Gamer investieren kräftig in neue Hardware
Der Fachhandel in Europa freut sich über einen ungebrochen starken Absatz von Gaming-Hardware, insbesondere Monitore und Laptops sind gefragt. Analysten rechnen zwar damit, dass die Investitionsbereitschaft in den nächsten Monaten hoch bleibt, sich die Ziele der Ausgaben jedoch deutlich verschieben.
Nachdem die große Hardware-Aktualisierungswelle im Zuge der Migration auf Windows 11 in Firmen und anderen Organisationen weitgehend abgeschlossen ist und die knappe Verfügbarkeit bei Speicher und anderen Komponenten die Preise immer weiter in die Höhe treibt, steht dem Channel im Geschäft mit Business-Rechnern nach dem Dafürhalten der Analysten eine herausfordernde zweite Jahreshälfte bevor. Auch wenn das Interesse an KI-PCs steigt, werden die Business-Kunden demzufolge insgesamt weniger Geräte kaufen und ihre Hardware-Investitionen genau abwägen. Der erwartete Rückgang im Absatz liegt bei über 10 Prozent und soll sich bis weit ins nächste Jahr hineinziehen.
Ein völlig anderes Bild zeigt sich unterdessen im Gaming-Bereich – zumindest vorerst noch. Hier verzeichnen die Marktforscher von Context weiterhin einen robusten Absatz über verschiedenste Gerätekategorien hinweg sowie eine hohe Investitionsbereitschaft der Endkunden. Besonders groß ist demnach die Nachfrage nach Gaming-Notebooks. Sie lag im Juni deutlich über dem europäischen Gesamtmarktindex für Mobil-PCs, gleiches gilt für Gaming-Mäuse. "Notebooks entwickeln sich derzeit gut", konstatiert denn auch Senior Analyst Evan Ntafas. Gleichzeitig sind Notebooks aber auch diejenigen Geräte, bei denen sich die Preissteigerung durch die Vielzahl der verbauten Komponenten am deutlichsten aufaddieren. Angesichts der daraus resultierenden besonders drastischen Preissteigerungen "dürften Budgets künftig stärker in Hardware fließen, die weniger von Komponentenengpässen betroffen ist", prognostiziert Ntafas.
Hochwertige Monitore bei Gamern besonders gefragt
Die erwartete Abschwächung bei den Gaming-Laptops könnte also auf der anderen Seite den Verkauf von Peripheriegeräten weiter ankurbeln, die sich schon jetzt einer äußerst starken Nachfrage seitens der Spieler erfreuen. Das gilt insbesondere für Gaming-Monitore, deren Absatz schon jetzt in fast allen europäischen Ländern überdurchschnittlich gut war. In Deutschland stiegen die Verkäufe über den Channel trotz aller Turbulenzen in den letzten Monaten weiter an, und auch in anderen Ländern wie Frankreich, Italien, Großbritannien, Polen und Spanien bleiben sie zumindest auf dem hohen Niveau der letzten Monate oder legten sogar noch zu.
Ungeachtet des starken Drucks auf die Verbraucherbudgets ist offensichtlich also eine große Zahl von Gamern weiterhin bereit, ordentliches Geld für die Aufrüstung ihrer Setups aufzuwenden. Diese Erkenntnis wird von der Beobachtung der Analysten unterstrichen, dass die Käufer zuletzt am häufigsten zu leistungsstärkeren und damit auch teureren Displays in den Größen 26,5 Zoll und 34 Zoll griffen. Für den Analysten unterstreicht das die anhaltend hohe Investitionsbereitschaft der Gamer: "Verbraucher sind weiterhin bereit, für Produkte Geld auszugeben, die das Gaming-Erlebnis spürbar verbessern – insbesondere für Premium-Peripherie und größere, hochwertigere Monitore."
Wenig Interesse an veralteten Grafikkarten
Nur auf einem Gebiet der Gaming-Hardware herrscht für den Fachhandel eine anhaltende Saure-Gurken-Zeit mit Stagnation und Abschwung: Trotz ihrer zentralen Wichtigkeit für die digitalen Spielwelten werden ausgerechnet neue Grafikkarten von den Kunden nur vergleichsweise selten gekauft. Nicht zuletzt wohl, weil auch bei ihnen die steigenden Komponentenpreise zu einer spürbaren Verteuerung führen, während zugleich allerdings kein nennenswerter Leistungssprung zu erwarten ist. Denn die aktuelle GPU-Generation ist mit 18 Monaten schon recht alt und der entsprechende Markt somit vergleichsweise reif und gesättigt. Einzige Ausnahme ist Polen, wo der Handel in diesem Jahr bislang mehr Grafikkarten absetzen kann als in den beiden vergangenen Jahren.
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