Apple kürzt Kompnenten-Bestellungen: iPhone X: Nachfrage deutlich kleiner als erwartet

Samsung will die Produktion der Displays für das iPhone X mehr als halbieren. Offenbar bleiben die Verkaufszahlen von Apples Flaggschiff also weit hinter den Erwartungen zurück.

Deutliche Kürzungen bei den Bestellungen für Komponenten des iPhone X deuten auf eine schwache Nachfrage hin

Da Apple selbst grundsätzlich keine konkreten Angaben zu den Verkaufszahlen seiner einzelnen Produkte macht, können diese jeweils nur über die Aussagen von Dritten wie Marktforschern, Distributoren oder Zulieferern geschätzt werden. Oft sind jedoch auch diese sehr aussagekräftig. So will Samsung laut der japanischen Wirtschaftszeitung »Nikkei« zugespielten Informationen im laufenden Quartal nur noch höchstens 20 Millionen der von Apple für das iPhone X benötigten OLED-Displays produzieren. Das ist weniger als die Hälfte der ursprünglich für dieses Quartal angepeilten Menge von 45 bis Millionen der Bildschirme. Laut dem Bericht rechnet Samsung sogar damit, die Auftragsfertigung im Laufe des Jahres noch weiter nach unten schrauben zu müssen. Ähnliches berichten zeitgleich auch die Hersteller von anderen Teilen des Geräts, die ebenfalls deutliche Kürzungen der entsprechenden Bestellungen seitens Apple verzeichnen.

Nachdem nichts über eine mögliche Verlagerung der Produktion zu anderen Fertigern oder zu Apple selbst bekannt ist, liegt also die Vermutung nahe, dass sich das iPhone X deutlich schlechter verkauft als ursprünglich von Apple geplant. Das aber widerspricht deutlich Apples eigenen Meldungen über eine sehr gute Nachfrage nach dem mehr als 1.000 Euro teuren Premium-Smartphone. Noch bei der Vorstellung des letzten Quartalsberichts hatte Apple-Chef Tim Cook die neuerlichen Rekordzahlen auch auf die große Nachfrage nach dem Jubiläumsmodell iPhone X zurückgeführt, das im Jahresendgeschäft seinen Angaben zufolge öfter verkauft wurde als jedes andere iPhone-Modell. Andererseits schraubte Apple selbst die Umsatzerwartungen für das laufende Quartal auf 60 bis 62 Milliarden US-Dollar zurück, während Analysten mit rund 65 Milliarden Dollar gerechnet hatten.

Ähnlich sieht es bei den Prognosen für die Absatzzahlen für das iPhone X aus. War bisher mit mindestens 58 Millionen Verkäufen im ersten Vierteljahr gerechnet worden, senkten einige Analysten wie Tim Long von BMO Financial diese Erwartung jetzt auf nur noch etwas über 50 Millionen Einheiten ab. In Kombination mit der Meldung der Produktionssenkung auf 20 Millionen Displays bei Samsung würde diese Zahl wiederum dafür sprechen, dass auch die Verkäufe im Erscheinungsquartal schon weit schlechter waren als geplant und Apple deshalb schon jetzt einen großen Bestand an fertigen Displays angehäuft hat.