Es wird kompliziert: Finanzinvestoren bieten 16 Milliarden Dollar für Symantec

Eigentlich wollte Symantec seine Enterprise-Sparte an Broadcom verkaufen, doch nun bieten zwei Finanzinvestoren 16 Milliarden Dollar für den Sicherheitsspezialisten – sind aber offenbar vor allem an dessen Consumer-Business interessiert.

Symantec-Zentrale in Mountain View, Kalifornien
(Foto: CC0 - Public Domain)

Einen Monat nachdem sich Symantec mit Broadcom über einen Verkauf seiner Enterprise-Sparte für 10,7 Milliarden Dollar verständigt hat, hat der Sicherheitsspezialist ein weiteres Angebot erhalten. Dem Wall Street Journal zufolge wollen die beiden Finanzinvestoren Advent und Permira das Unternehmen für 16 Milliarden Dollar übernehmen. Offenbar machen sie den Anteilseignern den Deal mit steuerlichen Vorteilen gegenüber der Broadcom-Offerte schmackhaft, die eine Sonderdividende von 12 Dollar pro Aktie vorsah.

Advent und Permira sind wohl vor allem am Consumer-Business von Symantec interessiert, das die Norton- und Lifelock-Produkte umfasst. Unklar ist allerdings, ob die beiden den Security-Hersteller erst komplett übernehmen und dann das Enterprise-Geschäft weiterreichen werden oder ob dieses bereits zuvor an Broadcom geht.

Interessant an dem Übernahmepoker ist auch, dass Broadcom ursprünglich eine komplette Übernahme von Symantec anstrebte, sich die beiden Parteien aber nicht auf einen Preis einigen konnten. Broadcom soll ursprünglich über 28 Dollar pro Aktie in Aussicht gestellt, sein Angebot aber nach einer Prüfung reduziert haben. Advert und Permira bieten nun zwischen 26 und 27 Dollar pro Aktie. Die beiden Investoren hatten sich bereits im Juli, so hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg damals berichtet, mit früheren Symantec-CEO Greg Clark zusammengetan, um ein Konkurrenzangebot auf die Beine zu stellen.