Snowflake Jahresstart 2026 - rasant und brisant

Anhaltende Kursschwankung an der Böse und Übernahme, deutscher Channel-Chef weg, Vertiefung der Google-Partnerschaft: US-Clouddatenspezialist Snowflake sorgt gleich nach Jahresbeginn für einige Schlagzeilen. Mit dem Weggang von Lukas Chilipala, CRN-Channel-Manager des Jahres, verliert der deutsche Snowflake-Channel einen ausgezeichneten Fürsprecher.

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Sridhar Ramaswamy, CEO von Snowflake, kündigt die Übernahme von Observe an

Snowflake-Aktionäre brauchen auch im neuen Jahr gute Nerven: Der Aktienkurs bleibt auch in den ersten Januartagen volatil. Auf die Meldung am Donnerstag vergangener Woche, das auf Observability spezialisierte Start-up Observe zu übernehmen, sanken die Papiere des Anbieters für Datenverwaltung in der Cloud. Die Berg- und Talfahrt des vergangenen Jahres scheint sich fortzusetzen. Zwar konnten Anleger 2025 mit Snowflake ein Jahresplus von mehr als einem Drittel verbuchen. Doch Anfang Dezember schockte das Unternehmen mit einer Gewinnwarnung. Infolge brach der Aktienkurs um 17 Prozent ein, rutschte von 265 US-Dollar am 3.Dezember 2025 auf den Jahresschlusskurs von knapp über 219 Dollar, wo er aktuell an der Nasdaq steht – nach 233,50 Dollar vor der Akquisitionsankündigung.

Akquisition von Observe

Wieviel Snowflake für Observe zahlt, ist nicht bekannt. Technologisch soll das Start-up aus dem Silicon Valley die Leistung der Datenverwaltungsplattform von Snowflake erheblich steigern können. "Durch die Integration der Funktionen von Observe direkt in die Snowflake AI Data Cloud ermöglichen wir unseren Kunden, die unternehmensweite Beobachtbarkeit von Terabytes bis Petabytes an Telemetriedaten mit einer modernen, skalierbaren Architektur und KI-gestützten Workflows zur Fehlerbehebung zu verwalten", sagt Sridhar Ramaswamy, CEO von Snowflake. Man sei so in der Lage, "die nächste Generation der Observability-Architektur einzuleiten und die Präsenz auf dem schnell wachsenden Markt für IT-Betriebsmanagement-Software auszubauen".

Jeremy Burton, CEO von Observe, will an der Seite des neuen Eigners expandieren. "Mit der Unterstützung von Snowflake bei der Skalierung werden wir in der Lage sein, mehr Unternehmen weltweit Observability zu bieten und ihnen dabei zu helfen, zuverlässige, leistungsstarke KI-Anwendungen und -Agenten zu betreiben". Der Abschluss der Transaktion wird noch in diesem Jahr erwartet.

Observe schließt Finanzierungsrunde über 156 Millionen US-Dollar ab

Observe bietet Kunden Auswahlmöglichkeiten durch eine offene Standardarchitektur, die auf Apache Iceberg für die Speicherung und OpenTelemetry für die Erfassung basiert. Das Unternehmen strebt eine deutliche Kostensenkung durch den Einsatz von kostengünstigem S3-Speicher, Komprimierung und elastischen Rechenressourcen an. Observe wird Observability zum Kernstück seiner Plattform für KI-Daten-Cloud machen und damit den Übergang von reaktiver zur proaktiven Überwachung riesiger Datenmengen vorantreiben.

Im August schloss Observe eine Finanzierungsrunde der Serie C in Höhe von 156 Millionen US-Dollar ab. Die Runde wurde von Sutter Hill Ventures angeführt, unter Beteiligung von Madrona Ventures, Alumni Ventures, Snowflake Ventures und Capital One Ventures.

Deutscher Channel einstweilen ohne Chef

Für eine Überraschung sorgte bei Snowflake Lukas Chlipala. Vor zwei Monaten gab er auf Linkedin seinen Abschied vom US-Softwarehersteller bekannt. Vor sieben Jahren hatte sich der deutsche Channel-Chef von Snowflake bei einem Bier zu einem Wechsel zum Cloud-Dataspezialisten überreden lassen. Der damalige frisch ernannte Landeschef Germany, Arjan van Staveren, suchte einen Manager für den Aufbau eines Channels. Er sei ein "kalkuliertes Risiko" eingegangen und in das damals noch noch unbekannte Start-up eingestiegen, so Chlipala. Den Channel baute er schnell auf, und das so überzeugend erfolgreich, dass die Zahlen und Stimmen der Snowflake-Partner, die der Manager der CRN-Jury für den Award des Channel-Chefs 2025 in seiner Bewerbung vorlegte, ihm die Auszeichnung einbrachte und er unter 16 Bewerbern und Bewerberinnen zum Sieger gekürt wurde.

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Vergangenen Oktober in Mainz überreichte CRN Lukas Chlipala den Award für den Channel-Chef des Jahres 2025 für die eindrucksvollste Bewerbung unter 16 Einreichungen. Da wusste er wohl schon, dass er Snowflake und den deutschen Channel verlassen wird (Foto: CRN)

Seinem Ex-Chef bei Snowflake, Arjan van Staveren, ist die Leistung von Chlipala noch in Erinnerung, und das so gut, dass er ihn ein zweites Mal abwarb. Dieses Mal aber mit einem Wechsel in ein ebenfalls spannendes Segment, das mit Daten und KI zu tun hat, aber mit einem ungleich höheren Risiko behaftet ist als die Marktaussichten für die Datenverwaltungsplattform von Anbietern wie Snowflake. Chlipala und van Staveren machen jetzt in Robotic und haben bei RoboCo angeheuert – einem 2020 aus der TU München heraus gegründeten Start-up.

Als neuer Leiter für den globalen Channel und Allianz-Partner soll Chlipala das Netzwerk an Lösungs- und Technologiepartnern ausbauen, Staveren, seit Mail 2025 Chief Revenue Officer, für Umsatz bei den Münchnern um CEO Roman Hölzl sorgen. "Ich beginne eine neue Herausforderung. Es ist eine Aufgabe, bei der ich wieder viel lernen muss, was mich glücklich aus meiner Komfortzone herausholt. Ich freue mich auf dieses nächste Kapitel", so Chlipala vor 2 Monaten in seinem Linkedin-Post. Sein Erfolgsrezept? "Eine besondere Anmerkung an unsere Partner: Die Wahrheit ist, dass ich meinen Erfolg zu 100 % Ihnen allen verdanke", bedankt er sich bei seinem deutschen Snowflake-Channel.

Bei RoboCo wartet auf ihn das nächste große Ding der Innovationstechnologie: Verknüpfung von Softwareplattformen und Echtzeitdaten mit Hardware, kurz: Robotic. Dafür braucht es zuvorderst Systemintegration und Partner, die Roboter dort einsatzfähig machen, wo sie gebraucht werden. Das Schmücken eines Christbaums, wie es nicht unbedingt zarte Roboterhände im Video von RoboCo dennoch recht zufriedenstellend tun, ist wohl nicht das bevorzugte Einsatzszenario, mit dem Lukas Chlipala auf Partnersuche geht.

An anderer Stelle könnte die Suche bereits abgeschlossen sein. Wie CRN auf Nachfrage hört, könnte der neue Channel-Chef bald schon feststehen. Snowflake will den Wachstumskurs mit Partnern fortsetzen. Im Lösungsvertrieb und bei der Integration von Technologie von Drittanbietern.

Partnerschaft mit Google Cloud ausgebaut

Vergangene Woch kündigte Snowflake eine engere Zusammenarbeit mit Google an, dessen KI-Technologien Snowflake künftig mit seiner Daten- und KI-Pattform verzahnt. Googles LLMs Gemini 3 werden in die Datenumgebung von Snowflake integriert. Dazu zählen laut Snowflake intelligente Data Agents auf Basis von Gemini, ohne dass Unternehmen ihre Daten zwischen Plattformen verschieben oder kopieren müssten. Auf diese Weise würden Standards an Sicherheit, Compliance und Performance gewährleistet, teilt der Softwareanbieter mit.

Flankiert wird die Technologiezusammenarbeit mit diversen Vertriebsmaßnahmen: Dazu zählen gemeinsame Kundenprojekte, neue Co-Sell-Möglichkeiten sowie die Option, Transaktionen über den Google Cloud Marketplace abzuwickeln.

Über den Google Cloud Marketplace erreicht Snowflake Regionen, in denen man bisher nicht präsent ist. Für Saudi-Arabien wurde die Snowflake-Plattform kürzlich auf den dortigen Google Cloud Marketplace freigeschaltet. Ein weiterer Start in Melbourne in Australien ist für Anfang 2026 geplant.

Über den AWS Marketplace hatte Snowflake 2025 die Umsatzmarke von 2 Mrd. US-Dollar überschritten. Der Umsatz hat sich in den letzten Jahren jeweils verdoppelt.

Außerdem arbeitet Snowflake auch eng mit SAP zusammen. Im November unterzeichneten die Unternehmen eine Partnerschaft für eine "Business Data Fabric".

Artikel mit Material von Mark Hanaras von CRN USA.

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