Cancoms neue Service-Factory: Dataport bestaunt "PC-Betankung" für 100.000 IT-Arbeitsplätze
Das Hardwaregeschäft läuft, die Rollouts werden größer: Cancom eröffnet daher einen neuen Hub. In der Service Factory Norderstedt sollen bis zu 1.000 Clients pro Tag assembliert werden. Der moderne, digitale Staat "braucht leistungsfähige Strukturen und professionelle Prozesse", so der Chef eines anderen IT-Dienstleisters - und zeigt auf Cancom.
Am Mittwoch war es sowie: Mit einem großen Festakt bei Cancom in Norderstedt mit rund 400 Gästen hat das Systemhaus seine Service Factory Nord offiziell eröffnet. CEO Rüdiger Rath und Johann Bizer, Vorstandsvorsitzender von Dataport AöR, haben das neue Logistik- und Service-Hub symbolisch in Betrieb genommen. Dataport war auch ein wesentlicher Grund, warum Cancom neben seiner Service Factory am ehemaligen Firmensitz im bayrisch-schwäbischen Jettingen-Scheppach ein neues Gebäude für Logistik und Assemblierung einrichten musste.
Die Kapazitäten im bestehenden Hub waren an der Leistungsgrenze. Auf rund 4.000 Quadratmetern Fläche und 1.380 Betankungsplätze hatte Cancom letztes Jahr von hier aus rund 400.000 Geräte für den Betrieb bei Kunden vorbereitet. Und weil das Münchner Systemhaus zu Jahresanfang den Zuschlag für einen Rahmenvertrag von Dataport über die Ausstattung von bis zu 100.000 IT-Arbeitsplätzen in den kommenden acht Jahren bekam, durfte Dataport AöR-Chef Bizer mit Cancom-Chef Rath das Band durchschneiden.
Bis zu 1.000 PCs pro Tag
Hier in Norderstedt werden auf rund 4.250 Quadratmetern PCs in großer Stückzahl assembliert und je nach Kundenwunsch individuell mit Software "betankt". Zwölf so genannten "Stream-Bahnen" und rund 2.800 Logistikstellplätze sind so eingerichtet, dass bis zu fast 490 PCs gleichzeitig konfiguriert werden können. Ausgelegt ist die Service Factory auf bis zu 1.000 Geräte, die hier künftig in einem Tag vorbereitet und an Kunden ausgeliefert werden können. "Die Verzahnung dieser Leistungen ermöglicht durchgängige und skalierbare Prozesse von der Vorbereitung der Geräte bis zur Installation und Betreuung beim Kunden vor Ort", so Cancom. Bis zu 100 Arbeitsplätze entstehen in Norderstedt.
IT-Handel und Services seit 1992
Großkunden wie Dataport, die die IT-Beschaffung von über 400 Kommunen bündeln und ausschreiben, sorgen auch dafür, dass der technische Außendienst von Cancom ausgelastet ist. Techniker des Onsite Services sorgen beim Kunden vor Ort für Aufbau und Einrichtung der Hardware und helfen bei Problemen.
Cancom ist seit seiner Gründung 1992 ein handeltreibendes Systemhaus. IT-Lifecycle unter einem Dach - von Logistik und Gerätekonfiguration über Servicekoordination und Einsatzplanung bis zur Steuerung des technischen Außendienstes -, ist nicht nur eine historische Säule des einstigen Apple-Marktführers unter den Systemhäusern. Der Handel, Client-nahe Dienstleistungen sowie Systemintegration ist nach wie vor Kerngeschäft bei Cancom – neben Cloud und in den letzten drei Jahren aufgebautem KI-Geschäft an der Seite von Herstellerpartner Nvidia.
Zwei Dienstleister, zwei Geschwindigkeiten
In der Service Factory samt Logistik gibt es IT zum Anfassen. Dataport-Chef Johann Bizer war in Norderstedt sichtlich begeistert. "Hier wird unmittelbar sichtbar, welche leistungsfähigen Strukturen und professionellen Prozesse notwendig sind, um moderne IT-Arbeitsplätze in dieser Größenordnung zuverlässig bereitzustellen und zu betreuen."
Dataport, deren Träger sechs Bundesländer im Norden und Osten sind, ist wie Cancom ein IT-Dienstleister. Als Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) hat Dataport den Auftrag die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung voranzutreiben. Über 6.000 Beschäftige arbeiten daran so, wie man in einer nicht gewinnorientierten Körperschaft bisweilen arbeitet, die einen beträchtlichen Umsatz von 1,4 Mrd. Euro erzielt: alles geht ein wenig langsamer.
Keine Frage: Cancom könnte auch Schwung in die Behörden-Cloud von Dataport bringen und so einiges an KI-Expertentum beitragen. Aber da ist ein anderes Thema.
Hier in Norderstedt ziehen Dataport und Partner Cancom an einem Strang bei der Einrichtung moderner IT-Arbeitsplätze für Kommunen und Länder. "Die neue Service Factory in Norderstedt schafft dafür die richtigen Voraussetzungen", sagt Bizer.
Hohe Nachfrage nach Lifecycle Services
Cancom-Chef Rüdiger Rath betont, dass Cancom nun "eine leistungsfähige Nord-Süd-Infrastruktur" (Jettingen-Scheppach – Norderstedt) für diesen Geschäftsbereich habe. Die Kapazitäten im Norden werden schrittweise ausgebaut, kündigt er an. Denn die Nachfrage nach Lifecycle Services sei hoch und wachse weiter.
"Mit der neuen Service Factory bauen wir deshalb unsere Kapazitäten gezielt aus und schaffen die Voraussetzungen, um auch große und komplexe Kundenprojekte effizient und skalierbar umzusetzen". Die Eröffnung der Service Factory in Norderstedt sei "ein wichtiger Schritt beim weiteren Ausbau unseres Servicegeschäfts", so Rath.
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