Richard Hill übernimmt als Interims-CEO: Symantec-Chef Greg Clark tritt zurück

Symantec muss sich nach einem neuen CEO umsehen, nachdem Greg Clark überraschend mit sofortiger Wirkung zurückgetreten ist. Aus persönlichen Gründen, heißt es offiziell, doch auch eine schwache Geschäftsentwicklung könnte eine Rolle gespielt haben.

Der zurückgetrenene Symantec-CEO Greg Clark
(Foto: Symantec)

Greg Clark, CEO und Präsident von Symantec, ist gestern überraschend von seinen Ämtern zurückgetreten. Auch seinen Platz im Board des Sicherheitsspezialisten räumt er. Zum Nachfolger wurde interimsweise Richard Hill berufen, der seit Jahresbeginn den Posten eines Directors bei Symantec innehatte und in seiner Zeit beim Chiphersteller Marvel schon mal als Interims-CEO fungierte. Man werde umgehend mit der Suche nach einer permanenten Lösung beginnen, teilte Symantec mit.

Zu den Gründen für den Abschied von Clark, der 2016 mit der Blue-Coat-Übernahme zu Symantec kam und das Unternehmen seitdem führte, macht man in der offiziellen Mitteilung keine Angaben. In einer Telefonkonferenz (PDF) anlässlich der ebenfalls gestern veröffentlichten Quartals- und Jahresabschlusszahlen erklärte Interims-CEO Hill jedoch, Clark habe Ende April persönliche Probleme angedeutet und mehr Zeit mit seinem alternden Vater verbringen wollen.

Womöglich hat der plötzliche Führungswechsel aber auch etwas mit den schwachen Ergebnissen von Symantec zu tun, das im wachsenden Security-Markt immer wieder Umsatz- und Gewinnrückgänge vermelden muss. Gegenüber der Financial Times bestätigte ein Insider, der Abgang von Clark stehe durchaus in Zusammenhang mit der finanziellen Performance des Unternehmens.

Wie schwer sich der Sicherheitsspezialist tut, wurde auch mit den aktuellen Zahlen (PDF) wieder deutlich. So ging der Umsatz im vierten Quartal um zwei Prozent auf knapp 1,19 Milliarden Dollar zurück, im Gesamtjahr sank er ebenfalls um zwei Prozent auf 4,73 Milliarden Dollar. Besonders ärgerlich ist dabei, dass vor allem das Enterprise-Geschäft schrumpft und mittlerweile sogar kleiner ist als das Consumer-Business. Im Jahresabschlussquartal lag das Minus bei drei, im Gesamtjahr sogar bei 10 Prozent. Das Geschäft mit Privatkunden musste in Q4 zwar auch leichte Einbußen hinnehmen, legte aber in dem Jahresbetrachtung immerhin um 3 Prozent zu.