Endgültiges Aus für Deskcenter
Nachdem die Gespräche mit potenziellen Investoren gescheitert sind, rutscht die Deskcenter AG in die Liquidierung und muss damit ihren Geschäftsbetrieb einstellen. Während Kunden und Mitarbeiter im Regen stehen, versucht der Insolvenzverwalter nun wenigstens die Software-Assets zu versilbern.
Als die Deskcenter AG Ende Juni Insolvenz anmelden musste, hatte Vorstand Michael Bölk zunächst noch gehofft, in Zusammenarbeit mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Stephan Thiemann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH "die aktuelle Situation aufzuarbeiten und Lösungen für die Zukunft zu entwickeln" zu können. Auch Thiemann hatte dabei das Ziel vorgegeben, "eine tragfähige Perspektive für das Unternehmen zu erarbeiten", das vor nicht einmal zwei Jahren aus dem Zusammenschluss der Deskcenter und der Mosaic IT hervorgegangen war. Diese Hoffnung hat sich nun allerdings überraschend schnell und hart zerschlagen – trotz weit fortgeschrittenen Verhandlungen zur angestrebten Investorenlösung. Wie PLUTA mitteilt, konnte der potenzielle Investor letztendlich die Finanzierung nicht rechtzeitig sicherstellen, sodass die Transaktion platzte.
Da der Geschäftsbetrieb des Leipziger IT-Management-Anbieters ohne einen Investor und sein Kapital jedoch nach Einschätzung von PLUTA wirtschaftlich nicht länger aufrechtzuerhalten ist, wurde nun das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Deskcenter eröffnet. Das bedeutet einerseits, dass die verbleibenden 41 Mitarbeiter freigestellt werden und ihren Arbeitsplatz verlieren, während zugleich über 40 Partner und etwa 600 Endkunden betroffen sind. "Wir haben in den vergangenen Wochen alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um eine Fortführungslösung für die Deskcenter AG zu erreichen", erklärt Thiemann. "Die Gespräche mit dem Investor waren sehr aussichtsreich. Dass die Finanzierung am Ende nicht rechtzeitig bereitgestellt werden konnte, ist für alle Beteiligten äußerst bedauerlich."
Für Thiemann gilt es nun, die verbleibenden Vermögenswerte bestmöglich zu verwerten, um die ausstehenden Verpflichtungen zu bedienen. Den wichtigsten Ansatzpunkt dafür sieht der Insolvenzverwalter in den Softwarelösungen der Deskcenter rund um das IT-Asset-Management und ihrem Quellcode. "Die Software verfügt über einen hohen technologischen Wert" konstatiert Rechtsanwalt Heinz-Joachim Hombach, der im Sanierungsteam des Verwalters tätig ist, und kündigt an: "Wir werden diese Assets gezielt am Markt anbieten, um eine bestmögliche Verwertung im Interesse der Gläubiger zu erreichen."
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