Everpure erzielt erstmals Quartalsumsatz von über 1 Mrd. Dollar
Umfirmierung, Fokus auf Enterprise Data Cloud samt Übernahme, die eigenen Prognosen übertroffen: Everpure (ehemals Pure Storage) hat sehr gute Zahlen für 2025 hingelegt. CEO Charles Giancarlo kündigt bereits "nächsten Schritt unserer Mission" an.
Die von Pure Storage in Everpure umbenannte Firma hat am Mittwoch diese Woche Rekordumsätze für das Schlussquartal und Geschäftsjahr 2025/26 veröffentlicht. "Everpure hat ein herausragendes viertes Quartal hingelegt, erstmals einen Umsatz von über einer Milliarde US-Dollar erzielt und ein starkes Geschäftsjahr abgeschlossen", so Giancarlo. "Diese Ergebnisse belegen unseren Beitrag zur Modernisierung der Datenspeicherung. Unser neuer Name ‚Everpure‘ steht für den nächsten Schritt unserer Mission: Wir ermöglichen unseren Kunden, ihre globalen Daten im Zeitalter der KI besser zu verwalten und zu nutzen", gab der CEO die Richtung an.
Das Umsatzplus im vierten Quartal (November bis Januar) betrug 20 Prozent auf 1,1 Mrd. US-Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum, der Nettogewinn kletterte auf 100,3 Mio. Dollar – ein Plus von 136 Prozent. Für das Fiskaljahr 2025/26 lag die Steigerung bei 16 Prozent auf 3,7 Mrd. Dollar, bei einem Nettogewinn von 188,2 Mio. Dollar – eine Zunahme von 76 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Laut CFO Tarek Robbiati übertrafen Umsatz und Betriebsgewinn im vierten Quartal die eigenen Prognosen "deutlich". Seine Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sind überraschenderweise recht klar, obwohl der Finanzchef die Unsicherheiten im Markt angesichts steigender Preise für Speicher-Komponenten und der Verfügbarkeitsrisiken angedeutet hat. "Wir starten mit starkem Schwung in das Geschäftsjahr 2027, da die Nachfrage nach unseren Everpure-Lösungen im Enterprise- und Hyperscaler-Sektor weiterhin hoch ist. Wir begegnen den globalen Ungleichgewichten in der Lieferkette proaktiv und sind zuversichtlich, unsere Prioritäten in diesem Jahr zu erreichen".
Komponentenkrise:
Deutlicher ging CEO Charles Giancarlo auf die Komponentenkrise ein. "Die starke Nachfrage nach Komponenten, die durch den Ausbau der KI-Technologie der Tech-Giganten angetrieben wird, hat das Angebot in der gesamten Branche überstiegen und zu einem dramatischen Anstieg der Preise für NAND, Speicher und CPUs geführt", fasste er die Lage zusammen. Giancarlo sprach von "unvorhersehbaren Komponentenengpässen", mit denen sein Unternehmen und die gesamte Branche konfrontiert sind. "Das führt zu längeren Vorlaufzeiten und könnte zu Lieferverzögerungen führen".
Die Speicherbranche werde aufgrund der angespannten Komponentenpreise "auf absehbare Zeit weiterhin mit Unsicherheiten konfrontiert sein", erklärte Giancarlo, CEO von Everpure, am Mittwoch gegenüber Analysten während einer Telefonkonferenz. Everpure geht auch davon aus, dass die makroökonomische Unsicherheit im kommenden Jahr anhalten wird.
Everpure müsse mit längeren Vorlaufzeiten und möglichen Lieferverzögerungen rechnen "Wie wir bereits in früheren Telefonkonferenzen festgestellt haben, verfügen wir über eine stark verteilte und widerstandsfähige Lieferkette und haben vergangene Störungen der Lieferkette gut überstanden", so der CEO. Die Einschränkungen in der Lieferkette wirken sich sowohl positiv als auch negativ auf die Hyperscale-Diskussionen von Everpure aus, so Giancarlo.
"Ein wenig positiv, da Hyperscaler bestrebt sind, ihre Tests und Zertifizierungen neuer Bezugsquellen zu beschleunigen. Und negativ für die Fähigkeit jedes Anbieters, die erforderlichen Komponenten zu beschaffen", sagte er.
Everpure hat am 9. Februar die Preise für seine Produktlinie erhöht, um dem von Giancarlo als "dramatisch" bezeichneten raschen Anstieg der Komponentenpreise Rechnung zu tragen.
"Ich glaube, wir waren die letzten in unserer Branche, die die Preise erhöht haben. Ich gehe davon aus, dass unsere Erhöhung die niedrigste in der Branche war. Wir wollen unsere Kunden schützen", sagte der CEO.
"Aufgrund des außergewöhnlich raschen Anstiegs der Komponentenkosten erwarten wir, dass die Bruttomargen für Produkte im ersten Quartal am unteren Ende unserer typischen Spanne von 65 bis 70 Prozent liegen werden, aber wir gehen auch davon aus, dass sie sich im Laufe des Geschäftsjahres wieder erholen werden", ergänzte Giancarlo.
Evergreen-Modell
Evergreen bieten in den drei Modellen One (SaaS), Kauf oder Flex Kunden technologische und kaufmännische Wahlfreiheit, wie sie Storage erwerben und nutzen wollen. Diese Flexibilität bleibe auch in der Komponentenkrise bestehen, so der CEO. "Unsere langjährigen und direkten Beziehungen zu Komponentenlieferanten und unser hauseigenes Hardware-Design bieten uns zusätzliche Flexibilität bei der Bewältigung von Unterbrechungen in der Lieferkette. Unser Evergreen-Modell bietet eine transparente Preisgestaltung, die die Wirtschaftlichkeit für unsere Kunden schützt", sagte CEO Charles Giancarlo.
"Darüber hinaus profitieren bestehende Kunden dank unserer kontinuierlichen Verbesserungen der Leistung und Funktionen von Evergreen von unserer neuen Software zur Datenreduzierung. Die kürzlich veröffentlichte Version von Purity Enhanced Data Reduction gleicht unsere höheren Preise aus, indem sie für einige Workloads niedrigere Kosten pro Terabyte bietet als unsere bisherigen Preise", erläuterte er.
So verstärkt sich Everpure
Everpure ging auch auf einige Punkte ein, die das Unternehmen zentral für seine Weiterentwicklung sieht. Dazu gehört die Einführung der Enterprise Data Cloud (EDC), einer "branchenverändernden Architektur, die es Unternehmen ermöglicht, eine virtualisierte Daten-Cloud zentral und mit einheitlicher Kontrolle zu verwalten – standortübergreifend, in der Public Cloud und in Hybridumgebungen", so die Firma. Dies ermögliche "intelligentes, autonomes Datenmanagement und Governance in der gesamten Umgebung"
Ferner eine Erweiterung der EDC in die Public Cloud mit Everpure Cloud Azure Native, entwickelt in Zusammenarbeit mit Microsoft – "dem branchenweit ersten vollständig verwalteten Block Volume as a Service der Enterprise-Klasse – die Bereitstellung einer intelligenten Steuerungsebene, basierend auf Everpure Fusion und AI Copilot, einschließlich Pure1 AI Copilot mit Model Context Protocol (MCP)-Servern".
Everpure bestätigte zudem eine Akquisition. Mit dem Unternehmen 1touch sei eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme getroffen worden. 1touch erweitere das EDC-Angebot von Everpure um "fortschrittliches Datenmanagement und Funktionen zur Datenermittlung, -klassifizierung, -kontextualisierung und -anreicherung für alle Daten in jeder Umgebung bereitstellen wird".
Zum Artikel trug Joseph F. Kovar, CRN USA, bei.
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