Steinberger geht mit OpenClaw zu OpenAI

Während sich seine KI OpenClaw rasant verbreitet und immer mehr Firmen zu Warnungen vor ihrer Nutzung in Produktivumgebungen nötigt, heuert ihr Erfinder Peter Steinberger jetzt beim ChatGPT-Konzern OpenAI an. Sein Projekt, das derzeit einen Run auf Mini-Rechner wie den Raspberry Pi auslöst, soll auch dort Open Source bleiben.

Peter Steinberger geht mit seinem KI-Agenten OpenClaw zu OpenAI. Ob der Wechsel zu OpenAI auch schon bei der letzten Umbenennung von Clawbot zu OpenClaw ein Rolle gespielt hat, ist nicht bekannt. (Foto: ZIB/Youtube)

Das Interesse an der experimentellen KI OpenClaw des Österreichers Peter Steinberger nimmt weiter rasant zu. Immer mehr Experten aber auch andere Interessierte wollen selbst ausprobieren, was der Agent kann und damit einen Blick in die mögliche KI-Zukunft werfen. Allzu oft lassen sie dabei allerdings – trotz aller Warnungen – die notwendigen strengen Sicherheitsmaßnahmen außer Acht. Da Sicherheit und Datenschutz bei OpenClaw bewusst dem Zweck der technologischen Demonstration untergeordneten wurden, ist sein unkontrollierter Einsatz gerade für Unternehmen und Organisationen nochmals deutlich gefährlicher als bei ChatGPT und anderen öffentlichen Modellen. Deshalb sehen sich immer mehr Unternehmen dazu gezwungen, ihren Mitarbeitern die Nutzung auf Arbeitsgeräten und -Umgebungen explizit zu untersagen.

Doch nicht nur in dieser Hinsicht bringt der Hype OpenClaw und seinem Erfinder viel Aufmerksamkeit. So wurde in den letzten Wochen immer wieder über Offerten großer Konzerne für Steinberger gemunkelt. Unter anderem soll ihm Meta, das seinen Angestellten bei der Nutzung von OpenClaw auf Firmenrechnern mit Kündigung droht, ein lukratives Angebot unterbreitet haben. Das Rennen gewonnen hat nun allerdings ein anderer Anbieter: Wie Steinberger in seinem Blog mitteilt, wird er zu OpenAI gehen. Das bestätigt auch OpenAI-Chef Sam Altman auf X und lobt den Neuzugang als " Genie mit vielen beeindruckenden Ideen für die Zukunft hochintelligenter Agenten, die miteinander interagieren, um sehr nützliche Dinge für Menschen zu erledigen". Unbestätigten Gerüchten zufolge hat er auch weiteren Entwicklern, die zu OpenClaw beigetragen haben, Angebote unterbreitet.

In jedem Fall kommt zusammen mit Steinberger auch sein Baby OpenClaw zu OpenAI. Wie Altman versichert, soll es dort in einer Stiftung als Open-Source-Projekt weitergeführt und unterstützt werden. "Die Zukunft wird sehr stark von Multi-Agenten geprägt sein, und es ist uns wichtig, Open Source als Teil davon zu fördern", so Altman. Sein Unternehmen kann neues Talent, frische Ideen und positive Nachrichten derzeit in jedem Fall gut gebrauchen. Die Konkurrenz holt auf oder hat die Modelle von OpenAI gar schon überholt, wie es Experten etwa Google und Anthropic attestieren. Das hatte in letzter Zeit auch einige Entwickler dazu gebracht, die Seiten zu wechseln. Zugleich will Großinvestor und Ankerkunde Microsoft unabhängiger von OpenAI werden und dazu in den nächsten Jahren verstärkt in die Entwicklung eigener moderner KI-Modelle investieren.

Run auf Mini-Rechner wie Mac Mini und Raspberry Pi

Zugleich sorgt Steinbergers OpenClaw aktuell noch bei zwei anderen Unternehmen für frohe Botschaften. Apple und die Raspberry Pi Holdings freuen sich über einen reißenden Absatz ihrer Mini-Rechner Mac Mini und Raspberry Pi, die von jenen, die die Warnhinweise berücksichtigen gerne genutzt werden, um auf OpenClaw auf ihnen in einer sicheren Umgebung zu betreiben. Nicht zuletzt deshalb hat sich der Kurs von Raspberry in den letzten Tagen beinahe verdoppelt, während Händler von regelrechten Hamsterkäufen und Verknappungen berichten.

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