Microsoft: Support-Ende für diverse Server- und Business-Produkte naht
In den nächsten Wochen und Monaten läuft der Support für einige wichtige und in der Unternehmenswelt noch weit verbreitete Microsoft-Produkte wie SharePoint Server 2016 und 2019, Office 2021, Office Online Server, SQL Server 2016 und Windows Server 2012 inklusive R2 aus. Partner sollten das nutzen, um frühzeitig ins Gespräch mit den Kunden zu gehen.
Obwohl der Support für Windows 10 nun bereits seit mehr als einem halben Jahr beendet ist, läuft es laut Statcounter noch immer auf mehr als einem Viertel (28,5 Prozent) der weltweit mit dem Internet verbundenen PCs, viele davon in Unternehmensumgebungen. Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch hinsichtlich anderer abgekündigter Produkte wie den Echange-Servern und Office-Versionen der Jahrgänge 2016 und 2019 (ebenfalls seit Oktober 2025) und dem Windows Server 2008 ab, der im Januar sein letztes Sicherheitsupdate im Rahmen der verlängerten Premium Assurance erhielt. Sie dennoch weiterhin zu betreiben, setzt die Unternehmen erheblichen Risiken aus.
[siehe auch: 30.000 veraltete MS-Exchange-Server in Deutschland aktiv]
Systemhäuser und Dienstleister, die bei ihren Kunden diesbezüglich dennoch bislang keine Migrationsprojekte auslösen konnten, bietet sich nun eine gute Gelegenheit, um nachzufassen. Denn schon bald stehen die nächsten Microsoft-Produkte vor ihrem Ende, die sich teils gut dafür eignen, mit den Unternehmen auch über ganz neue Lizenzmodelle und Wege wie etwa den Wechsel zu Microsoft 365 oder Alternativen zu sprechen.
Support-Ende 14. Juli 2026: SharePoint Server und Project Server 2016/2019
Schon im Juli (14.07.2026) erreichen etwa die SharePoint Server und die Project Server 2016 und 2019 ihr Lebensende (EOL), ab dem es keinen Support, keine Updates und auch keine Sicherheitsupdates und anderen Hotfixes mehr gibt. Deshalb ist hier ein Umzug dringend geboten, etwa auf SharePoint Server SE und Project Server SE. Der ist allerdings nicht ganz trivial und kann einige Zeit und Vorbereitung in Anspruch nehmen. So gilt es etwa schon vorab zu prüfen, welche Features gestrichen wurden, diese zu deaktivieren und durch Alternativen zu ersetzen. Microsoft bietet dazu entsprechende Hilfestellungen für die Umstellung auf SharePoint Server SE und Project Server SE. Ähnlich aufwendig ist auch der Wechsel auf Microsoft-365-Services, bei dem insbesondere individuell entwickelte Lösungen zum Problem werden können. Hier ist die Beratung der Partner sowohl hinsichtlich der möglichen Wege und des damit verbundenen Aufwands als auch der Folgekosten gefragt, die sich je nach Szenario deutlich unterscheiden können.
Unerwartete Probleme könnte einigen Unternehmen zudem das Ende von InfoPath 2013 bereiten. Da das Produkt selbst bereits vor 12 Jahren eingestellt wurde, der Support aber weiterlief, steht zu erwarten, dass manche IT-Verantwortlichen nicht mehr auf dem Schirm haben, dass sie in einigen formularbasierten Prozessen und Workflow-Automatisierungen noch InfoPath-Formulare einsetzen. Zumal diese nach dem Support-Ende unter SharePoint Server SE weiterhin funktionierten sollten, aber eben nicht mehr ausreichend geschützt sind. Da es von Microsoft keine lokal betriebene Alternative mehr gibt, öffnet sich damit ein Eintrittspunkt zu den Power Apps und Power Automate in einem Microsoft-365-Plan.
Zu den weiteren im Juli fälligen Kandidaten gehören Dynamics GP 2016 (und R2), SharePoint Designer 2013, SQL Server 2014 (ESU Jahr 2), SQL Server 2016 und Visual Studio 2022 (V 17.12, LTSC-Kanal).
Support-Ende 13.10.2026: Office 2021
Der nächste größere Happen folgt schon kurz darauf im Herbst, wenn zum 13. Oktober sowohl die Perpetual- als auch die LTSC-Versionen von Office 2021 und dessen Einzelanwendungen das Support-Ende erreicht. Die Mac-Version geht zu diesem Stichtag in den erweiterten Support über, der nur noch Sicherheitsupdates bietet. Auch hier bietet sich an, betroffenen Kunden den Wechsel auf einen Microsoft-365-Plan mit den entsprechenden Apps anzubieten, für den es allerdings gilt, die Verbindungen mit anderen Anwendungen und individuellen Lösungen genau zu überprüfen. Alternativ steht Office 2024 bereit, das bis dahin allerdings ebenfalls schon die Hälfte seines Support-Lebenszyklus überschritten hat.
Nicht mehr ganz so verbreitet, aber durchaus noch bei einigen Unternehmen im Einsatz ist auch der Windows Server 2012, inklusive seiner R2-Variante. Für sie endet im Oktober der kostenpflichtige ESU-Support. Somit gibt es dann keinerlei Aufschub mehr für einen Wechsel. Der Nachfolger, Windows Server 2016, erreicht schon wenige Wochen später am 12. Januar 2027 sein End of Life. Die Version 2019 ist bereits im erweiterten Supportzeitraum, der noch bis Januar 2029 läuft. Selbst das wesentlich jüngere Windows Server 2022 ist nur bedingt eine Alternative, da es im Oktober bereits in den erweiterten Support übergeht, der nur noch Sicherheitsupdates enthält – die aber immerhin bis Herbst 2031 geplant sind. Zudem geht im Oktober auch der Microsoft SQL Server 2016 aus dem Mainstream-Support in dieses letzte reguläre Support-Stadium über.
"Durch frühzeitige Planung lassen sich Investitionen besser priorisieren, Test‑ und Rollout‑Phasen realistisch aufsetzen und unnötige Risiken vermeiden" empfiehlt Matthias Geburzi, Produktmanager bei bluechip. "Auch wenn Speicherpreise aktuell steigen, sorgt rechtzeitiges Handeln langfristig für mehr Sicherheit, Stabilität und Kostentransparenz als hektische Maßnahmen kurz vor oder nach dem Support‑Ende."
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