Miete24 und Heino Deubner: Meilenstein und ein M&A-Angebot

Die eine Plattform stößt Heino Deubner ab, weil es sich abzeichnet, dass Miete24 zusammen mit Grenke im ITK-Channel sehr gut angenommen wird. "Der Ansatz funktioniert", sagt der E-Commerce-Pionier – wenige Monate nach dem Start des Partnerbereichs. Da ist noch mehr drin.

Miete24 und insbesondere als PartnerHub läuft, so gut, dass Gründer Heino Deubner Lust auf mehr hat (Foto: Miete24.com)

Anfang Oktober kündigte Heino Deuber das Channel-Zugangsportal PartnerHub bei Miete24 als "Gamechanger" an (CRN berichtete). Was E-Commerce-Pioniere, wie Heino Deubner einer ist, halt so sagen. Der Unterschied zwischen ihm und all den schnell verglühten Schambachs (seriöser Gründer von Intershop) und Schnabels (wegen Betrugs verurteilter Telematik-"Experte" bei Comroad): Deubner gibt es immer noch, und er ist nicht nur hochseriös, sondern bis heute treibt er Handelsgeschäfte über Pattformen voran und schafft nachhaltige Werte. So nachhaltig und wohl auch zukunftssicher, dass ein Konzern wie Grenke bei Deubners Miete24 2023 eingestiegen war und als Minderheitsgesellschafter die Option hat, die Beteiligung aufzustocken. Wann? Nun, Deubner wird im November 56 Jahre, und als ihn CRN vor kurzem traf, machte er überhaupt nicht den Eindruck, als plane er bereits eine Weltreise.

Das geht auch nicht, denn mit Miete24 hat sich der ohnehin ehrgeizige Unternehmer ein noch ehrgeizigeres Ziel gesetzt: "Wir wollen die stärkste ITK‑Leasing-Community im Markt werden – mit Services, die Partnern wirklich helfen, schneller zu verkaufen und weniger Zeit mit Abwicklung zu verlieren", sagt er, Geschäftsführer Miete24 P4Y GmbH.

Dabei setzt er auf den ITK-Channel und zieht ein erfolgreiches Zwischenfazit nach rund sechs Monaten: Im für den Channel dezidierten PartnerHub auf der Webseite wurde die Marke von 1.000 registrierten Partnern erreicht. Damit wachse die digitale Leasingplattform schneller als erwartet – und bestätigt laut Deubner den "Bedarf an einfachen, schnellen und vollständig digitalen Finanzierungslösungen im ITK‑Channel".

Rückmeldungen und digitale Vertragsabschlüsse zeigten: "Der Ansatz funktioniert", so Deubner. Ohne Leasing‑Vorkenntnisse können Systemhäuser, Fachhändler und ITK‑Reseller, speziell auch Drucker- und Kopierer‑Spezialisten, bequem auf Miete24 den gesamten Vertragsprozess abwickeln. "Schnell, intuitiv", betont der Anbieter. "Damit entsteht eine Plattform, die für alle relevanten Finanzierungslösungen an einem Ort vereint".

Neu sind nun auch API‑Schnittstelle für maximale Integration in die Systeme der Kunden. Mit PartnerHub‑API können ITK‑Reseller Finanzierungslösungen direkt in die eigene Systemlandschaft integrieren – egal ob Website, Online‑Shop oder ERP‑System, so Miete24. Finanzierungsoptionen würden in Echtzeit angezeigt– "einfach, digital und vollständig automatisiert".

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Potenzielles Marktvolumen für Miete24

Welches Potenzial hat der B2B Channel allein nur in Deutschland? Mit den Zahlen von Destatis, die auch den einen Selbständigen zur bunten Kategorie IT-Dienstleister zählen, kommt man nicht weit. Es werden zwischen 25.000 bis 30.000 Reseller, Systemhäuser und MSPs sein, die im deutschen Markt agieren, die meisten eigestuft als SMB/KMU. Anhaltspunkt für den von Miete24 und Distributoren adressierbaren Reseller-Markt hierzulande bilden die Zahlen der Systemhauskooperation Synaxon, die jährlich ihre rund 3.400 Mitglieder im Netzwerk für den IT-Preisspiegel befragt. Über 58 Prozent geben bis zu 9 Mitarbeiter an, 30 Prozent 10 bis 29 Mitarbeiter, 7 Prozent beschäftigen 30 bis 49 Angestellte, knapp 5 Prozent mehr als 50.

Und noch ein Hinweis zum Marktvolumen dieses Kreises: Über die zentrale Beschaffungsplattform Egis von Synaxon kaufen die Kooperierten Hard- und Software im Wert von über 1,3 Mrd. Euro ein.

Da Unternehmen hierzulande im vierten Jahr der wirtschaftlichen Stagnation stecken, auf Liquidität achten und trotzdem ihre IT modernisieren müssen (Windows-10-Ablöse, KI-Potenzial für mehr Wettbewerbsfähigkeit), gewinnen Finanzierungsalternativen zu CapEx (Kauf) an Bedeutung.

"Deshalb bauen wir den PartnerHub kontinuierlich aus – mit Funktionen, die speziell auf die Bedürfnisse von ITK‑Partnern zugeschnitten sind", sagt Deubner. 1.000 Partner ist für ja schön und gut, aber bestenfalls ein Zwischenschritt. Er denkt Miete24 größer, daher auch die Partnerschaft mit einem finanziell potenten strategischen Investor wie dem traditionsreichen Grenke-Konzern.

Für diesen Platzhirschen unter den Finanzierungsgesellschaften für den deutschen Mittelstand stellt Deubners anpackende, bisweilen unkonventionelle Art so etwas wie eine DNA-Zufuhr von Expertentum in der E-Commerce-Plattformökonomie dar.

"👉 Interesse?"

Auf zwei Hochzeiten (Miete24 und Printercare) kann und will Heino Deubner nicht tanzen (Foto: Printercare)

Dass Heino Deubner bisweilen pragmatisch sein kann, hat er vergangene Woche einmal mehr unter Beweis gestellt: Am Freitag postet er bei Linkedin unter dieser Überschrift die folgende M&A-Offerte: "Wir bieten den PrinterCareOnlineshop zum Verkauf an!"

Nach "vielen erfolgreichen Jahren" habe man sich entscheiden, den PrinterCareShop in neue Hände zu geben. "Der Grund ist kein operativer, sondern ein strategischer Fokuswechsel: Wir konzentrieren uns vollständig auf Miete24.com und den Ausbau unseres PartnerHubs. Für Unternehmen aus dem ITK, Supplies oder ECommerceUmfeld kann das eine spannende Gelegenheit sein".

Was M&A-Berater sonst nur im Verkaufsprospekt offerieren macht Heino Deubner öffentlich, listet einige Fakten zum Objekt auf und bittet Interessenten um eine Privatnachricht:

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