EP und Wortmann wollen Roboterbegeisterung entfachen

Kann das klappen? Mit einem neuen Shop-Konzept bei Medimax in Berlin wollen die Fachhandelskette Electronic Partner und die Terra Robotics physische KI auf die Beine stellen. Auf der IFA geht es los, das Ziel: neues Geschäftsfeld für den Fachhandel aufbauen.

Roboter, sofern die noch nicht humanoid aussehen, können sich Hausmeister und Gärtner schon ohne weiteres vorstellen. (Foto: EP)

Es ist eine große Wette auf die Zukunft: Gelingt der Technologiebranche der Sprung von softwarebasierten Anwendungen hin zu physischer KI, die Roboter in der Fertigung als auch im Haushalt von Verbrauchern steuert? Und es gelingt es dem Handel, die Innovation in die Fläche zu bringen und Verbrauer für Roboter fast jeder Art zu begeistern? Rasenmäher und rollendes Servicepersonal in der Gastronomie gibt es bereits, Robo-Hunde laufen schon auf Events herum – ein unmittelbarer Nutzer ist noch nicht erkennbar, außer, dass die Tiere, obwohl Animationen, mache Besucher erfreuen.

Allein mit Emotionen wird Murat Arpaci keinen seiner Roboter verkaufen, die der Geschäftsführer der Wortmann-Tochter Terra Robotics von Drittherstellern im Portfolio führ. Die Dinger müssen zunächst einem breiten Publikum bekannt gemacht werden, müssen in der Praxis überzeugen und bezahlbar sein. "Die Technologie muss sichtbar und regional verfügbar werden, wenn wir daraus einen echten Markt entwickeln wollen. Der Fachhandel bietet dafür ideale Voraussetzungen: Nähe zum Kunden, persönliche Beratung und bestehende Service-Strukturen", erklärt Arpaci.

EP ist für ihn einer der strategische Handelspartner. Die kommende IFA, auf der EP traditionell großes Kino für Einkäufer aus dem Flächenhandel bietet, die richtige Messeplattform, um das Angebot von Wortmann bekannt zu machen.

Murat Arpaci treibt als GF Terra Robotics das neuen Geschäftsfeld physische KI bei, Distributor Wortmann voran (Foto: EP)

Das neues Shop-in Shop-Konzept für "Servicerobotik" von Wortmann wird zunächst in der Mediamax-Filiale in Berlin-Pankow realisiert, weitere Standorte sind in Planung. Im Mittelpunkt stehe dabei bewusst nicht der Aufbau eines klassischen Verkaufsstores, sondern die" Sichtbar-Machung einer noch jungen Technologie sowie deren Akzeptanz durch die Konsumenten".

Berlin sei ein "sichtbare Startpunkt, aber nicht das Ende des Projekts", sagt Henning Lohmann, Director Business Development Robotics bei ElectronicPartner Österreich. "Unser Ziel ist es, bis zum Jahresende ein flächendeckendes Netzwerk aufzubauen und damit Robotik für Kunden regional zugänglich zu machen". Unternehmen sollen den Bereich Robotik künftig nicht nur auf Messen oder über zentrale Ansprechpartner kennenlernen können, "sondern regional Zugang zu Beratung, Demonstration, Vertrieb und perspektivisch auch Service erhalten", so Lohmann.

Besucher können unterschiedliche Robotik-Lösungen im realen Handelsumfeld kennenlernen, erleben und sich über konkrete Einsatzmöglichkeiten informieren. Zum Start werden drei Systeme gezeigt, die bereits heute im professionellen Umfeld eingesetzt würden: ein autonomer Reinigungsroboter für größere Flächen, ein Empfangsroboter für Gastronomie, Hotellerie und Handel sowie ein intelligenter Kehrroboter für Industrie- und Gewerbeanwendungen, so EP in einer Pressemitteilung.

ElectronicPartner und Terra Robotics wollen "proaktiv herausfinden, wie Robotik im Fachhandel präsentiert und erklärt werden kann und wie Besucher auf die neuen Technologien reagieren". Mit dem Pilotprojekt würde EP "Servicerobotik für unsere Mitglieder und Interessenten unmittelbar erlebbar" machen. "Für uns ist das ein wichtiger Schritt, um gemeinsam mit starken Partnern ein neues Geschäftsfeld mit einer nachhaltigen Wertschöpfung für den Fachhandel aufzubauen", sagt ElectronicPartner Vorstand Matthias Assmann.

Das Thema Robotik sieht EP übrigens auch als innovatives Geschäftsfeld für seine Systemhauspartner in seinen Kooperation Comteam und Kiwiko, wie CRN berichtete.

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