KI-Aderlass: Oracle baut 21.000 Stellen ab

Trotz Umsatzrekorden hat Oracle im vergangenen Geschäftsjahr weltweit rund 21.000 Arbeitsplätze gestrichen und lässt sich das fast zwei Milliarden Dollar kosten. Während ein Teil der Stellen Umstrukturierungen, Integrationen und Konsolidierungsmaßnahmen zum Opfer fiel, sollen andere durch KI ersetzt werden.

(Foto: marekfromrzeszow - GettyImages)

Nachdem in den letzten Monaten immer wieder über größere Stellenstreichungen bei Oracle berichtet worden war, zeigt der jetzt vorgelegte Abschlussbericht für das vergangene Geschäftsjahr die ganze Dimension der Umbaumaßnahmen im Personalbereich: Dem Bericht zufolge sank die weltweite Belegschaft in den 12 Monaten um 13 Prozent, von rund 162.000 auf nur noch 141.000 Mitarbeiter. Somit haben in dieser Zeit rund 21.000 Angestellte den Hersteller von Businesssoftware, Cloud-Lösungen und Hardware verlassen oder wurden gekündigt. Die Kosten dafür sind immens: Im Gegenzug sind die Aufwendungen für Abfindungen und andere mit der Restrukturierung verbundene Ausgaben von 374 Millionen Dollar auf 1,84 Milliarden Dollar hochgeschnellt.

Um diese Kosten wieder reinzuholen und die Arbeit fortzuführen, setzt Oracle nicht zuletzt auf erhebliche Effizienzgewinne durch den verstärkten internen Einsatz von KI-Agenten für verschiedenste Arbeitsbereiche. Darüber gibt das Unternehmen in seinem Bericht zur Begründung der Kürzungen an, dass einige Stellen durch strategische Neuausrichtungen, die Integration von Zukäufen, Produktumstellungen, schlankere Strukturen und Führungswechsel nicht mehr benötigt werden. Einen Teil des eingesparten Geldes will Oracle künftig in den Ausbau seiner KI-Rechenzentren und der Lösungspartnerschaften stecken.

Starkes IaaS-Geschäft beschert Oracle Rekordumsätze

Gleichzeitig vermeldete Oracle für das Geschäftsjahr mehrere neue Rekorde. So wuchs etwa der Umsatz um 17 Prozent (währungsbereinigt 16 Prozent) auf 87,4 Milliarden Dollar. Das dadurch generierte operative Einkommen (non-GAAP) erreichte mit einem Zuwachs um 16 Prozent auf 28,9 Milliarden Dollar ebenfalls einen neuen Rekordwert, genau wie der auf 32 Milliarden Dollar taxierte operative Cashflow.

Getrieben wurde dieses Wachstum vor allem vom Cloud-Geschäft, das mit einem Umsatzwachstum um 39 Prozent auf 34 Milliarden Dollar erstmals mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes stellte. In der Einzelbetrachtung zog dabei das Infrastrukturgeschäft (IaaS) dank eines Sprungs um 77 Prozent auf 18,1 Milliarden Dollar am Geschäft mit Cloud-Anwendungen (SaaS) vorbei, das Oracle 15,9 Milliarden Dollar Umsatz einbrachte, und damit 11 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Durch den Wechsel in die Cloud geschah das erwartungsgemäß in Teilen zulasten des Softwaregeschäfts, dessen Umsatz um 1 Prozent auf 24,5 Milliarden Dollar schrumpfte.

Im Bereich Services verzeichnete Oracle ein Wachstum um 10 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar. Mit seiner Hardware setzte das Unternehmen trotz des Rechenzentrumsbooms indes nur 5 Prozent mehr (3,1 Milliarden Dollar) um.

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