Arbeit, die man macht und die Art, wie man sie macht, verändern sich. Wir müssen verstehen: Ja, diese Rationalisierung findet statt. Aber Unternehmen stellen zugleich Arbeitskräfte mit anderen Kompetenzen ein, etwa um Automatisierung zu steuern.
Eine Fülle an Wissen wird eine Fülle an Chancen und Jobs schaffen. Die Frage ist: Werden wir diese Chancen ergreifen? Die Angst lautet immer: 'Ich werde meinen Job verlieren, weil es irgendein Werkzeug gibt, das mir die Arbeit wegnimmt.'
Die entscheidende Frage wird sein: Wenn dieses Werkzeug so viel mehr Intelligenz schafft, wie steuert man diese Intelligenz? Warum werde ich nicht die Person, die dafür verantwortlich ist, diese Intelligenz zu überwachen, zu steuern und daraus Wert zu schaffen? Es ist eine Transformation. Aber man kann es sich nicht leisten, sie nicht mitzugehen.
CRN: Wenn Sie mit Partnern über agentische KI sprechen: Wie lautet der Konsens zu dieser Technologie?
Rivelo: Es gibt noch immer eine gewisse Fragmentierung rund um das Thema. Aber wenn wir dieses Jahr abschließen und ins nächste gehen, wird die Frage verschwinden, ob KI real ist oder ob sie mein Geschäft beeinflussen wird. Wir befinden uns in einer Phase der Neugier, in der die Menschen sagen: 'Ich weiß, dass ich etwas tun muss – aber wie mache ich das?'
Es gibt Leute, die diesen Weg wahrscheinlich schon vor einem Jahr oder noch früher begonnen haben, aber der Markt war noch nicht so weit. Die Angebote waren noch nicht da. Also haben sie einige Leute eingestellt, um eigene Lösungen zu entwickeln. Daraus ziehen sie bereits einen gewissen Nutzen.
Ich habe heute nicht darüber gesprochen, aber die verfügbaren Marktdaten – nicht MSP-spezifisch, sondern deutlich breiter gefasst, was die Zahlen vermutlich etwas erhöht – zeigen: Laut McKinsey-Daten schaffen 20 bis 30 Prozent aller KI-Projekte einen gewissen Mehrwert. Das ist immer noch eine ziemlich hohe Misserfolgsquote; transformativen Mehrwert liefern lediglich 6 Prozent.
Man entwickelt also einen Agenten und fragt sich: Funktioniert er oder funktioniert er nicht? Wir haben uns viel Zeit genommen. Jedes Unternehmen, das Sie auf der Bühne gesehen haben, hat Agenten, die funktionieren. Wir schaffen einen ROI, und jeden Tag zeigen wir Ihnen, was wir für Sie getan haben. Der Agent sagt Ihnen jeden einzelnen Tag, welche Aufgaben er erledigt hat. Es ist nicht leicht, eine solche transformative Rendite für Ihr Unternehmen zu erzielen. Es gibt dabei viele Risiken.
Was Sie dennoch sehen werden: In einem Jahr wird die breite Masse Agenten kaufen, um Intelligenz digital zu nutzen und zu komprimieren und so ihre Transformation zu beschleunigen.
Sobald sich Unternehmen selbst optimiert und wieder Kapazitäten gewonnen haben, sollten sie einen Teil dieser Energie schließlich darauf verwenden, den Endkunden dabei zu helfen, agentisch zu werden – und sie zu schützen.
CRN: Sehen Sie die Entwicklung bei agentischer KI ähnlich wie die bei Cloud Computing?
Rivelo: Es gibt Unterschiede: KI entwickelt sich deutlich schneller als die Cloud – und sie ist anders. Cloud war und ist eine Möglichkeit, IT auszulagern, ein eigenes Rechenzentrum aufzubauen und sich stattdessen auf die Anwendung zu konzentrieren. Die Cloud hat die Software-Bewegung unterstützt. Vor einigen Jahren sagte Andreessen Horowitz [Venture Capital-Firma aus Menlo Park, Kalifornien] sinngemäß: "Software frisst die Welt". Gemeint war damit, dass Software inzwischen überall Einzug hält und alles verändert. Man sieht das an all den Apps auf dem Smartphone, die uns deutlich produktiver gemacht haben. Die Cloud hat das ermöglicht.
Sie stellte im Grunde unbegrenzte Rechenleistung, Speicher und Netzwerkkapazitäten bereit. Darüber hinaus erhielt man alle Werkzeuge, die man benötigt, um eine Anwendung zu schreiben – inklusive Datenbanken. Es war fast so, als müsse man jemanden nur darin schulen, beispielsweise AWS zu nutzen; danach musste diese Person nur noch ihre Kreativität mitbringen.
Man ist wie ein Maler, der einen Raum betritt, in dem alle Paletten mit allen Farben bereitstehen und alles vorhanden ist, was man braucht. Genau das haben AWS und die Cloud geleistet: Sie haben den Bau von Anwendungen demokratisiert.
Das war explosiv und hat enormen Wert geschaffen, weil es uns produktiver gemacht hat. Aber die Begrenzung war immer noch der Mensch. Die Begrenzung lag in der Anwendung. Agentische Technologie hingegen ahmt einen Menschen nach und versucht, besser als ein Mensch zu werden. Dadurch kann sie anwendungsübergreifend arbeiten.
CRN: Was schätzen Sie am australischen Markt besonders?
Rivelo: Er ist sehr fortschrittlich. Wenn man weltweit auf die Einführung von Technologie blickt, war der australische Markt bei der Cloud führend. Als ich erstmals hier war, sprach ich mit der Macquarie Bank und anderen Banken vor Ort – und sie waren bereits in der Cloud. Sie alle nutzten die Cloud.
Sie haben Cloud-Architekturen sehr schnell übernommen. Sie werden auch die nächste technologische Evolutionsstufe sehr schnell übernehmen – das ist Teil der Kultur. In diesem Land gibt es Innovationskraft. Die Menschen sind neugierig; teilweise mag das daran liegen, dass Australien aus Sicht eines Großteils der Welt am anderen Ende der Welt liegt. Man muss eigenständig werden. Man muss sich entsprechend weiterentwickeln. Genau das sticht für mich heraus. Es ist ein großartiger Ort, um zuzuhören und Erkenntnisse mitzunehmen, weil das Land und die Menschen insgesamt sehr fortschrittlich sind. Sie werden die Technologie übernehmen. Zeigt man ihnen den Weg, steigen sie sehr schnell ein.
CRN: Herr Rivelo, was begeistert Sie an Technologie?
Rivelo: Der Wandel. Ich bin im Silicon Valley mit der Mentalität des Silicon Valley aufgewachsen. Für mich ist die interessanteste Eigenschaft einer Organisation oder einer Person Neugier. Wer neugierig ist, hinterfragt stets die Dinge um sich herum und sucht nach einem besseren Weg.
Das bedeutet nicht, dass man nicht würdigt, was bereits erreicht wurde. Aber man hinterfragt Dinge und fragt: 'Wie können wir es besser machen? Wie können wir mehr erreichen? Wie können wir uns selbst disruptieren, bevor es jemand anderes tut?' Neugier ermöglicht genau das.
Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Mitarbeitende kamen in mein Büro und sagten: 'Manny, lass mich dir das zeigen. Wir haben das Geschäft beispielsweise um 30 Prozent gesteigert.' Ich antwortete: 'Großartig, tolle Arbeit. Warum waren es nicht 50 Prozent?' Damit will ich das Ergebnis nicht kleinreden – aber warum waren es nicht 50 Prozent?
Was haben wir daraus gelernt? Es ist das eine, wenn die Zahl negativ ist und jemand sagt: 'Nun, das ist passiert. Was tun wir dagegen?' Wenn sie aber positiv ist, warum fragen wir uns dann nicht: 'Wie legen wir noch mehr nach und entfachen das weiter?' Woher weiß ich überhaupt, dass 30 gut ist? Wie entwickelt sich der Markt?
Wenn die Flut kommt, steigen alle Boote. Ob unser Boot stärker gestiegen ist als andere, ist kein fairer Vergleich – schon gar nicht, wenn man die zugrunde liegenden Faktoren nicht versteht, warum das Geschäft gewachsen ist.
Wenn ich auf Menschen schaue – und ich mache mein Team damit manchmal wahnsinnig –, frage ich immer: 'Kann das besser werden? Was können wir tun?' Es geht nicht darum, großartige Arbeit kleinzureden. Es geht darum, die Möglichkeiten dessen herauszufordern, was wir erreichen können. Für mich steht fest: wir leben in einer Zeit, in der man auf alles neugierig sein muss. Denn alles verändert sich.
Der Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation CRN Australia.
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