Neuer CEO und CPO: Plusserver hofft auf Ende des Personalkarussells
Kurz nachdem ein frischer CFO präsentiert wurde, besetzt Plusserver jetzt mit Neuzugang Marc Wilczek und Rückkehrer Friedrich Haarmann auch die Posten des CEO und CPO neu. Der Cloud-Anbieter hofft dadurch wieder mehr Kontinuität in die Führungsetage zu bekommen, die sich nun ganz auf die Wachstumsziele konzentrieren soll.
Als Plusserver nach dem Abschied von Alexander Wallner zu Salesforce und einem halben Jahr Suche Ende 2024 Andreas Kadler als neuen Mann an der Spitze präsentierte, fragte CRN "Kann der neue Plusserver-Chef CEO?". Etwas mehr als ein Jahr später gibt Plusserver die Antwort darauf selbst und ersetzt Kadler. Zum 1. März übernimmt Dr. Marc Wilczek die Führungsverantwortung als neuer CEO des Neo-Cloud-Providers und Digitalisierungsdienstleisters. Aus Sicht des Aufsichtsrats kommt damit ein Mann in die Verantwortung, "der Wachstum, Marktverständnis und Führungserfahrung vereint", wie Aufsichtsratsmitglied Thomas Noglik ausführt. Zugleich tritt mit Friedrich Haarmann ein neuer Chief Product Officer (CPO) an, der das Unternehmen bereits aus der Vergangenheit kennt.
Zusammen mit dem erst im Januar eingesetzten CFO Christoph Oberhaus soll das neue Führungstrio, gemeinsam mit Peter Höhn (CCO) und Tobias Meier (COO), nun endlich die wechselhafte Zeit der letzten Monate beenden, die der Aufsichtsrat als Phase der Stabilisierung und Neuausrichtung verstanden wissen will, wie der Vorsitzende des Gremiums, Thomas Vollrath, erläutert: "Plusserver hat in den vergangenen Jahren wichtige Grundlagen geschaffen: Strukturen wurden gestärkt, Verantwortlichkeiten klar definiert und die Organisation insgesamt zukunftsfähig aufgestellt." Ziel der Umstrukturierung ist langfristiges Wachstum in Deutschland und Europa, bei dem sich Plusserver durch seine strategische Ausrichtung auf Cloud made in Germany samt Zertifizierungen wie ISO/IEC 27001 und BSI C5 viel Vortrieb durch die wachsende Souveränitäts-Bewegung erhofft.
Spagat zwischen Direktvertrieb und Partnern
Die Rolle der Partner im Go-to-Market-Modell bleibt dabei weitgehend unverändert. Während Plusserver insbesondere standardisierte Use Cases und wichtige Kunden direkt über den eigenen Key- und Strategic-Account-Vertrieb und seinen Plusserver-Shop und versorgt, werden komplexe individuelle Fälle dem strukturierten Partnervertrieb zugeordnet. Eine Doppelrolle als Partner und Mitbewerber des Channels, die von Wilczek einiges an Fingerspitzengefühl verlangen wird. Dabei könnte es ihm zum Vorteil gereichen, dass er den Partnervertrieb als einstiger Gründer eines Systemhauses deutlich besser kennt als sein Vorgänger. Und auch auf seinen Stationen bei Herstellern wie Utimaco/Sophos, CompuGroup Medical und T-Systems gehörten Reseller fest zum Geschäftserfolg. Zuletzt war Wilczek knapp ein Jahr bei Controlware und verantwortete dort als Chief Commercial Officer (CCO) die Vertriebs- und Marketingaktivitäten.
"Plusserver verbindet ein starkes technologisches Fundament mit klarer Positionierung: souveräne Cloud- und Hosting-Lösungen aus Deutschland, betrieben mit hoher operativer Exzellenz", fasst Wilczek die Stärken seines neuen Arbeitgebers zusammen. "Gemeinsam mit dem Team wollen wir diese Stärken weiter ausbauen und gezielt in nachhaltiges Wachstum übersetzen." Ob das gelingt, wird nicht zuletzt auch davon abhängen, ob das Personalkarussell mit den aktuellen Neubesetzungen wirklich gestoppt werden kann und wieder mehr vertrauensbildende Ruhe und Kontinuität Einzug hält. Denn in den letzten Jahren galt in der Plusserver-Spitze vor allem das Motto "Die einzige Konstante ist die Veränderung", wie es denn auch der kurzzeitig als CTO angeworbene NetApp-Veteran Peter Wüst zu seinem Abschied postete.
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