Omnissa: Neuer CEO will VDI-Spezialisten in die "nächste Ära der Arbeitswelt" führen
Amit Singh hat 35 Jahre Unternehmer-Erfahrung, er war Vorstand bei Google Cloud und Palo Alto. Omnissa, ehemals VMware EUC, ist in einer "entscheidenden Phase": Den Citrix-Wettbewerber will Singh mit agentischer KI innovativer machen. Sein Vorgänger konnte sich einen Seitenhieb auf Broadcoms "Lizenzierungsmanöver" nicht verkneifen.
Omnissa-Investor KKR hat für den ausgeschiedenen CEO Shankar Iyer "die richtige Führungspersönlichkeit" gefunden, wie Angad Singh, Co-Head of Software Private Equity für Nordamerika bei KKR und Mitglied des Verwaltungsrats von Omnissa sagt (nicht verwandt mit Amit Singh). Der neue CEO Amit Singh ist seit mehr als 35 Jahren in der IT-Branche. Er ist Mitbegründer von Google Clouds, war im Vorstand des Hyperscaler. Von 2021 bis Ende 2025 arbeitete er für Security-Anbieter Palo Alto, zuletzt als Chief Business Officer.
"Ich freue mich sehr, in einer so entscheidenden Phase für das Unternehmen und die Branche zu Omnissa zu kommen", sagt Amit Singh zum Amtsantritt. Er sieht Omnissa als "klarer Marktführer bei Technologien für digitale Arbeitsumgebungen". Omnissa ist aus der Endcomputing-Sparte VMware EUC entstanden. Das VDI-Geschäft hatte Broadcom nach der Übernahme von VMware nicht weiter fortgeführt und 2024 an Investor KKR für rund 4 Mrd. US-Dollar verkauft.
Neue Ära: KI-Agenten
Der neue CEO sieht den Softwarehersteller an der Schwelle neuer, KI-getriebener Virtualisierungsplattformen für Clients. "Der Wandel hin zu agentischer KI verändert die Arbeitswelt und Endgeräte stehen im Mittelpunkt dieser Entwicklung. Gemeinsam werden wir weiter an Innovationen arbeiten und Produkte bereitstellen, mit denen unsere Kunden und Partner die nächste Ära der Arbeitswelt organisieren und absichern können," so Amit Singh.
Omnissa sei "klarer Marktführer im schnell wachsenden Markt für digitale Arbeitsumgebungen und Endgeräteverwaltung", sagt er. Das Unternehmen betreue mehr als 15.000 Unternehmenskunden und verwalte mehrere zehn Millionen Endgeräte. Im erstmals veröffentlichten Gartner-Bericht Endpoint Management Tools 2026 belegte die Omnissa-Plattform "in allen vier Anwendungsfällen den ersten Platz", teilt der US-Softwareanbieter mit.
Innerhalb eines Jahres werde jeder von einem Unternehmen verwaltete Laptop und jedes Smartphone ein Agentic Endpoint sein – also ein Endgerät, auf dem Dutzende von KI-Agenten laufen, die mit der Identität und den Berechtigungen der Person arbeiten, in deren Auftrag sie handeln", skizziert Singh die Arbeitswelt. "Omnissa verfügt bereits über den Agenten auf dem Gerät, die Zugangsdaten, den Datenverkehr, die Telemetriedaten und die Maßnahmen zur Problembehebung. Nun müssen wir all dies auf KI-Agenten ausweiten, damit CIOs und CISOs ihrem Einsatz sicher zustimmen können," so Amit Singh.
Zur Lizenzpolitik äußerste sich der neue CEO beim Amtsantritt nicht, auch nicht zur Vertriebsstrategie. Letzteres ist insofern entscheidend für Partner, da VDI-Spezialist Citrix mit der Entscheidung, den Channel-Vertrieb exklusiv in die Hände von Distributor Arrow zu legen, für Aufsehen sorgte. Der bis dato hierzulande größte Citrix-Distributor, ADN aus Bochum, hatte nach über 25 Jahren Partnerschaft mit Citrix die Distributionsrechte verloren. Und setzt auf die Alternative: Omnissa, wie CRN Anfang dieses Jahres berichtete. Aber auch Arrow hat seit 2024 die Distributionsrechte von Omnissa in Europa.
Vorgänger verteilt Seitenhieb auf Broadcom
Amit Singhs CEO-Vorgänger bei Omnissa Shankar Iyer, der eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der End-User Computing (EUC)-Sparte von VMware sowie bei der anschließenden Transformation und Ausgliederung in das eigenständiges Unternehmen Omnissa gespielt hatte, konnte ich einen Seitenhieb auf Broadcoms umstrittene Entscheidungen bei der Produktkonsolidierung und Umstellung auf Abomodelle nicht verkneifen. "Wenn wir jetzt über die technische Konsolidierung bei den Omnissa-Produkten sprechen, dann meinen wir damit kein Lizenzierungsmanöver, bei dem wir ein paar Produkte zusammenwerfen und dem Bundle einen alphanumerischen Namen verpassen. Wir sprechen dabei über Produkte und Dienste, die im Sinne einer Lösung zusammenarbeiten," so der ehemalige CEO in seiner Keynote, die er im Oktober 2025 in Amsterdam auf der Hausmesse Omnissa One gehalten hatte.
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