Virtuelle Jagd eröffnet: »Pokémon Go«-Fest lockt Tausende aus aller Welt

Zum Internationalen »Pokémon Go«-Fest strömen Tausende nach Dortmund. Manche sind sogar extra aus der fernen Heimat der kleinen Monster - Japan - angereist. Rund 100.000 Fans werden erwartet. Ist der große Hype nicht vorbei?

Der Hype geht weiter

Rund 25.000 Gamer pro Tag erwartet der US-amerikanische Spieleentwickler Niantic bis Sonntag, spricht vom größten »Pokémon Go«-Event in Europa. Aber ist der Hype nicht allmählich vorbei - gut drei Jahre, nachdem die App auf den Markt kam? Ein Niantic-Sprecher sagt, die App sei bis Ende 2018 mehr als eine Milliarde Mal runtergeladen worden. Und 2018 sei »überaus erfolgreich« gewesen.

Was macht den Reiz aus? »Der starke gemeinschaftsbildende Aspekt«, meint Medienwissenschaftler Hanns Christian Schmidt. Und es fasziniere viele nach wie vor, virtuell, aber zugleich unter Einbeziehung der realen Umgebung und mit oft völlig unbekannten Menschen »physisch zu interagieren«. In der Tat bilden in Dortmund etwa Polen mit Kanadiern fix ein Team, ein chinesisches Paar tut sich mit einer deutschen Gruppe zusammen.

Und es scheint für alle Altersklassen zu passen: Ein »ausgeprägter Niedlichkeitsfaktor und eine äußerst farbenfrohe und freundlich gestaltete Rahmenhandlung« und einiges Kräftemessen spreche Jungen wie Mädchen an, erläutert Schmidt. Und die älteren Semester? Wer als Kind vor rund 20 Jahren Pokémon auf dem Gameboy gespielt habe oder mit der TV-Serie aufgewachsen und computeraffin sei, den treibe ein womöglich »wohlig-warmes Gefühl der Nostalgie« an, sagt der Experte vom Kölner Institut für Medienkultur. »Das Interesse an Pokémon war nie wirklich weg.«

Während der typische Gamer - zumindest laut Klischee - oft stundenlang unbewegt und fernab vom Sonnenlicht agiert, sind die »Pokémon Go«-Jäger jedenfalls an der frischen Luft in Bewegung. So auch Sonja mit Söhnen Arved (15) und Justus (10) aus der Nähe von Cuxhaven. »Hier gibt es Pokémon, die total selten sind und die man sonst in Deutschland nicht fangen kann«, schildert Arved. »Vor drei Jahren haben viele nur mitgemacht, weil das gerade Mode war. Hier sind die echten Fans.«

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