Gewinn-Ausschüttung: Also-Aktie im Visier von Dividendenjägern
Die 14. Erhöhung der Dividende ist beschlossen, doch die panische Reaktion der Börse auf die Jahresprognose von Also hat die Aktionäre kalt erwischt. Mit dem Status eines "soliden Dividendenwerts" können sie und das Also-Management nicht zufrieden sein.
An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil. Ingram Mirco wird am Donnerstagnachmittag vor dem Indenpendance Day am 4. Juli 2025 gehackt, der Aktienkurs reagiert am Montag darauf mit einem Minus von 7 Prozent und obwohl die Bestellsysteme einige Tage lang nicht funktionieren und der Broadliner nicht lieferfähig ist, bewegt sich der Aktienkurs kaum. Völlig anders bei Also: Der Distributor legt am 17. Februar 2026 gute Jahresergebnisse vor, die Aktie stützt um 31 Prozent ab. Der höchste Tagesverlust einer Distributors überhaupt.
Dass der Vorstand den Aktionären eine Dividendenerhöhung für das Geschäftsjahr 2025 vorschlagen wird, diese Info verpuffte gänzlich. Nun haben die Aktionäre der Schweizer Gesellschaft auf der Generalversammlung am Mittwoch der Erhöhung der Gewinnausschüttung um 0,20 auf 5,30 Schweizer Franken je Anteilsschein zugestimmt.
Auch alle weiteren Anträge des Verwaltungsrats wurden mit großer Mehrheit verabschiedet, der Geschäftsbericht 2025 genehmigt sowie die Konzernleitung und die Mitglieder des Verwaltungsrats entlastet. Peter Athanas, Walter P.J. Droege, Ernest-W. Droege, Thomas Fürer, Frank Tanski und Ex-CEO Gustavo Möller-Hergt, der Präsident des Verwaltungsrats, wurden für das kommende Amtsjahr bestätigt.
"Die Generalversammlung würdigte den Erfolg des vergangenen Jahres und bestätigte ihr Vertrauen in Also und seine Geschäftsmodelle", so Möller-Hergt. "Dank der konsequenten Umsetzung der Strategie und des disziplinierten Managements des Working Capitals wird das Unternehmen auch weiterhin nachhaltig von den Opportunitäten des IT-Marktes profitieren".
Opportunität für Dividendenjäger
Mit dem "Schwarzen Dienstag" für Also (17. Februar) hat sich vorerst eine Opportunität für eine Sorte von Investoren aufgetan, die kein Vorstand eines börsennotierten Unternehmens willkommen heißt: Dividendenjäger. Bei einem Aktienkurs von 152,40 Franken am gestrigen Donnerstag und einer Ausschüttung von 5,30 Franken ergibt sich eine Rendite von 3,5 Prozent – Transaktionskosten und ggf. Steuerabzug nicht einberechnet.
Möglicherweise ist ein solches Dividenden-Picking mit Also ohne großes Risiko behaftet. Der massive Kursrückgang Mitte Februar hat das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Also-Papiere für 2027 auf 12 bis 14 gedrückt. Viele Börsen-Analysten halten die Also-Aktie auf dem derzeitigen Niveau für deutlich unterbewertet. Wer am 24. März Also-Aktien im Depot hat, ist dividendenberechtigt (cum). Vorausgesetzt, der Aktienkurs steigt nach der Ausschüttung wieder auf das Niveau vor dem Dividendenabschlag (ex cum) oder sogar darüber, könnte die Rechnung für Dividendenjäger aufgehen.
Für das Beben des Aktienkurses am Faschingsdienstag (17. Februar) sorgte die vorgelegte EBITDA-Prognose für 2026. Also geht von 300 bis 340 Mio. Euro aus, das liegt rund 10 bis 15 Prozent unter den ursprünglichen Konsensschätzungen. Langfristig orientierte Aktionäre schmerzt der Kurseinbruch besonders stark. Sie haben ausgehend vom Höchststand am 22. Juni 2025 von 292,50 Franken bis dato fast die Hälfte an Wert verloren. Der Ruf der Also-Aktie als solider Dividendenwert wird sie nicht zufriedenstellen.
Transparenzhinweis: Der Verfasser dieses Artikels hält keine Positionen an der Also-Holding-Aktie oder entsprechender Derivate.