Also baut KI-Vermarktung aus – "zehnfache Beschleunigung von Prozessen"
Wow-Effekte, so die KI-Erfahrungen aus den letzten 6 Jahren bei Also. Bei der Vermarktung von Microsoft Copilot sieht sich der Distributor in Europa in führender Position. Nun ist der Zeitpunkt da, ein KI-Expertenteam für Partner aufzubauen.
"Gamechanger" ist für Jonathan Seifert, KI- das inflationärste Wort des Jahres. Der Manager bei der Synaxon-Akademie leitet die Reihe "KI im Fokus: Die Austausch- und Expertenrunde für KI im Systemhaus", und er leidet seit 2023 berufsbedingt an Inflationsschaden. Leider sind die Alternative auch nicht gerade originell. Claude von Anthropic schlägt "agentisch" vor. Das Wort sei aber in letzter Zeit auch "geradezu explodiert". Jedes Produkt, jeder Blogpost kommt mit "agentische KI" daher. Claude liefert auch einen Grund für die gleichlautende Wortwahl der Zuschreibung eines Phänomens, über das auch Technologieexperten immer noch staunen (siehe Openclaw): "Was früher 'automatisiert oder 'selbständig' hieß, heißt heute agentic – klingt futuristischer, verkauft sich besser", spuckt der KI-Bot aus.
Es ist geradezu ein Kunststück, "agentisch" nicht in einer Pressemitteilung einzubauen. Distributor Also ist das gelungen: "Also stärkt den Partnerkanal mit KI-Expertenteam", heißt die Aussendung der Schweizer Holding am Dienstagmorgen.
Erste Phase "eat your own dog food" mit Wow-Effekten
Es mindert freilich nicht die Chancen im Geschäftsfeld KI, die sich Also ausrechnet. Vor 6 Jahren begann man intern mit einigen Pilotprojekten. Unter der zentralen Verantwortung von CTO Jan Bogdanovich wurden Tools von Celonis, UIPath, OpenAI ChatGPT, Anthropic Claude, Google Gemini und Microsoft Copilot eingesetzt. Der Effekt: zehnfache Beschleunigung von Prozessen, Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen, teilt Also mit. In die Bilanz schlagen die überaus beeindruckenden KI-Effekte allerdings noch nicht durch.
Der damalige CEO Gustavo Möller-Hergt war und ist nach wie vor getrieben von Effizienzpotentialen. Er hatte konzernweit die diversen ERP-Systeme der Landesgesellschaften und zugekauften Einheiten auf einheitliches SAP umgestellt, bei KI gab er die Losung aus: "eat your own dog food" – demnach erst interne Erfahrungen sammeln und Ergebnisse abliefern, bevor man in die Vermarktung geht und Reseller erklärt, wie sie KI anpacken und Geld verdienen sollen.
Mit Microsoft und vor allem den Zusatzlizenzen für Copilot verdient der Distributor in seinem Cloud-Marktplatz seit Jahren schon sehr viel Geld: "Die starke Verkaufsdynamik zeigt sich darin, dass Also der führende indirekte Anbieter von Copilot für Microsoft 365 in der EMEA-Region ist – ein Beleg für die bewährte Umsetzungskompetenz des Unternehmens", so der Distributor. Stets an der Seite von Möller-Hergt und das seit fast 15 Jahren: Jan Bogdanovich.
KI-Marktvolumen in Europa bis 2028: 144 Mrd. US-Dollar
Also geht nun daran, an KI-Expertenteam aufzubauen. Die Nachfragen aus dem Markt sind offenbar so groß, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, Partner bei KI zu beraten. Die Also-Experten wollen Vertriebspartner dabei unterstützen, KI-Lösungen über verschiedene Software- und Hardware-Kategorien hinweg in unterschiedlichen Märkten zu verkaufen.
Vorreiter und Multiplikator des KI-Enablements könnte das Systemhaus-Netzwerk Also Network unter der Führung von Holger Dolle sein. Der ANW hat eine Partnerschaft mit dem Berliner KI-Start-up HeronOS geschlossen. Das junge Unternehmen hat einen dezidierten Channel-Ansatz und könnte an entscheidender Stelle mit dem nun geplanten KI-Expertenteam zusammenarbeiten. "Durch diese Partnerschaft können ANW-Partner künftig KI-gestützte Vermittlungsprozesse für Leads nutzen", sagte HeronOS-Geschäftsführerin Theodora Wittig Ende Oktober letztes Jahr zum Partnerschaftsvertrag. "Das zeigt ganz pragmatisch, wie Künstliche Intelligenz heute im Alltag eingesetzt werden kann – zuverlässig, partnerschaftlich und mit lokalem Bezug", so Wittig vergangenen Herbst.
KI ist viel mehr als "nur" Beratung und Software., darauf macht Also-CTO Bogdanovich aufmerksam. "Die Geschäftschance rund um KI liegt nicht nur in Business-Anwendungen, sondern auch in Hardwarekategorien", sagt er. Der Lette bezieht sich auf eine IDC-Studie, wonach der KI-Markt in Europa bis 2028 auf 144 Mrd. US-Dollar wachsen soll. "Also ist hervorragend positioniert, um von dieser Entwicklung zu profitieren – durch die Kombination aus einem breiten Partnernetzwerk, Disziplin in der Marktbearbeitung und kontinuierlicher Erweiterung des Portfolios, so der CTO. Details, wie groß das Team werden soll und wie es mit Resellern arbeitet, nannte Also noch nicht.
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