Anthropic: Mit Milliardenverlusten an die Börse

Während Anthropic vor seinem geplanten Börsengang weitere Umsatzbestmarken vermeldet, sollen einem aktuellen Bericht zufolge zugleich auch die dahinterstehenden Verluste neue Rekordhöhen erreichen. Im ersten Halbjahr stand demnach ein Minus von 80 Milliarden US-Dollar zu Buche.

(Foto: sonmez karakurt - GettyImages)

Erst vor wenigen Tagen hat Anthropic seine jüngste Quartalsbilanz vorgelegt, laut der das KI-Unternehmen seinen Umsatz zwischen Juli und September um knapp 45 Prozent auf 16,8 Milliarden US-Dollar nach oben schrauben konnte. Laut Wirtschaftsmedien wurde Investoren mitgeteilt, damit habe man im Q3 auf bereinigter Basis die Gewinnzone erreicht. Gute Nachrichten, die Anthropic im Hinblick auf den geplanten Börsengang gut gebrauchen kann, bei dem man immerhin eine Marktkapitalisierung von über zwei Billionen Dollar anstrebt. Ein Wert, den Investoren zuletzt mehrfach als zu hoch einschätzten.

Insofern dürfte es Anthropic weniger gefallen, dass ein Bericht des Wall Street Journal unter Berufung auf den vorläufigen Emissionsprospekt nun etwas andere Zahlen liefert, die eher dazu geeignet sind, diese Skepsis weiter zu befeuern. Demzufolge hat der KI-Konzern im ersten Halbjahr 2026 über 80 Milliarden Dollar Nettoverlust angehäuft, mehr als das Sechsfache als noch im Vorjahreszeitraum, in dem das Minus rund 13 Milliarden Dollar betragen hatte. Anthropic hat die Zahlen bislang nicht kommentiert. Allerdings führen die Autoren einen Großteil des Verlusts auf Bilanzierungseffekte zurück, nicht zuletzt wohl in Vorbereitung auf den Börsengang. Insgesamt werden die Negativeffekte von Wertkorrekturen bei Finanzierungsinstrumenten wie Wandelanleihen auf etwa 72 Milliarden Dollar beziffert.

Grund zur Entwarnung ist das aber nur bedingt. Immerhin stehen zugleich noch Verpflichtungen in dreistelliger Milliardenhöhe in den Büchern, vor allem rund um die gegenseitigen Geschäfte mit Anbietern wie AWS, Google, Microsoft und Nvidia zur Finanzierung von Rechenzentren und Kapazitäten, die den Ausblick belasten. Dem Bericht zufolge sind dafür in den nächsten zehn Jahren bereits 450 Milliarden fest eingeplant und zumeist vertraglich zugesichert. Jeweils rund 110 Milliarden gehen dabei an AWS und Google Cloud, weitere 31 Milliarden an Microsoft. Nach aktuellen Plänen soll diese Summe sogar auf fast den dreifachen Wert gesteigert werden und damit die Billionen-Dollar-Grenze sprengen.

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