Nutanix stellt Plattformstrategie auf der .Next-Konferenz vor – Partner und Channel im Mittelpunkt
Während viele Unternehmen noch mit den Folgen der Broadcom-Übernahme von VMware kämpfen, positioniert sich Nutanix auf seiner .Next-Konferenz in Chicago als Alternative mit einer einheitlichen Hybrid-Cloud-Plattform. Besonders die Partner und der Channel sehen in der Strategie "One Platform, One Experience" neue Chancen – für Migrationen, KI-Projekte und souveräne Infrastrukturen. Deutsche und internationale Channel-Partner berichten von wachsender Nachfrage und konkreten Projekten.
Auf der .Next-Konferenz Anfang April in Chicago hat Nutanix seine Weiterentwicklung zur einheitlichen Hybrid-Cloud-Plattform vorgestellt. Das Motto "One Platform, One Experience" baut auf dem Vorjahresansatz "Run Anything, Anywhere" - ein einheitliches Betriebsmodell für virtuelle Maschinen, Container, KI-Infrastruktur und Cloud-Umgebungen.
Die Veranstaltung mit rund 5.000 Teilnehmern diente auch als Format für den Austausch mit Partnern und Channel-Organisationen. Mehr als 100 Sponsoren waren vertreten – ein Anstieg gegenüber früheren Jahren. Die nächste .Next findet in Las Vegas statt, da die Kapazitäten an anderen US-Standorten nicht mehr ausreichen.
Im Vordergrund standen für die Partner die praktischen Auswirkungen der Plattformstrategie: Vereinfachung des Betriebs, Flexibilität bei Hardware-Engpässen und Alternativen zur VMware-Umgebung nach der Broadcom-Übernahme, nachdem Tausende VMware-Partner ihren CSP-Status verloren haben und der Anbieter nur noch großen Top-Tier-Partnern direkt agiert. Datagroup beispielsweise, die den aussortierten VMware-Partnern ein Angebot unterbreitet hatten.
Dave Gwyn, SVP Worldwide Channels bei Nutanix, nannte drei zentrale Themen für die Partner: den Übergang von hyperkonvergenter Infrastruktur zur vollständigen Plattform, die Vorbereitung auf Agentic-AI- und Bare-Metal-Szenarien sowie die Bewältigung von Lieferkettenproblemen. Lizenzportabilität zwischen On-Premises und Cloud sowie die Trennung von Hardware- und Software-Transaktionen ermöglichen es Partnern, auch bei verzögerter Hardware-Lieferung Umsatz zu generieren.
Deutsche Partner migrieren Kunden auf Nutanix-Plattform
Deutsche Partner bestätigten diese Ausrichtung. Dietmar Hensch von Kramer & Crew, erneut als Momentum Partner des Jahres ausgezeichnet, hob die langjährige Zusammenarbeit hervor. Das Unternehmen betreibt eigene Private-Cloud-Umgebungen in getrennten Rechenzentren und hat für die Universitätsmedizin Frankfurt eine souveräne Plattform auf Basis von Nutanix realisiert – inklusive Migration und 24/7-Betrieb. Hensch sieht in der One-Platform-Strategie ein geeignetes Paket für regulierte Branchen wie Gesundheitswesen, Verteidigung und Mittelstand. Kramer & Crew beschäftigt über 30 Nutanix-Spezialisten und positioniert sich als IT-Regisseur mit ganzheitlichen Lösungen.
Dirk Müller-Niessner, CTO von Bechtle, besuchte die Konferenz erstmals. Er nannte die integrierte Plattform, die Integration mit Dell und NetApp sowie den AI-Gateway als besonders relevant. Der AI-Gateway wird als Instrument zur Kontrolle von Token-Verbrauch und Kosten bei KI-Workloads gesehen. Bechtle legt Wert auf Souveränität; die Nutanix Kubernetes Platform (NKP) als Air-Gapped-Lösung passe hierzu. Das interne Nutanix-Team wächst, Trainings werden ausgebaut.
Manuel Lange von SVA System Vertrieb Alexander, EMEA-Partner des Jahres, berichtete von umfangreicher Migrationserfahrung aus VMware-Umgebungen. Ein Mittelstandskunde habe 100 VMs in zwei Wochen migriert. SVA betreut rund 250 Nutanix-Kunden, 40 Mitarbeiter sind zertifiziert. Die NetApp-Partnerschaft bewertet Lange als strategisch wichtig, da viele Kunden bestehende 3-Tier-Infrastrukturen erhalten möchten. NKP wird als nahtlos integriert und einfach zu bedienen wahrgenommen, besonders für deutsche Administratoren. Souveränität zwischen On-Premises und Cloud sei in fast jedem Gespräch Thema.
VADs stellen bereit
Jörg Eilenstein, Vorstand der TIM AG, sieht Synergien in der Nutanix-NetApp-Partnerschaft für das Distributionsgeschäft. Der VAD aus Wiesbaden plant Enablement-Maßnahmen und Workshops für Reseller rund um das sichere hybride Rechenzentrum. Das Portfolio umfasst neben Server, Storage und Backup auch Lösungen von Cohesity, Rubrik und CrowdStrike. Trotz angespannter Preis- und Liefersituation meldet das Unternehmen zweistelliges Wachstum bei Ordereingang und Umsatz.
Marc Greber von TD Synnex nahm erstmals an der US-.Next teil. Die NetApp-Partnerschaft passe zur herstellerübergreifenden Solution-Strategie des Distributors. TD Synnex baut "Destination AI" aus und unterstützt Partner bei KI-Projekten. Das dedizierte Nutanix-Team umfasst derzeit sechs Mitarbeiter. Die Software-Karenzzeit – Lizenznutzung vor Hardware-Verfügbarkeit – wird als praktischer Vorteil bei Lieferengpässen gesehen. Für das erste Quartal verzeichnet TD Synnex Wachstum im Nutanix-Geschäft.
In der Partner-Presskonferenz unterstrich Matthew Bailey von Softcat UK die Notwendigkeit, Kunden bei Kostendruck und längeren Lieferzeiten zu entlasten. Pedro Duarte von Think Solutions Australia berichtete, dass Gespräche sich von reinen Migrationen hin zur Plattform und Agentic AI verlagert haben. Allison Grimes von SHI International und Jan Gabriel von ITS Integra Paris hoben die Industrialisierung von Services und die Vorteile von SP Central für Multi-Tenancy hervor. Broadcom-Partnern sei die Kündigung der Partnerschaft angekündigt worden; Nutanix biete hier eine Alternative.
Partnerschaft mit Drittanbietern ausgebaut
Nutanix-CEO Rajiv Ramaswami verwies in seiner Keynote auf die wachsende Zahl von Allianzen mit NetApp, Lenovo, Cisco und Dell. Die Plattform unterstützt externe Storage-Systeme und ermöglicht Kunden, bestehende Investitionen zu nutzen. NKP Metal erweitert Kubernetes auf Bare Metal ohne Hypervisor, was besonders für Edge-Szenarien relevant ist. Der Nutanix Database Service (NDB) ist nun auch containerisiert verfügbar.
Die Partner bestätigen einheitlich: Die Broadcom-Umstrukturierung führt bei vielen Kunden zu einer Neubewertung der Plattformstrategie. Nutanix positioniert sich als Alternative mit einheitlichem Betriebsmodell. Die Umsetzung hängt von der weiteren Ausgestaltung des Partnerprogramms und der Hardware-Kompatibilität ab. Die Konferenz zeigte, dass der Channel die Plattformstrategie als Grundlage für Migrationen, KI-Projekte und souveräne Infrastrukturen aufnimmt.
CRN-Newsletter beziehen und Archiv nutzen - kostenlos: Jetzt bei der CRN Community anmelden