DUH-Tests zeigen Verstöße gegen Rücknahmepflicht von Elektroschrott: Apple, Media Markt & Co.: Deutsche Umwelthilfe prangert Rücknahmeverweigerer an

Mit Tests bei großen Handelsketten hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Verstöße gegen die Rücknahmepflicht von Elektrogeräten aufgedeckt. Unter anderem Apple und Filialen von Media Markt wollten Geräte nicht oder nur gegen Gebühr zurücknehmen. Die DUH will gegen Rücknahmesünder rechtlich vorgehen.

Tests entlarven Rücknahmesünder

Mit verdeckten Tests überprüfte die DUH im ersten Halbjahr 2019 inwieweit Händler ihre Verantwortung zur Sammlung von Elektroaltgeräten wahrnehmen. Dabei wurden insgesamt 55 Filialen großer Handelsketten überprüft, die laut DUH alle ein großes Sortiment an Elektrogeräten anbieten. Von den 55 Geschäften schnitten unter anderem Filialen namhafter Unternehmen wie Apple, Media Markt, Obi, Saturn und Toom besonders schlecht ab.

In Filialen von Cyberport, Hornbach, Media Markt, Saturn und bei vielen weiteren Händlern konnten keine Informationen zu den gesetzlichen Rückgabemöglichkeiten gefunden werden, bemängelt die DUH. In einigen Filialen, wie etwa bei Apple oder Toom, seien zwar Hinweise vorhanden, jedoch so versteckt, dass Kunden sie praktisch nicht wahrnehmen konnten.

15 Händler verweigerten den Testern zufolge die Rücknahme von großen oder kleinen Elektroaltgeräten. In Märkten von Apple, Globus, Obi, Porta und Roller erhielten Kunden fälschlich die Information, dass eine Rückgabe kleiner Elektroaltgeräte oder Altlampen gar nicht oder nur bei Kauf eines neuen Geräts möglich sei. Filialen von Media Markt und Obi verlangten für die Rückgabe eines Großgeräts unrechtmäßig eine Gebühr. Märkte von Toom und Hornbach lehnten die Rückgabe der Großgeräte schlicht ab. Filialen von Galeria Kaufhof und Conrad verweigerten bei Lieferung eines neuen Geräts gesetzeswidrig die kostenlose Mitnahme des Altgeräts.

Die zum Teil rechtlich selbstständig geführten Baumärkte und Elektronikketten handhabten die Rückgabepraxis sehr unterschiedlich, wie die DUH betont. Einige von ihnen würden der Informations- und Rücknahmepflicht verbraucherfreundlich nachkommen, erklärt der Stellvertretende DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Philipp Sommer: »Unsere Tests zeigten in vier der 55 überprüften Märkte eine reibungslose Rücknahme, geschulte Mitarbeiter und eine gute Verbraucherinformation. Positiv fielen uns zudem einzelne Filialen von Bauhaus und Globus auf, die ihre Kunden aktiv und selbsterklärend auf die Rückgabemöglichkeiten hinwiesen. Auch gab es in diesen Märkten separate Informationen zur Abgabe von alten LED- und Energiesparlampen. Das ist wichtig, da sie zum Teil Schadstoffe enthalten und viele Verbraucher nicht wissen, dass sie ebenfalls kostenlos im Markt zurückgegeben werden können«.