Neue "KI-Großmacht": Nvidia und SK investieren 500 Milliarden

Mit Nvidia und der SK Group schließen sich zwei der wichtigsten Hersteller und größten Profiteure der KI-Welle zusammen und starten eine mehr als 500 Milliarden US-Dollar schwere gemeinsame KI-Initiative. Während SK dem Chipkonzern zuverlässigen Speichernachschub garantiert, erhält er selbst Bauteile für ein neues Giga-KI-Rechenzentrum.

"Gemeinsam mit SK Telecom und SK Hynix bauen wir eine neue Generation von KI-Fabriken auf, die Koreas nächste Wachstumswelle antreiben werden." Jensen Huang, CEO, Nvidia (Foto: Nvidia)

Beim jüngsten AI Summit haben Nvidia und die SK Group eine enorme Ausweitung ihrer Partnerschaft angekündigt, die mit zusätzlichen Investitionen von mehr als 500 Milliarden US-Dollar einhergeht. Ein wichtiger Teil der KI-Initiative ist die gemeinsame Entwicklung und Optimierung weiterer Evolutionsstufen von HBM-Speicher für KI-Rechenzentren der nächsten Generation, die etwa das Training noch größerer Sprachmodelle erlauben und mehr AI-Leistung für agentische und physische KI bereitstellen. Zudem sichert der südkoreanische Hersteller Nvidia im Rahmen der Vereinbarungen eine langfristige Versorgung mit den benötigten Speichertechnologien und -Kapazitäten zu. Nvidia will sich damit einen Vorteil vor der Konkurrenz verschaffen, die auf absehbare Zeit mit Speicherengpässen zu kämpfen haben wird.

"KI-Fabrik von Weltklasse"

Aber auch für SK sind die damit verbundenen technologischen Synergieeffekte und die Auslastungsabsicherung für seine neu entstehenden Produktionskapazitäten noch nicht alle mit den Vereinbarungen verbundenen Vorteile. Denn im Gegenzug sichert Nvidia dem Hersteller die Belieferung mit eigener Hardware für den Aufbau eines gigantischen neuen KI-Rechenzentrumsclusters der Tochter SK Telecom. "Durch die Nutzung des KI-Speichers von SK Hynix und der KI-Infrastrukturkompetenzen von SK Telecom wird SK mit Nvidia zusammenarbeiten, um eine KI-Fabrik von Weltklasse aufzubauen", kündigte Tae-won Chey, Chairman der SK Group, an.

Das auf der Nvidia DSX Full-Stack-Architektur basierende und Vera-Rubin-Chips nutzende Datacenter soll die wachsende Nachfrage nach Cloud-KI-Rechenleistung in Korea in seiner vollen Ausbaustufe mit mehr als 2 Gigawatt Leistung bedienen, was etwa der Leistung von zwei üblichen Atomkraftwerken entspricht. Der erste Teil der Anlage soll schon im nächsten Jahr in Betrieb gehen. "Damit soll Korea über seine Rolle als führender KI-Anwender hinauswachsen und zu einem globalen Zentrum werden, das KI-Innovationen vorantreibt", fügte Chey hinzu.

"Im KI-Zeitalter hängt Wettbewerbsfähigkeit nicht nur davon ab, wie effektiv KI genutzt wird, sondern davon, wie viel Intelligenz wir produzieren können." Tae-won Chey, Chairman, SK Group (Foto: SK Group)

Südkorea als kommende "KI-Großmacht"

Damit wird das Rechenzentrum deutlich leistungsfähiger und auch früher den Betrieb aufnehmen als ein weiteres Projekt in Südkorea, das Nvidia gemeinsam mit Naver und Brookfield plant und ebenfalls erst Ende der vergangenen Woche angekündigt hatte. Für ein Gesamtinvestment von 10 Milliarden Dollar soll das GAK Sejong Data Center als Herzstück der souveränen südkoreanischen KI-Infrastruktur von 55 auf 200 Megawatt aufgerüstet werden.

Dass sich Nvidia so stark in Südkorea engagiert, ist dabei nicht nur der dringend benötigten Verbindung zum Speicherhersteller geschuldet. Nvidia-Gründer und -CEO Jensen Huang rechnet dem Land ganz allgemein eine herausragende Position in der künftigen KI-Welt zu: "Südkorea verfügt über alle Voraussetzungen, um zu einer globalen KI-Großmacht zu werden – erstklassige Netzwerke und Rechenzentren, eine führende Position in der Chiptechnologie und enorme industrielle Größe."

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