So geht es weiter bei insolventer Deskcenter

Stark gestiegene Kosten, Zurückhaltung der Kunden und eine geplatzte Finanzierungsrunde habe zur Insolvenz der Leipziger Deskcenter, Anbieter von IT-Management, geführt. Der Betrieb für rund 600 Kunden und 40 Partner geht weiter, während der Insolvenzverwalter an der Sanierung arbeitet.

Deskcenter-Vorstände Michael Bölk (l.) und Martin Schaletzky hatten große Pläne wollten an der Seite der Hamburger Beteiligungsgesellschaft Seafort Advisors Internationalisieren. (Foto: Deskcenter)

Deskcenter steckt in finanziellen Schwierigkeiten und musste am vergangene Woche Mittwoch beim Amtsgericht Leipzig einen Insolvenzantrag stellen. Vorläufiger Insolvenzverwaltung ist die PLUTA Rechtsanwalts GmbH, Rechtsanwalt Stephan Thiemann wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der stellte am Freitag in einer CRN zugeschickten Pressemitteilung klar, dass der Geschäftsbetrieb des Softwareherstellers "uneingeschränkt fortgeführt", würde. "Verträge, Lizenzen und Services laufen unverändert weiter." Die Ansprechpartner seien weiterhin erreichbar.

Die 48 Beschäftigten des Softwareanbieters, der über 600 Endkunden und über 40 Partnern zu seinen Kunden zählt, beziehen Löhne und Gehälter für die kommenden drei Monate über das Insolvenzgeld. Bis dahin will das Sanierungsteam von PLUTA eine Fortführungslösung gefunden und einen Sanierungsplan aufgestellt haben. Erste Gespräche mit Kunden, Partnern und Investoren seien geführt worden.

"Wir haben uns unmittelbar nach der Bestellung einen ersten Überblick verschafft und arbeiten nun daran, die wirtschaftliche Situation umfassend zu analysieren. Der Geschäftsbetrieb läuft stabil weiter. Ziel ist es, eine tragfähige Perspektive für das Unternehmen zu erarbeiten", sagt Insolvenzverwalter Thiemann.

Vorstand Michael Bölk von Deskcenter ist optimistisch: "Wir arbeiten eng und konstruktiv mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter zusammen, um die aktuelle Situation aufzuarbeiten und Lösungen für die Zukunft zu entwickeln. Unser Fokus liegt darauf, unsere Kunden weiterhin zuverlässig zu betreuen".

Die Ursachen für die Insolvenz: stark gestiegene Kosten, eine insgesamt verhaltene Investitionsbereitschaft im Softwarebereich, sowie eine kürzlich nicht zu Stande gekommenen Finanzierungsrunde, teilt das Unternehmen mit.


Zum Portfolio der ganzheitlichen IT-Asset-Management-Lösung von Deskcenter, 2007 gegründet, gehören unter anderem ein Clientmanagement mit Hard- und Softwareerkennung sowie Inventarisierung, automatisierte Softwareverteilung, Betriebssystem-Deployment und Patchmanagement. Ergänzt wird das Angebot durch eine SaaS Plattform: Lizenzmanagement, Mobile Device Management, Security- und Vulnerability-Management sowie ein benutzerorientiertes IT-Servicemanagement.

Fusion Mosaic IT in die Deskcenter AG

Im Oktober 2024 brachte Michael Bölk, ehemalige Führungskraft beim Bochumer VAD ADN, seine Anfang 2024 zusammen mit Christoph Harvey (ebenfalls kurz beschäftigt bei ADN) gegründete Mosaic IT in die Deskcenter AG ein (CRN berichtete). Bölk trat zum 1. Oktober 2024 die neu geschaffene Position des Vorstands Technik der Deskcenter an und ist seither für Produktentwicklung, Herstellerpartnerschaften, Professional Services und Support zuständig. Martin Schaletzky, der seit 2023 dem Vorstand der Deskcenter angehört, zeichnet operativ für Vertrieb, Marketing und Finanzen verantwortlich.

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