Ingram Micro mit starkem Jahresendspurt

Distributor Ingram Micro hat 2025 den Umsatz zweistellig auf über 52 Mrd. Dollar gesteigert. Der Aktienkurs macht einen Sprung nach oben. Die digitale Plattform Xvantage ist laut CEO Paul Bay ein Umsatztreiber.

Zeigt sich zufrieden mit 2025: Ingram Micro-CEO Paul Bay (Foto: Ingram Micro)

Der weltweit zweitgrößte IT-Distributor Ingram Micro steigerte seinen Umsatz im Schlussquartal gegenüber dem Vorjahr um 11,5 Prozent auf 14,88 Mrd. Dollar. In der Region EMEA wuchsen die Erlöse währungsbereinigt um 5,9 Prozent auf 4,63 Mrd. Dollar. Für das Gesamtjahr meldete Ingram Micro einen Umsatz von 52,6 Mrd. Dollar, ein Plus von 9,5 Prozent gegenüber 2024.

Der Nettogewinn im vierten Quartal 2025 betrug 121,4 Mio. Dollar, im Gesamtjahr 2025 erzielte Ingram Micro einen Nettogewinn von 328,9 Mio. Dollar. Der Distributor verbesserte seine Kostenstruktur deutlich: Die operativen Aufwendungen sanken relativ zum Umsatz, während Ergebnis je Aktie und Cashflow kräftig zulegten. Im Schlussquartal erzielte Ingram Micro mit 1,6 Mrd. Dollar den höchsten operativen Cashflow seit mehr als zehn Jahren.

Das Unternehmen kündigt ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 100 Mio. Dollar an. Ingram Miro ist im Oktober 2024 an die Börse zurückgekehrt. Der Aktienkurs lag am Montag bei rund 21 Dollar, eröffnete am Dienstagmorgen an der Wall Street über 24 US-Dollar - ein sattes Plus von aktuell über 13 Prozent (16 Uhr deutsche Zeit). Im April 2025 hatte die Aktien ihren Tiefststand bei unter 16 Dollar je Anteilsschein.

Xvantage wird immer relevanter

Treiber der Entwicklung ist laut CEO Paul Bay vor allem die digitale Plattform Xvantage, über die inzwischen der Großteil des Umsatzes abgewickelt wird. Im vergangenen Jahr seien nach eigenen Angaben von Ingram Micro Umsätze in Milliardenhöhe über die Plattform Xvantage erzielt worden. Das sagte Konzernchef Paul Bay bei der Vorlage der aktuellen Ergebnisse.

Für das erste Quartal 2026 stellt Ingram Micro weiteres Umsatz- und Ergebniswachstum in Aussicht.

CEO Paul Bay betonte einmal mehr die strategische Bedeutung der Plattform Xvantage. Die durchschnittlichen Erlöse pro Kunde auf Xvantage seinen im vierten Quartal um 14 Prozent gestiegen- ein Plus von mehr als 30 Prozent über dem Vorjahreswert.

In Ländern mit weit fortgeschrittener Einführung der Plattform sei der Personalbestand gesunken, während Umsatz und Rohertrag pro Mitarbeiter gestiegen seien. Zudem kündigte Bay an, dass der neue KI-gestützte digitale Assistent IDA bis Ende 2026 einen zweistelligen Prozentanteil am Gesamtumsatz erreichen solle.

Komponentenkrise: Ingram Micro bleibt entspannt

Mit Blick auf Lieferengpässe bei Speicher- und Serverkomponenten zeigte sich Bay gelassen. Hersteller hätten ihm zugesichert, dass es bei entsprechender Nachfrage zu Zuteilungen kommen werde. Preisanpassungen schloss er jedoch nicht aus, verwies aber auf alternative Beschaffungs- und Produktionsmodelle, um Kostensteigerungen abzufedern.

Cyberangriff auf Ingram Micro

Mit dem Cybersicherheitsvorfall vom Juli 2025 hielt sich der Ingram Micro-CEO nicht lange auf. Kürzlich wurde bekannt, dass dem Angriff auf die Systeme des Broadliners über 42.000 Menschen betroffen waren. Bay äußerte sich dazu lediglich, dass der Vorfall "innerhalb weniger Tage effektiv behoben" worden sei.

"Das größte Problem in dieser Situation ist nicht einmal der Angriff selbst, sondern der Mangel an Offenheit und Kommunikation", sagte damals Stanley Louissaint, Gründer und Geschäftsführer des US-amerikanischen MSP Fluid Designs, gegenüber CRN.

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