Speicher und GPUs: Viel Umsatz, aber wenig Ware und Marge

Die aktuellen Zahlen von IT-Scope belegen eindrucksvoll das Dilemma, in das die rasante Teuerung bei Speicher den Channel bringt: Trotz eines stark wachsenden Interesses und auch Umsatzes werden letztendlich weniger Speicherprodukte verkauft. An anderer Stelle registriert die Beschaffungsplattform dafür einen kräftig steigenden Absatz von Smartphones.

(Foto: ITscope / KI-generiert)

Das aktuelle Marktbarometer von ITscope zeigt erhebliche Verwerfungen im dritten Quartal auf, insbesondere beim Speicher. Zwar ist demzufolge das Interesse an Speicherprodukten im Channel deutlich gestiegen, der Absatz jedoch eingebrochen. Zwischen Juli und September verzeichnete die Handelsplattform 74 Prozent mehr Klicks auf die 100 meistverkauften Speicherbausteine und 58 Prozent größere Abrufzahlen für die Top-SSDs als noch im Vorjahr. Der Umsatz mit Speichern hat sich damit einhergehend mehr als vervierfacht und bei SSDs verdoppelt.

Allerdings war das einzig den enormen Preissteigerungen zuzuschreiben, wie ein Blick auf die Stückzahlen zeigt: Diese lagen bei Speicherbausteinen fast ein Drittel (31 Prozent) unter und bei SSDs in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. "Gerade bei Speicherprodukten zeigt sich, warum Stückzahlen allein derzeit nur einen Teil des Bildes liefern", erläutert Oliver Charles, Managing Director bei ITscope. "Unternehmen geben für eine ähnliche oder sogar geringere Zahl an Produkten deutlich mehr aus als noch vor einem Jahr."

Highend-GPUs: Anschauen ja, kaufen nein

Beispiel NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell Server Edition: Während das Interesse und die Preise steigen, bleiben die Verkäufe konstant (Grafik: ITscope)

In ganz ähnlicher Weise gilt das auch für die Grafikkarten. Hier war das Interesse der Händler an den 100 Top-Produkten 64 Prozent größer als noch im Q3 2025. Besonders oft klickten sie hochpreisige Modelle an, mehr als die Hälfte der Klicks entfiel auf Grafikkarten mit einem Einkaufspreis jenseits der 2.000 Euro, wie etwa die Gigabyte GeForce RTX 5090 Gaming OC (durchschnittlicher HEK: 4.800 Euro) oder auch die NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell Server Edition (durchschnittlicher HEK: 15.000 Euro), an. Bestellt wurden sie jedoch nur "vereinzelt", berichtet Charles und konstatiert: "Die meistgeklickten Produkte sind eben nicht automatisch die meistgekauften." Insgesamt bliebt die Bestellmenge bei den Grafikkarten ebenfalls ähnlich wie im Vorjahr, während sich das finanzielle Volumen der ebenfalls stark vom Speicher abhängenden Produkte beinahe verdreifacht hat.

Smartphones verlassen das Tal der Tränen

Mit dem steigenden Interesse nimmt zumindest bei den Smartphones auch der Absatz entsprechend kräftig zu (Grafik: ITscope)

Gute Nachrichten vermeldet ITscope unterdessen bei Smartphones, die das aufgezeigt Muster durchbrechen. Nicht nur wurden die 100 Top-Geräte von den Händlern fast doppelt so oft (+97 Prozent) aufgerufen wie im Vorjahreszeitraum, zugleich wurden auch 63 Prozent mehr Smartphones bestellt und sorgten für 82 Prozent mehr Umsatz. Bei den einzelnen Geräten belegte Apple mit iPhone 16e, iPhone 17, iPhone 17e und iPhone 17 Pro Max alle vier vorderen Plätze in Serie. Dafür konnte Marktführer Samsung über das Gesamtfeld hinweg jedoch die meisten Klicks verbuchen. "Der Sprung bei Smartphones hängt nicht an einem einzelnen Bestseller", bestätigt Charles. "Das Interesse verteilt sich über viele Modelle – die Kategorie ist insgesamt deutlich stärker in den Fokus gerückt."

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